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"Schlächter von Montreal" sitzt jetzt in U-Haft

05.06.12 23:09
Leiche zerstückelt: Verdächtiger Pornodarsteller Magnotta in Berlin geschnapptIn diesem Berliner Internetcafé wurde Magnotta verhaftet. Hat er auch von der Leiche gegessen?
Foto: Reuters

So wurde der Pornostar gefasst

Der international gesuchte und in Berlin gefasste kanadische Pornodarsteller sitzt vorerst in der Hauptstadt hinter Gittern. Die Polizei lieferte den 29-Jährigen mit dem Künstlernamen Luka Rocco Magnotta in das Untersuchungsgefängnis Moabit ein. Dort wird er wohl bleiben, bis er an Kanada ausgeliefert wird. Ihm wird vorgeworfen, in seiner Heimat einen chinesischen Studenten vor laufender Kamera zerstückelt zu haben.

Zuvor habe ein Richter eine sogenannte Festhalteanordnung gegen den Mann erlassen, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, mit. Magnotta war mit internationalem Haftbefehl gesucht und in einem Internetcafé in Berlin geschnappt worden. Der 29-Jährige habe keine Einwände gegen eine Auslieferung erhoben, sagte der Sprecher. Damit könnte sich das komplizierte Verfahren verkürzen.

Interpol hatte den Mann in 190 Ländern gesucht. Magnotta soll die Leichenteile an Kanadas Regierungsparteien geschickt haben. Gefasst wurde er dank eines aufmerksamen Berliners. Nach 7.000 Kilometern Flucht kämpfte der 29-Jährige nicht mehr. Widerstandslos ließ er sich im Stadtteil Neukölln festnehmen. Mit den Worten “Ihr habt mich!“ ergab er sich der Polizei.

Zum Verhängnis wurde ihm sein Narzissmus. In einem Internetcafé hatte sich der Mann, den kanadische Zeitungen den “Schlächter von Montreal“ nennen, Pornos und Zeitungsartikel angeschaut - über sich selbst. “Ich lese viel, deshalb habe ich ihn erkannt“, sagte Kadir Anlayisl. Der Fremde habe auf Französisch nach einem Internetzugang gefragt. Der Ladenbesitzer hat dann auf der Straße einen Polizeiwagen angehalten. Sieben Polizisten seien schließlich in den Laden gegangen. Der Kanadier habe erst einen falschen Namen gesagt, dann aber resigniert mit den Worten: “You got me!“. Er wurde in Handschellen abgeführt. “Ich habe nur meine Pflicht getan“, sagte Anlayisli. Ob er erschrocken sei? “Eigentlich schon, ja“, gestand er.

Der Fahndungserfolg beweist laut Interpol die Bedeutung der internationalen Polizeikooperation. Das Netzwerk hatte in der vergangenen Woche unter anderem eine sogenannte ‘Red Notice‘ zu Magnotta an alle 190 Mitgliedsländer geschickt und sie zur Mithilfe bei der Fahndung aufgerufen.

Nach der Festnahme kommen jetzt immer mehr gruselige Details über das Verbrechen ans Licht. Demnach soll der 29-jährige Luka Rocco Magnotta das Opfer nicht nur vor laufender Kamera ermordet, sondern dessen Fleisch anschließend auch gegessen haben, wie die 'Montréal Gazette' berichtet.

Die Montréaler Polizei bestätigte den Vorgang zunächst nicht. Eine Sprecherin der Behörde sagte jedoch, dass der Verdacht des Kannibalismus von dem Video stammt, das Magnotta ins Internet gestellt hatte. Die Aufnahmen seien inzwischen gesperrt, aber einzelne Medien hätten offensichtlich Zugang zu ihnen bekommen, meinte die Polizeisprecherin.

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Hatte Magnotta eine Beziehung zur ‘Schulmädchenkillerin‘?

Der bizarre Fall hatte begonnen, als ein Paket mit Blutflecken bei Kanadas Regierungspartei in Ottawa eintraf. Die Konservativen riefen die Polizei und die entdeckte den schon verwesenden Fuß eines Menschen in der anonymen Sendung. In der Hauptpost wurde später noch ein Päckchen für die Liberale Partei gefunden, darin die Hand eines Menschen. Am selben Tag entdeckten Polizisten in Montreal, 200 Kilometer östlich der Hauptstadt, einen menschlichen Torso.

Schon bald fahndete die Polizei nach Magnotta, der sich auch Wladimir Romanow nennt. Bilder zeigen ihn, mal als Mann, mal als Frau, wie er stets bis aufs Detail bedacht posiert, dank Kontaktlinsen mal mit strahlend blauen, mal mit dunklen und mal sogar mit blutroten Augen. Berüchtigt wurde der Pornostar durch ganz andere Videos: Darin hatte er kleine Kätzchen erst grausam gequält und schließlich getötet.

“Er suchte immer verzweifelt nach Aufmerksamkeit“, sagte eine Expertin dem Sender CNN. War das auch Auslöser für die Tat, wegen der Magnotta nun von Interpol bis Berlin gejagt wurde? Der Mann soll einen chinesischen Studenten, angeblich sein Freund, mit einem Eispickel getötet haben. Immer wieder habe er auf den 33-Jährigen eingestochen. Schließlich habe er ihn geköpft und dann auch andere Körperteile entfernt. Damit noch nicht genug: Magnotta nahm alles auf und veröffentlichte das Video im Netz.

Die Nachrichten in Kanada kennen kaum ein anderes Thema als die Festnahme in Berlin. Glückwünsche für die Polizei kamen von Premierminister Stephen Harper persönlich. Für das an grausame Verbrechen nicht gerade gewohnte Kanada war die Festnahme des “Schlächters von Montreal“ der erleichternde Abschluss einer aufsehenerregenden Bluttat – aber nur vorläufig. Denn es gibt wahrscheinlich eine Verbindung zu einem anderen Höhepunkt in der Verbrechensgeschichte des Landes: Magnotta soll eine Beziehung zu Karla Homolka gehabt haben, Kanadas berühmtester Serienmörderin. Er nannte das zwar “alles Lügen“, aber die Polizei ist sich sicher. Liegt hier das Motiv für das Verbrechen?

Homolka hatte mit ihrem Mann Anfang der neunziger Jahre mehrere junge Mädchen missbraucht und ermordet. Die als ‘Schulmädchenkillerin‘ in die Rechtsgeschichte eingegangene Frau hatte sogar ihre eigene Schwester betäubt, damit ihr Ehemann sie missbrauchen konnte. Die 15-Jährige war im Haus ihrer Eltern am eigenen Erbrochenen erstickt.

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2012-06-05
"Schlächter von Montreal" sitzt jetzt in U-Haft - RTL.de
Der international gesuchte und in Berlin gefasste kanadische Pornodarsteller sitzt vorerst in der Hauptstadt hinter Gittern. Die Polizei lieferte …
http://www.rtl.de/cms/news/rtl-aktuell/schlaechter-von-montreal-sitzt-jetzt-in-u-haft-22eb5-51ca-24-1145402.html
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