Steinbrück: Mindestens 7.000 Euro für ein Interview
30.09.12
Peer Steinbrück hat gut lachen: Mit Nebentätigkeiten verdient er viel Geld.Foto: dpa bildfunk
Neue Dimension der Selbstvermarktung
Dass sich Politiker Reden und Auftritte in der Wirtschaft oft fürstlich bezahlen lassen, ist nicht unüblich. Peer Steinbrück ist laut einem Bericht des 'Focus' aber noch einen Schritt weitergegangen: Der designierte SPD-Kanzlerkandidat soll für zehn Antworten in einem Interview mindestens 7.000 Euro bekommen haben. Insider gingen sogar von einem fünfstelligen Betrag aus, berichtet das Magazin.
Demnach gab Steinbrück 2011 ein Interview zum Thema "Öffentlich Private Partnerschaften", das im Geschäftsbericht des Baukonzerns Bilfinger Berger erschienen ist. Beim Bundespräsidenten gab er dafür wie es vorgeschrieben ist Honorarstufe drei (mindestens 7.000 Euro) an. Der wirkliche Auftraggeber blieb allerdings lange im Dunkeln, da Steinbrück statt des Baukonzerns lediglich die Agentur Brunswick als Auftraggeber angab, die das Gespräch geführt und das Honorar an ihn weitergeleitet hatte.
Demnach gab Steinbrück 2011 ein Interview zum Thema "Öffentlich Private Partnerschaften", das im Geschäftsbericht des Baukonzerns Bilfinger Berger erschienen ist. Beim Bundespräsidenten gab er dafür wie es vorgeschrieben ist Honorarstufe drei (mindestens 7.000 Euro) an. Der wirkliche Auftraggeber blieb allerdings lange im Dunkeln, da Steinbrück statt des Baukonzerns lediglich die Agentur Brunswick als Auftraggeber angab, die das Gespräch geführt und das Honorar an ihn weitergeleitet hatte.
Spitzenreiter bei Nebenjobs im Bundestag
"Mir ist kein einziger Fall bekannt, in dem ein Abgeordneter Geld für Interviews bekommen hätte", zitiert der 'Focus' Martin Reyher von der Nichtregierungsorganisation 'Abgeordnetenwatch'. Dennoch hat Steinbrück nichts Illegales getan – er hat nur viele Nebentätigkeiten.Zwischen Oktober 2009 und Februar 2012 soll er nicht weniger als 75 Vorträge gehalten und dafür in der Regel mehr als 7.000 Euro bekommen haben. Somit hätte er allein mit seinen Reden in dieser Zeit mindestens eine halbe Million Euro eingenommen. Weitere Einnahmen hat er durch publizistische Tätigkeiten und seine Buchhonorare. Laut Angaben des Bundestags über die Nebeneinkünfte der 620 Parlamentarier ist Steinbrück sogar Spitzenreiter bei Nebenjobs.
Generell müssen Parlamentarier alle Nebentätigkeiten offenlegen, die mehr als 1.000 Euro im Monat oder 10.000 Euro pro Jahr einbringen. Diese werden in drei Gruppen unterteilt: Stufe eins erfasst einmalige oder regelmäßige Einkünfte von 1.000 bis 3.500 Euro. Stufe zwei gilt bis 7.000 Euro und für alle Einnahmen über 7.000 Euro greift Stufe drei – hier kann der Verdienst allerdings auch viel höher liegen.















