Wegen Getreideknappheit: Greenpeace fordert sofortiges E10-Verbot
18.08.12
Laut Umweltministerium werden mehr als fünf Prozent der Welt-Getreideernte für Biosprit verwendet.Foto: dpa bildfunk
Der Druck für ein E10-Verbot wächst
Die Umweltorganisation Greenpeace fordert wegen der hohen Getreidepreise ein sofortiges Aus für den Biosprit E10 in Deutschland. "Angesichts der weltweiten Getreideknappheit macht so ein Schritt Sinn", begründet Greenpeace-Agrarexperte Martin Hofstetter die Forderung. Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) ist für einen E10-Stopp.
Laut Hofstetter wird in Deutschland jährlich aus etwa 1,5 Millionen Tonnen Getreide Ethanol hergestellt. Zusätzlich importieren wir noch rund die Hälfte des eingesetzten Ethanols aus dem Ausland. Hofstetter: "Insofern entlastet tatsächlich ein E10-Verbot den Getreidemarkt".
Die Diskussion über einen E10-Stopp war von Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) ausgelöst worden. Dieser will den Verzicht, weil die Nahrungsmittelpreise auch wegen des Anbaus von Energiepflanzen stark gestiegen sind. Der Konflikt zwischen Tank und Teller müsse aufgelöst werden, so Niebel.
In anderen Ländern mit Ethanolerzeugung sei die Problematik ähnlich, so Greenpeace. Allein in den USA würden 40 Prozent der Maisproduktion im Tank landen.
Die Vorräte an Getreide seien laut Weltgetreiderat in den vergangenen Jahren drastisch geschmolzen, von 175 Millionen Tonnen 2010 auf aktuell nur noch etwa 100 Millionen Tonnen. "Weltweit aber werden inzwischen 150 Millionen Tonnen Getreide jährlich zu Ethanol verarbeitet", so Hofstetter. Gäbe es also die Ethanolerzeugung nicht, wären die Getreidelager sehr gut gefüllt und es gäbe keine Knappheit.
Laut Hofstetter wird in Deutschland jährlich aus etwa 1,5 Millionen Tonnen Getreide Ethanol hergestellt. Zusätzlich importieren wir noch rund die Hälfte des eingesetzten Ethanols aus dem Ausland. Hofstetter: "Insofern entlastet tatsächlich ein E10-Verbot den Getreidemarkt".
Die Diskussion über einen E10-Stopp war von Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) ausgelöst worden. Dieser will den Verzicht, weil die Nahrungsmittelpreise auch wegen des Anbaus von Energiepflanzen stark gestiegen sind. Der Konflikt zwischen Tank und Teller müsse aufgelöst werden, so Niebel.
In anderen Ländern mit Ethanolerzeugung sei die Problematik ähnlich, so Greenpeace. Allein in den USA würden 40 Prozent der Maisproduktion im Tank landen.
Die Vorräte an Getreide seien laut Weltgetreiderat in den vergangenen Jahren drastisch geschmolzen, von 175 Millionen Tonnen 2010 auf aktuell nur noch etwa 100 Millionen Tonnen. "Weltweit aber werden inzwischen 150 Millionen Tonnen Getreide jährlich zu Ethanol verarbeitet", so Hofstetter. Gäbe es also die Ethanolerzeugung nicht, wären die Getreidelager sehr gut gefüllt und es gäbe keine Knappheit.
Sparsamere Autos als Alternative zum Biosprit
Das Hauptproblem in Deutschland sei die Beimischungsregelung: "Die Kraftstoffproduzenten müssen hohe Strafabgaben zahlen, wenn sie die staatlich vorgegebenen Biokraftstoffquoten nicht erreichen und machen daher sogar an den Tankstellen E10 billiger als Normalbenzin, obwohl sie Agrosprit beim Einkauf viel mehr kostet als fossiler Kraftstoff. Das ist ein Irrsinn, den die Autofahrer über insgesamt höhere Preise zahlen müssen."Als Alternative zum Biosprit fordert Greenpeace strengere CO2-Grenzwerte und sparsamere Autos. "Technisch ist es heute doch längst möglich, den Spritverbrauch drastisch zu senken. Allein es fehlt an der Umsetzung bei der Autoindustrie", kritisiert der Experte. Gerade deutsche Autobauer setzten immer noch auf viel zu schwere, übermotorisierte Modelle.
Die Verbraucherzentrale sieht die E10-Einführung als gescheitert an. "E10 hat nie funktioniert", so Verkehrsreferent Otmar Lell.
Der Kraftstoff mit dem zehnprozentigen Bioethanolanteil war 2011 von Union und FDP eingeführt worden. Laut Bundesumweltministerium werden derzeit mehr als fünf Prozent der Welt-Getreideernte für Biosprit verwendet.
















