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Waldjunge Ray ist Robin aus Holland

15.06.12
Waldjunge RayRobin wurde von Schulfreunden und Angehörigen identifiziert, nachdem die Berliner Polizei Fotos des vor neun Monaten aufgetauchten Jungen veröffentlicht hatte.

Rätsel um Waldjungen gelöst

Der mysteriöse Fall um den Waldjungen, der sich Ray nannte, ist gelöst: Er heißt in Wirklichkeit Robin, ist 20 Jahre alt und stammt aus der niederländischen Stadt Hengelo. .

Schlüssel zur Lösung waren Fotos des Jugendlichen, der in Medien schon mal 'Kaspar Hauser von Berlin' genannt wurde - in Anspielung auf ein Nürnberger Findelkind aus dem 19. Jahrhundert. Die Anfang der Woche veröffentlichten Bilder wurden auch im niederländischen Fernsehen gezeigt. Eine junge Frau erkannte den Ex-Freund und brachte die Aufklärungslawine ins Rollen.

Außerdem sagte eine Polizeisprecherin: "Ray hat zugegeben, dass er Robin ist." Der junge Mann sei am Freitagmorgen befragt worden. "An seiner Geschichte stimmte nichts."

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Der Junge erzählte eine abenteuerliche Geschichte

Der Junge hatte behauptet, er sei mit seinem Vater fünf Jahre lang meist nach Karte und Kompass durch die Wälder gewandert. Er habe in Höhlen und Zelten geschlafen. Sein Vater sei gestorben: Er habe ihn unter Steinen beerdigt. Die abenteuerliche Geschichte, von der Polizei sofort bezweifelt, stellte sich jetzt als falsch heraus.

Nach Angaben der Polizei in Hengelo wurde Robin am 2. September vergangenen Jahres zuletzt dort gesehen, als er sich mit einem Freund auf eine Reise nach Berlin machte - nur drei Tage, bevor er in der deutschen Hauptstadt als "Waldjunge" auftauchte. "Ich weiß ganz sicher, dass das Robin ist", zitierte NOS einen Schulfreund. "Er hatte persönliche Probleme, und das war seine Art, ein neues Leben anzufangen."

"Vielleicht erfahren wir das Motiv ja in einem Film oder Buch", sagen Ermittler in Berlin mit ironischem Unterton. Die Geschichte lasse sich bestimmt gut vermarkten - und das Geld könnte Robin ja vielleicht gebrauchen, um Schulden in Berlin abzuzahlen. Geprüft werde nämlich, ob er sich wegen Sozialleistungsbetrug verantworten muss.

Monatelang hatten die Ermittler im Nebel gestochert. Über die europäische Polizeibehörde Interpol wurden Fotos versandt und DNA-Proben abgeglichen. Doch nichts passierte. Möglicherweise lag es daran, dass die Berliner einen vermissten Jugendlichen suchten, während die niederländischen Behörden einen vermissten Erwachsenen führten.

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