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Vettel nach fantastischen Asien-Wochen auf Titelkurs

14.10.12
Sebastian Vettel feiert mit seinem Red-Bull-Team den Triumph von Yeongam.Sebastian Vettel feiert mit seinem Red-Bull-Team den Triumph von Yeongam.
Foto: Getty Images/Bongarts

Sebastian Vettel war so richtig in Partylaune. Aus der Red-Bull-Garage von Yeongam dröhnten noch lange die Technoklänge, die fast leeren Champagnerflaschen lieferten den Beweis für den dritten Sieg des Formel-1-Doppelweltmeisters in Serie und die Ablösung von Fernando Alonso an der WM-Spitze.

"Wir werden heute noch was trinken zusammen, bevor es dann ans Zusammenpacken geht", versprach Vettel nach dem 25. Grand-Prix-Erfolg seiner Karriere, den er schon im Ziel und auf dem Podium übermütig gefeiert hatte. Sein zweitplatzierter Teamkollege Mark Webber und der missgelaunte Alonso auf Rang drei waren bei den Jubelszenen nur Staffage.

Mit dem Sieg beim Großen Preis von Südkorea nur eine Woche nach dem Suzuka-Triumph hat Vettel den vormals schon weit enteilten Ferrari-Star Alonso endlich überholt. In die verbleibenden vier Saisonrennen nimmt Vettel nun sechs Punkte Vorsprung auf den Spanier und steht erstmals seit fünf Monaten wieder an der WM-Spitze. "Das ist einfach nur fantastisch. Das war ein wirklich tolles Rennen, es lief perfekt für uns", schwärmte der Weltmeister, der wieder beste Aussichten hat, den Titel-Hattrick perfekt zu machen. "Ich hoffe, dass wir den Lauf mitnehmen können in die restlichen Rennen."

Spätestens seit Japan am vorigen Sonntag fährt Red Bull wieder in einer eigenen Liga. Wie zum Beweis gelang den Bullen mit Webber auf Platz 2 der erste Doppelsieg der Saison. Alonso ist mit 209 Punkten nur noch Vettel-Jäger. "Wir müssen zufrieden sein. Red Bull ist momentan schwer zu schlagen", bekannte der Spanier. Teilnahmslos sah er auf dem Podium mit an, wie Vettel dem mit einer Taucherbrille geschützten Red-Bull-Design-Guru Adrian Newey den Sieger-Schampus aufs kahle Haupt spritzte.

Hülkenberg: Gejubelt, als hätte ich gewonnen

Vettel hat nun wieder alles selbst in der Hand. Mit dem inzwischen 25. Sieg seiner Karriere zog der erst 25-Jährige mit den Legenden Niki Lauda und Jim Clark gleich. Zuletzt hatte er die WM im Mai nach dem Grand Prix in Spanien angeführt, danach war Alonso davongezogen. Doch dank einer Technikoffensive startete Vettel eine furiose Aufholjagd, die er nun mit der blitzsauberen Siegesserie im Herbst und der Maximalausbeute von 75 Punkten in drei Rennen krönte.

Völlig losgelöst war Vettel nach der Zieleinfahrt seinen jubelnden Mechanikern in die Arme gefallen und hatte seiner Crew ein Sonderlob für den perfekten Asien-Trip mit zwei Siegen gezollt. "Die Jungs haben Energie und Motivation, das ist unglaublich", sagte Vettel, der sich im Titelkampf nun wohl endgültig nur noch auf Alonso konzentrieren muss. Lotus-Pilot Kimi Räikkönen, der Platz 5 belegte und nun 167 Punkte auf dem Konto hat, sowie der zehntplatzierte Lewis Hamilton (153) und Webber (152) haben nur noch minimale Titelchancen.

"Die Logik sagt, dass es das vermutlich für mich war mit dem Sieg in der Weltmeisterschaft", bekannte Hamilton. Auch dessen künftiger Arbeitgeber Mercedes erlebte erneut einen rabenschwarzen Tag. Wie schon in Suzuka blieb das Werksteam ohne Punkt. Nico Rosberg wurde wieder eine Kollision in der ersten Runde zum Verhängnis. Diesmal mit Sauber-Pilot Kamui Kobayashi, der gleich auch noch Hamiltons Teamkollegen Jenson Button von der Strecke schoss.

Stallkollege Michael Schumacher kam zwar ins Ziel, allerdings nur als 13. Zweitbester Deutscher bei einem weitgehend ereignislosen Rennen in der südkoreanischen Einöde war somit wieder Nico Hülkenberg. Der Force-India-Pilot sicherte sich mit einem grandiosen Überholmanöver gegen Hamilton und Lotus-Fahrer Romain Grosjean in Runde 40 Platz sechs.

"Ich hatte ein fettes Grinsen im Gesicht und habe gejubelt, als wenn ich einen Grand Prix gewonnen habe", freute sich Hülkenberg, der sich neben Vettel durchaus als Sieger fühlen durfte. Dank toller Leistungen wie dieser winkt dem 25-Jährigen für die kommende Saison ein Vertrag bei Sauber. Wie die britische 'BBC' berichtet, sollen sich die Schweizer mit Hülkenberg bereits einig sein.

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