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Treibstoffmangel: Bringt Ryanair seine Passagiere in Gefahr?

16.08.12
Ryan Air Treibstoffmangel Kritik PilotenDer irische Billigflieger muss nach drei Notlandungen heftige Kritik auch von deutschen Piloten einstecken.
Foto: dpa bildfunk

“Ryanair setzt die Piloten unter Druck, nicht zu viel Treibstoff zu tanken“

Spielt Ryanair aus Profitgier mit dem Leben seiner Passagiere? Der irische Billigflieger muss nach drei Notlandungen heftige Kritik auch von deutschen Piloten einstecken. “Ryanair setzt die Piloten unter Druck, nicht zu viel Treibstoff zu tanken“, sagte der Sprecher der deutschen Pilotenvereinigung Cockpit, Jörg Handwerg, der ‘Financial Times Deutschland‘. “Wenn eine Fluglinie an einem Tag dreimal wegen Kerosinmangels notlanden muss, dann stimmt etwas im System nicht.“

Die Fluglinie aus Irland nahm dazu nicht im Detail Stellung, wies die Kritik jedoch grundsätzlich zurück: Jede Airline verfolge eine auf Flugdaten beruhende Treibstoffpolitik, und Ryanair bewege sich im rechtlichen Rahmen. Der Deutschen Flugsicherung (DFS) sind “keinerlei Probleme dieser Art mit Ryanair bekannt“, wie ein Sprecher sagte.

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Spanisches Verkehrsministerium leitet Untersuchung ein

Am 26. Juli waren zahlreiche Flüge mit Ziel Madrid zum Flughafen Valencia umgeleitet worden, der eine Stunde entfernt liegt. Dort stauten sich die Flugzeuge in einer Warteschleife. “Nachdem drei Maschinen 50, 68 und 69 Minuten nach der geplanten Landezeit in Madrid noch über Valencia kreisten, beantragten die drei Ryanair-Maschinen eine sofortige Landung, da die Kerosinmengen an Bord ein Minimum erreicht hatten“, beschrieb Ryanair das Geschehen an jenem Tag. Zum Zeitpunkt der Landung sei noch Treibstoff für rund 30 Minuten Flugzeit im Tank gewesen, womit die Gesellschaft die Sicherheitsvorschriften erfüllt habe.

Die DFS verwies ebenfalls auf die klaren Regeln, wonach der Sprit nicht nur bis zum Zielflughafen und einem Ausweichzielort reichen müsse, sondern auch noch für 30 Minuten Warteschleifen. Würde absichtlich weniger getankt, wäre das ein klarer Regelverstoß. In nachvollziehbaren Fällen wie etwa starkem Gegenwind auf einer langen Route würden die Fluglotsen im Einzelfall Maschinen vorziehen, sofern sich die anderen wartenden Piloten einverstanden erklärten.

Doch Verbraucherschutzverbände werfen Ryanair vor, die Passagiere in Gefahr gebracht zu haben. Das spanische Verkehrsministerium hatte deshalb bereits eine Untersuchung eingeleitet. Die dem Ministerium unterstellte Flugsicherheitsbehörde AESA gehe dem Vorwurf nach, hieß es.

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