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Säure-Opfer beharrt auf Vergeltung

01.08.11
Racheaktion verschoben: Ameneh muss auf ihre Vergeltung wartenAmeneh wollte ihrem Peiniger selbst die Augen verätzen - die Racheaktion wurde jetzt verschoben.
Foto: dpa

Ameneh will für Vergeltung kämpfen

Auge um Auge - dieser Vergeltungs-Gedanke ist im islamischen Iran noch immer geltendes Recht. Am 14. Mai diesen Jahres, sollte Ameneh Bahrami dem Mann, der ihr vor sieben Jahren das Augenlicht nahm, selbst Säure in die Augen träufeln. Damit sollte auch er erblinden. Ein Gericht hatte ihre diese Rache-Aktion bewilligt. Doch in letzter Minute wurde diese abgeblasen und auf unbestimmte Zeit verschoben.

Nach Angaben ihres deutschen Verlages sei sie "wütend und traurig" über die Verschiebung. Drei Tage nach der verschobenen Vollstreckung zeigt sich die 32-Jährige jedoch zielstrebig: „Ich beharre auf dem Qisas, der Vergeltung und werde nun noch entschlossener dafür kämpfen“, sagte die Iranerin.

Laut Angaben der 'TIME' habe Ameneh Bahrami deutlich gemacht, dass sie in erster Linie die Bestrafung ihres Peinigers anstrebt. Würden sich jedoch Menschenrechtsorganisationen einschalten, könne sie auch zwei Millionen Euro und seine lebenslange Inhaftierung akzeptieren.

Die Blendung ihres Peinigers sei von der iranischen Justiz "aus fadenscheinigen Gründen" abgesagt worden, zitierte der mvg-Verlag die 32-Jährige in einer Mitteilung. "Angeblich war kein Arzt da. Das stimmte aber nicht. Bei uns stand ein Arzt, der sagte, dass er extra für die Vollstreckung gekommen ist." Später habe es geheißen, es sei versehentlich das falsche Krankenhaus gewählt worden. Bisher gab die iranische Justizbehörde keinen offiziellen Grund für die Verschiebung der Vergeltungsaktion an. Ameneh sei lediglich gesagt wurden, dass “die Vollstreckung nur verschoben ist und sie diese Woche nachgeholt wird."

Bahrami hat Peiniger verziehen
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Nach sieben Jahren: Gericht erlaubt Rache
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Ameneh verteidigt Rache-Entscheidung

Die Menschenrechtsorganisation 'Amnesty International' hatte die iranischen Behörden aufgefordert, die Bestrafung zu unterbinden. Die Vollstreckung des Urteils müsse verhindert werden, heißt es in einer Stellungnahme von Amnesty. "Es ist unglaublich, dass die iranischen Behörden solch eine Bestrafung in Erwägung ziehen", sagte Hassiba Hadj Sahraoui, stellvertretender Direktor des Nahost- und Nordafrikaprogrammes von Amnesty. Blendung mit Säure sei inhuman und grausam bis hin zur Folter. Die iranischen Behörden hätten eine Verantwortung unter internationalem Recht, dies zu verhindern.

Vor sieben Jahren hatte ihr Freund Ameneh mit Säure übergossen, weil sie ihn nicht heiraten wollte. "Ich bin sehr glücklich, dass ich ihm selbst die Säure in die Augen träufeln darf. Ich glaube, dass ich das viel besser manchen kann als jede andere Person. Ich will nicht, dass sich ein anderer Mensch mit solch einer Tat belastet“, hatte Ameneh nach dem Gerichtsurteil gesagt, welches jetzt zunächst doch nicht vollstreckt wird.

Für viele Menschen war die Rache-Erlaubnis ein unfassbar grausames Urteil. Ameneh selbst sagt dazu: “Was ich tue, soll ein abschreckendes Beispiel sein für jeden Mann, der sich von einer Frau, die er angeblich liebt, zurückgestoßen fühlt und mit einem Anschlag Rache nehmen will. Ich will keine Rache, ich will nur dass das Gesetz hilft und andere Menschen nicht das erleiden müssen, was ich erleiden musste."

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