Stellenabbau bei Karstadt: Mitarbeiter werden informiert
17.07.12
Karstadt soll effizienter werden - doch ohne Stellenabbau geht es nicht.Foto: dpa bildfunk
Es droht keine Schließungswelle
Bei Karstadt regiert der Rotstift. Das Management des Warenhauskonzerns plant überraschend tiefe Einschnitte beim Personal: Von den 25.000 Arbeitsplätzen werden 2.000 bis Ende 2014 gestrichen - ein Schock für die Belegschaft.
In einer Rede benachrichtigte hatte Karstadt-Chef Jennings sie über die Lage und Kündigungspläne des Unternehmens informiert. Drei Jahre nach der Karstadt-Pleite geht in den Filialen wieder die Angst um den Arbeitsplatz um. Jennings will den Warenhausriesen endlich effizienter machen. “Das ist schmerzhaft. Aber wir leiden nicht nur unter komplexen und ineffizienten Altstrukturen, sondern befinden uns auch im wirtschaftlich schwierigen Umfeld der Eurokrise“, sagte er der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung'.
Es drohe allerdings keine Schließungswelle bei den Filialen. Alle Häuser lieferten gegenwärtig einen positiven Ergebnisbeitrag - konkrete Zahlen zur Ertragslage des Unternehmens wollte er allerdings nicht nennen.
Doch wer von den rund 25.000 Beschäftigten muss jetzt gehen? Der Stellenabbau wird nach Angaben der Gewerkschaft Verdi in drei Phasen erfolgen. Demnach sollen 2013 etwa 900 Stellen wegfallen, 2014 1.000 und 2015 dann noch einmal rund 100. "Wie sich das auf die einzelnen Standorte in Deutschland aufteilt, ist derzeit nur in Ansätzen auszumachen", sagte der Verdi-Handelsexperte für Baden-Württemberg, Bernhard Franke. Fest stehe jedoch, dass alle befristeten Stellen nicht verlängert würden.
Nach Angaben der Gewerkschaft sollen in der Hauptverwaltung in Essen 2013 rund 80, 2014 nochmals 100 und ein Jahr darauf 100 Stellen wegfallen. Der "Verschlankung der Verwaltung" fallen bundesweit insgesamt 70 Arbeitsplätze zum Opfer. In der Führung der Filialen kommen zusätzlich 178 Streichungen dazu. Geplant seien außerdem Frühpensionierungen, die Nichtverlängerung von befristeten Verträgen sowie der freiwillige Austritt von Beschäftigten aus dem Unternehmen.
In einer Rede benachrichtigte hatte Karstadt-Chef Jennings sie über die Lage und Kündigungspläne des Unternehmens informiert. Drei Jahre nach der Karstadt-Pleite geht in den Filialen wieder die Angst um den Arbeitsplatz um. Jennings will den Warenhausriesen endlich effizienter machen. “Das ist schmerzhaft. Aber wir leiden nicht nur unter komplexen und ineffizienten Altstrukturen, sondern befinden uns auch im wirtschaftlich schwierigen Umfeld der Eurokrise“, sagte er der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung'.
Es drohe allerdings keine Schließungswelle bei den Filialen. Alle Häuser lieferten gegenwärtig einen positiven Ergebnisbeitrag - konkrete Zahlen zur Ertragslage des Unternehmens wollte er allerdings nicht nennen.
Doch wer von den rund 25.000 Beschäftigten muss jetzt gehen? Der Stellenabbau wird nach Angaben der Gewerkschaft Verdi in drei Phasen erfolgen. Demnach sollen 2013 etwa 900 Stellen wegfallen, 2014 1.000 und 2015 dann noch einmal rund 100. "Wie sich das auf die einzelnen Standorte in Deutschland aufteilt, ist derzeit nur in Ansätzen auszumachen", sagte der Verdi-Handelsexperte für Baden-Württemberg, Bernhard Franke. Fest stehe jedoch, dass alle befristeten Stellen nicht verlängert würden.
Nach Angaben der Gewerkschaft sollen in der Hauptverwaltung in Essen 2013 rund 80, 2014 nochmals 100 und ein Jahr darauf 100 Stellen wegfallen. Der "Verschlankung der Verwaltung" fallen bundesweit insgesamt 70 Arbeitsplätze zum Opfer. In der Führung der Filialen kommen zusätzlich 178 Streichungen dazu. Geplant seien außerdem Frühpensionierungen, die Nichtverlängerung von befristeten Verträgen sowie der freiwillige Austritt von Beschäftigten aus dem Unternehmen.
Bislang Sanierungen für 160 Millionen Euro
Die Gewerkschaft kritisierte die Pläne des Karstadt-Chefs als “völlig falsches Signal“ an die Belegschaft und die Kunden“. Die Unternehmensführung und Investor Nicolas Berggruen sollten lieber mehr Geld in die Modernisierung der klassischen Warenhäuser investieren statt Stellen zu streichen, so Verdi-Sprecher Christoph Schmitz.Jennings verteidigte den Stellenabbau gegen die Gewerkschaftskritik. "Wir machen das nicht, weil wir das wollen, aber aus geschäftlicher Sicht haben wir keine andere Wahl", sagte er vor hunderten Mitarbeitern der Konzernzentale in Essen. "Gemeinsam können wir das Unternehmen nach vorn bringen". Er betonte, dass der Abbau so sozial verträglich erfolgen solle wie möglich beispielsweise durch den Wegfall zeitlich befristeter Stellen.
Verdi fürchtet, dass der angekündigte Abbau von 2.000 Jobs allerdings auch mit Hilfe betriebsbedingter Kündigungen umgesetzt werden könnte. "Wir nehmen ernst, dass das Unternehmen sozialverträgliche Lösungen wie auslaufende befristete Verträge und freiwillige Abgänge anstrebt. Aber wir sorgen uns auch um mögliche Kündigungen", sagte Sabine Gatz, Verdi-Handelsexpertin in Niedersachsen und Bremen. Nach ihren Informationen dürften vor allem auf die Karstadt-Filiale in Celle harte Einschnitte zukommen: "Der Standort soll überproportional betroffen sein."
Nach Ansicht des arbeitgebernahen Handelsinstitutes EHI reagiert Karstadt mit dem Arbeitsplatzabbau sowohl auf einen steigenden Kostendruck als auch auf eine getrübte Konsumstimmung. "Karstadt zieht Plan B", sagte EHI-Geschäftsführer Michael Gerling. Der Abbau von 2.000 Arbeitsplätzen sei aber kein Signal für eine erneute Krise des Warenhauskonzerns. "Ich glaube, dass Karstadt auf dem richtigen Weg ist", betonte Gerling.
Berggruen hatte Karstadt im Jahr 2010 nach einer Bieterschlacht aus der Insolvenz übernommen. Seitdem seien 160 Millionen Euro in die Häuser, die Technik und die Infrastruktur investiert worden, teilte Karstadt mit. Das Investitionsprogramm solle weiter vorangetrieben und die Modernisierung des Filialnetzes fortgesetzt werden.
Ein Trostpflaster bleibt den Beschäftigten: Wie bereits früher in Aussicht gestellt, kündigte Karstadt die Rückkehr zum Flächentarifvertrag des Einzelhandels zum 1. September an. Damit erhielten die Mitarbeiter 2012 zum ersten Mal seit sechs Jahren wieder ihr reguläres Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld. Insgesamt soll sich für die Beschäftigten eine Entgeltsteigerung um acht Prozent ergeben.
















