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Türkische Frau köpft ihren mutmaßlichen Vergewaltiger

07.09.12
Nurettin Gider, Türkei, Ehrenmord, VergewaltigungNevin Yildirim und ihr mutmaßlicher Peiniger und Opfer Nurettin Gider.

"Hier ist der Kopf des Mannes, der mit meiner Ehre gespielt hat."

Eine 26-jährige Frau hat im Westen der Türkei einen Mann erschossen. Der Mann - ein Cousin ihres Ehemannes – hatte sie laut 'CNN' sie über Monate hinweg vergewaltigt und sie sei durch die Vergewaltigungen schwanger geworden. Die Tat liegt eine Woche zurück, vor Gericht verteidigt sich Nevin Yildirim jetzt: Sie habe ihe Ehre retten müssen.

Mit dem Kopf der Leiche war Nevin Yildirim nach den Mord Ende August auf den Marktplatz ihres Dorfes gegangen, hatte ihn auf den Boden geschleudert und andere Männer gewarnt: "Spielt nicht mit meiner Ehre. Hier ist der Kopf des Mannes der mit meiner Ehre gespielt hat". Nachdem Zeugen die Polizei riefen, ließ sich Yildirim ohne Widerstand festnehmen.

Die Vergewaltigungen hätten acht Monate vor der Tat angefangen, als ihr Mann nicht in der Stadt gewesen sei, so Yildirim in ihrer Aussage. Der 35-jährige Nurettin Gider habe sie unter vorgehaltener Waffe zum Geschlechtsverkehr gezwungen und gedroht ihre Kinder umzubringen wenn sie schreien würde. Als sie schwanger wurde habe er Nacktfotos von ihr gemacht und angedroht diese zu veröffentlichen.

Zu Beginn der Schwangerschaft habe sie sich an eine Klinik gewandt um die Schwangerschaft abzubrechen. Abtreibungen sind jedoch nach türkischem Recht nur bis zur zehnten Woche erlaub. Yildirim trug zu diesem Zeitpunkt bereit 14 Wochen das Kind ihres Peinigers. Auch nach ihrer Verhaftung möchte sie die Schwangerschaft, die mittlerweile fünf Monate weit fortgeschritten ist, weiterhin abbrechen. Die Frau soll gesagt haben, sie sei bereit zu sterben, so lange die Abtreibung stattfindet.

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Frauengruppen bezeichnen Yildirim als Heldin

Vor Gericht sagte sie aus, in der Nacht der Tötung habe Gider sie angerufen, um herauszufinden ob ihr Mann zuhause sei. Dann habe sie gesehen, wie er eine Mauer hinter ihrem Haus hochgeklettert sei. Yildirim griff zu einem Gewehr. Der Mann sei bewaffnet gewesen und sie habe geschossen, um ihn von ihrem Grundstück zu vertreiben. Nach dem ersten Schuss sei er auf den Boden gefallen und habe angefangen zu fluchen. Daraufhin zielte sie auf die Geschlechtsorgane ihres Vergewaltigers. "Ich habe auf sein Sexualorgan geschossen, Ich wusste, dass er tot war. Dann habe ich seinen Kopf abgeschnitten."

Als Grund für die Tat gab die Frau die bevorstehende Einschulung ihrer sechs Jahre alten Tochter an. In dem kleinen Dorf habe es bereits Gerüchte über die Vergewaltigung und der Täter habe gedroht, allen zu von den Vorfällen zu erzählen. In ländlichen Gegenden der Türkei ist Ehre ein wichtiges Gut und es ist die Aufgabe der Frau, die Familienehre aufrecht zu erhalten.

Yildirim bereut die Tat - sagte aber, dass ihr Ruf in Gefahr war und sie ihre Ehre reinigen musste: "Jeder hätte meine Kinder beleidigt. Jetzt kann das keiner mehr tun. Ich habe meine Ehre gerettet. Jetzt wird jeder meine Kinder 'die Kinder der Frau die ihre Ehre gerettet hat' nennen." Der Vater der Mörderin sagte: "Mein Kind war völlig verzweifelt, sie konnte es einfach nicht mehr ertragen."

Viele Frauengruppen bezeichnen Yildirim als Heldin und auch auf Twitter verteidigen viele die Tat und machen die türkische Kultur und das türkische Rechtssystem verantwortlich. Ein Nutzer fordert sogar, Yildirim für einen Friedensnobelpreis zu nominieren.

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