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Sieg in Südkorea: Vettel stürmt an die WM-Spitze

14.10.12
Mark Webber (l.) und Sebastian Vettel, Red Bull RacingErster Doppelsieg der Saison: Sebastian Vettel und Mark Webber auf 1 und 2
Foto: Getty Images/Bongarts

SuperSeb, der Dominator ist zurück. Mit seinem dritten Sieg in Serie hat Sebastian Vettel beim Großen Preis von Südkorea seinen WM-Endspurt fortgesetzt und erstmals seit dem 27. Mai wieder die Führung in der WM-Wertung übernommen.

"Yoohooooo, yes. Danke Jungs für die fantastische Arbeit", brüllte Vettel via Boxenfunk, nachdem ihn Südkoreas neuer Rap-Star "Psy" mit der schwarz-weiß-karierten Flagge abgewunken hatte. Wie schon vor einer Woche in Suzuka dominierte Vettel in Yeongam nach Belieben und feierte einen souveränen Start-Ziel-Sieg.

Teamkollege Mark Webber machte als Zweiter den Triumph von Red Bull perfekt und hielt damit auch Ferrari-Star Fernando Alonso auf Distanz. Der Spanier sicherte sich Platz 3 und betrieb Schadensbegrenzung. Zwar verlor Alonso seine WM-Führung, mit sechs Punkten Rückstand bleibt er dem neuen Spitzenreiter Vettel (215 Punkte) vor den verbleibenden vier Saison-Rennen jedoch dicht auf den Fersen. "Wir müssen damit zufrieden sein. Das werden vier wunderschöne Rennen bis zum Schluss", sagte Alonso.

Neben Vettel zeigte auch Nico Hülkenberg eine tolle Vorstellung. Der 25-Jährige steuerte seinen Mercedes befeuerten Force India hinter Felipe Massa im zweiten Ferrari und Lotus-Pilot Kimi Räikkönen auf Platz 6 und war damit bester 'Mercedes-Pilot'. "Ich hatte ein fettes Grinsen im Gesicht und habe gejubelt, als wenn ich einen Grand Prix gewonnen habe", freute sich Hülkenberg.

Sowohl das Mercedes-Werksteam als auch die ebenfalls von Mercedes angetriebenen McLaren erlebten auf dem 5,615 km langen Korea International Circuit dagegen ein Desaster. Silberpfeil-Pilot Nico Rosberg und McLaren-Mann Jenson Button schieden bereits kurz nach dem Start aus. Michael Schumacher verpasste auf der zweiten Station seiner Abschiedstournee als 13. die Punkte deutlich, Lewis Hamilton rettete im zweiten McLaren von Startposition 3 als Zehnter gerade noch ein WM-Pünktchen. Der fünfte deutsche Pilot im Feld, Timo Glock, belegte im Marussia Rang 18.

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Reifen lassen Vettel fast im Stich

Unter dem wolkenlosen Himmel von Yenogam lief schon am Start alles nach Plan für Vettel: Von Position 2 schlüpfte der 25-Jährige in der ersten Kurve am Pole-Mann, seinem Teamkollegen Webber, vorbei. Auch Alonso machte eine Position gut, schnappte sich von Startplatz 4 den vor ihm gestarteten Hamilton und attackierte anschließend auch Webber. Doch der Australier behauptete sich vor dem Spanier.

Dahinter krachte es wieder einmal, diesmal jedoch ohne die Beteiligung von 'Crash-Kid' Romain Grosjean, der zuletzt mit mehreren Startunfällen negativ aufgefallen war. Sauber-Pilot Kamui Kobayashi übernahm den Part des Pisten-Rambos und räumte Button und Rosberg von der Strecke. "Das macht so keinen Spaß. Jetzt bin ich schon zum zweiten Mal in Folge am Start abgeschossen worden“, haderte Rosberg, der schon in der Vorwoche in Suzuka nach einer Start-Kollision mit Williams-Fahrer Bruno Senna früh ausgeschieden war.

Mehr Aufreger sollte es im Verlauf des überwiegend ereignislosen 16. WM-Laufs in der südkoreanischen Einöde nicht mehr geben. Dazu waren Vettel und sein Red Bull einfach zu überlegen. Der Südkorea-Vorjahressieger machte dort weiter, wo er vor einer Woche bei seinem überlegenen Japan-Triumph aufgehört hatte. Mit einer schnellen Runde nach der anderen setzte sich der Weltmeister von seinen Verfolgern ab. Bis zu den ersten Boxenstopps, die die ersten Drei in den Runden 15 und 16 absolvierten, hatte Vettel bereits einen Vorsprung von knapp vier Sekunden heraus gefahren.

Als Webber in Runde 33 zu seinem zweiten Stopp in die Boxengasse abbog, hatte sich der Rückstand des 36-Jährigen verdoppelt. Auch ein heftiger Verbremser von Vettel zwei Umläufe später machte das Rennen nicht spannender. Vettel büßte durch diesen Fahrfehler zwar rund drei Sekunden auf Webber ein, steuerte jedoch unmittelbar seine Box an, um sich planmäßig zum zweiten Mal neue Reifen zu holen.

Zurück auf der Strecke hatte Vettel bald wieder 10 Sekunden zwischen sich und seinen Stallgefährten gelegt, der seinerseits Alonso ohne Probleme auf Distanz hielt. Von der Red-Bull-Box bekam Vettel die klare Ansage, nicht schon wieder zu viel für die schnellste Rennrunde zu riskieren. "Achte auf deine Reifen, sei vorsichtig", funkte der Kommandostand immer wieder. In den Schlussrunden musste Vettel tatsächlich noch einmal zittern, weil seine Vorderreifen stark abbauten.

Doch die Gummis hielten und der Weltmeister rettete seinen vierten Saisonsieg, den 25. Erfolg seiner Karriere, mit rund acht Sekunden Vorsprung ins Ziel. Damit zog er in der ewigen Bestenliste mit den ehemaligen Größen Niki Lauda und Jim Clark gleich. "Ich bin sehr erleichtert. Es war ein fantastisches Rennen für uns, es hätte fast nicht besser sein können", sagte Vettel, der durch seine Aufholjagd in den letzten drei Rennen dem Titel-Hattrick eine großen Schritt näher gekommen ist. "Ich bin sehr glücklich und hoffe, dass es so weitergeht." Beim nächsten Rennen in 14 Tagen in Indien stand Vettel schon im vergangenen Jahr ganz oben auf dem Podium.

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