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Transparenzstelle: Kartellamt will 2013 Druck auf Spritpreise erhöhen

28.12.12 12:48
Transparenzstelle: Kartellamt will 2013 Druck auf Spritpreise erhöhen.Das Bundeskartellamt will 2013 mit mehr Transparenz den Druck auf die Spritpreise erhöhen.
Foto: dpa bildfunk

Mehr Wettbewerb unter Tankstellen

Das Bundeskartellamt will so schnell wie möglich die geplante Transparenzstelle für die Benzinpreise einführen. Damit soll der Druck auf die Tankstellen erhöht und Wettbewerb gefördert werden. Durch die Meldung und Weitergabe der aktuellen Spritpreise sollen diese letztlich sinken, hofft die Behörde. Endgültig wird die neue Meldestelle ihre Arbeit wohl aber erst im Sommer oder Herbst 2013 aufnehmen.

"Sie soll so schnell wie möglich kommen, wir arbeiten mit Hochdruck daran", sagte Bundeskartellamts-Präsident Andreas Mundt der 'Süddeutschen Zeitung'. Die dafür notwendige Verordnung könnte bereits im ersten Quartal 2013 verabschiedet werden. Die Ölkonzerne und freien Tankstellen sollen dann die aktuellen Preise an das Kartellamt melden. Dieses will die Daten dann an Verbraucherinformationsdienste weitergeben, die diese wiederum vermarkten können.

Nach dieser Idee könnten dann die Verbraucher gezielt die günstigste Tankstelle ansteuern. "Wenn davon genug Gebrauch gemacht wird, kann dies dem Wettbewerb auf die Sprünge helfen", so Mundt.

Einen direkten Einfluss auf die Spritpreise könne das Amt aber nicht nehmen, so der Behörden-Chef. Aufgabe des Kartellamtes sei es, für wettbewerbsfreundliche Strukturen auf den Märkten zu sorgen.

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Teuerstes Tankjahr aller Zeiten

Auf dem Laufenden zu bleiben ist für Verbraucher nicht mehr so einfach. Die Preise an den Tankstellen ändern sich mittlerweile an jedem Tag. Im laufenden Jahr gab es an 361 Tagen eine Preissenkung und eine Preiserhöhung, teilte der Tankstellenkonzern Aral mit. Auch das Ausmaß der Preisveränderungen ist so ausgeprägt wie noch nie. Es lag im Schnitt bei 4,3 Cent je Liter. "Ohne die Erhöhungsversuche hätte das Tankstellengeschäft nicht kostendeckend betrieben werden können", heißt es in der Aral-Mitteilung.

Der Durchschnittspreis für einen Liter Superbenzin der meistgetankten Sorte E5 betrug im Aral-Netz 1,643 Euro, für Diesel 1,49 Euro. Damit war 2012 das teuerste Tankjahr aller Zeiten. Die Durchschnittspreise lagen um sieben bis acht Cent höher als vor einem Jahr. Als einen Grund nennt Aral den hohen Rohölpreis. In Dollar war Rohöl im vergangenen Jahr im Durchschnitt kaum teurer als im Jahr zuvor. Umgerechnet kostete ein Barrel (159 Liter) jedoch 87 Euro und damit acht Euro mehr als im Vorjahr und so viel wie noch nie.

Noch vor zehn Jahren gab es lediglich an 73 Tagen Preiserhöhungen, also ein bis zwei Mal pro Woche. Die Branche erklärt das mit einem intensiven Wettbewerb, Kritiker sprechen von einer Verwirrungstaktik der Mineralölkonzerne zur Gewinnmaximierung.

Genau an diesem Punkt soll nun die neue Transparenzstelle eingreifen. Völlig offen ist, ob diese Meldestelle, die alle Autofahrer mit aktuellen und korrekten quasi amtlichen Preisdaten versorgen soll, den Preiswettbewerb eher dämpft oder nochmals anheizt. Dazu liegen keine Erfahrungen vor.

"Wir sehen durch die Markttransparenzstelle auf jeden Fall Vorteile für den Verbraucher", sagte Andreas Hölzel vom ADAC in München. Durch informierte Verbraucher könne sich der Wettbewerb auf dem Benzinmarkt verbessern und damit auch das Preisniveau insgesamt im Zaum gehalten werden.