Telekom-Prozess: Vorwürfe gegen Ricke
03.09.10

Foto: dpa bildfunk
Journalisten und Gewerkschaftler bespitzelt
Im Prozess um die Telekom-Spitzelaffäre hat einer der Angeklagten neue Vorwürfe gegen Ex-Konzernchef Kai-Uwe Ricke erhoben. Ein langjähriger leitender Mitarbeiter der Telekom-Sicherheitabteilung, Klaus T., erklärte vor dem Landgericht Bonn, er habe Ricke bereits wesentlich früher als bislang bekannt in seine illegalen Nachforschungspläne eingeweiht.
Die Telekom-Führung war 2005 fieberhaft auf der Suche nach einem Insider, der Interna an die Presse weitergab. Ricke hatte deshalb die Konzernsicherheit mit der Suche nach dem Informanten beauftragt. Nun gab Klaus T. zu Protokoll, er haben Ricke bereits im Januar 2005 in einem Vier-Augen-Gespräch vorgeschlagen, die Telefondaten von mutmaßlichen Insidern zu erfassen - ein klarer Rechtsverstoß. Ricke hätte demnach die illegalen Schnüffelmethoden schon damals verbieten können.
Die Telekom-Führung war 2005 fieberhaft auf der Suche nach einem Insider, der Interna an die Presse weitergab. Ricke hatte deshalb die Konzernsicherheit mit der Suche nach dem Informanten beauftragt. Nun gab Klaus T. zu Protokoll, er haben Ricke bereits im Januar 2005 in einem Vier-Augen-Gespräch vorgeschlagen, die Telefondaten von mutmaßlichen Insidern zu erfassen - ein klarer Rechtsverstoß. Ricke hätte demnach die illegalen Schnüffelmethoden schon damals verbieten können.
Staatsanwalt will Spur nachgehen
Staatsanwalt Ulrich Kleuser will der neuen Spur nachgehen: "Falls das stimmt, könnten die Ermittlungen gegen Ricke wieder aufgenommen werden." Er werde viele Fragen an Klaus T. haben, wenn die Verhandlung nächsten Freitag weitergeht. Bisher konnte die Staatsanwaltschaft Ricke und Ex-Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel keine Verfehlungen nachweisen und stellte die Ermittlungen gegen beide daher im Juni ein. Ricke und Zumwinkel haben die Vorwürfe stets zurückgewiesen.Die Sicherheitsabteilung der Telekom hatte vor fünf Jahren einige Dutzend Aufsichtsräte, Gewerkschafter und Journalisten ausspioniert. Deswegen sitzen nun drei ehemalige Telekom-Mitarbeiter auf der Anklagebank. Der vierte Beschuldigte, der Chef einer Berliner IT-Firma, blieb dem Prozess wegen einer Erkrankung fern.
















