Röttgen nimmt Merkels Demontage nicht hin
21.05.12
Norbert Röttgen will seine Demontage durch Kanzlerin Angela Merkel offenbar nicht einfach so hinnehmen.Foto: dpa bildfunk
Ex-Bundesumweltminister will CDU-Vize bleiben
Der am Mittwoch entlassene Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) will seine Demontage durch Kanzlerin Angela Merkel offenbar nicht widerstandslos hinnehmen. Röttgen möchte nach Informationen von 'Bild am Sonntag' sein Amt als stellvertretender CDU-Vorsitzender behalten - damit bliebe er zumindest bis zum Wahlparteitag im Dezember erster Stellvertreter von CDU-Chefin Merkel. 2013 will Röttgen zudem wieder für den Bundestag kandidieren.
Nach Informationen aus seinem Umfeld wolle Röttgen schon bald die bisherige Darstellung der Umstände seiner Entlassung öffentlich korrigieren, schreibt das Blatt. Merkel habe ihm vor der NRW-Wahl versichert, selbst bei einer Niederlage sei er als Umweltminister für das Großprojekt Energiewende unverzichtbar. Die Kanzlerin hatte bei der Entlassung Röttgens aus dem Bundeskabinett angedeutet, nach dem Absturz der NRW-CDU sei Röttgen politisch geschwächt.
Lob und Rückhalt erhielt Röttgen vom stellvertretenden CDU-Vorsitzenden in Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet: "Norbert Röttgen wird weiterhin zu unserer CDU-Familie in Nordrhein-Westfalen gehören. Er ist eine einzigartige Verbindung von Intelligenz, Charme und Humor. Norbert Röttgen ist privat gewinnend, und man trifft sich gern mit ihm. Er ist keineswegs arrogant. Hier wird oft ein falsches Bild von ihm gezeichnet."
Nach Informationen aus seinem Umfeld wolle Röttgen schon bald die bisherige Darstellung der Umstände seiner Entlassung öffentlich korrigieren, schreibt das Blatt. Merkel habe ihm vor der NRW-Wahl versichert, selbst bei einer Niederlage sei er als Umweltminister für das Großprojekt Energiewende unverzichtbar. Die Kanzlerin hatte bei der Entlassung Röttgens aus dem Bundeskabinett angedeutet, nach dem Absturz der NRW-CDU sei Röttgen politisch geschwächt.
Lob und Rückhalt erhielt Röttgen vom stellvertretenden CDU-Vorsitzenden in Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet: "Norbert Röttgen wird weiterhin zu unserer CDU-Familie in Nordrhein-Westfalen gehören. Er ist eine einzigartige Verbindung von Intelligenz, Charme und Humor. Norbert Röttgen ist privat gewinnend, und man trifft sich gern mit ihm. Er ist keineswegs arrogant. Hier wird oft ein falsches Bild von ihm gezeichnet."
Kauder warnt vor Abrechnung mit Merkel
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) verteidigte indes Röttgens Rauswurf durch Merkel. Für die Energiewende müsse der zuständige Minister seine ganze Autorität in die Waagschale werfen können, sagte Schäuble der 'Bild am Sonntag'. Zur Kritik an Merkels Vorgehen sagte er: "Es ging nicht nur darum, was für einen talentierten Kollegen menschlich das Beste ist, sondern es ging um die großen Aufgaben, die diese Regierung noch vor sich liegen hat."Auch Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) verteidigte Merkel: "Für eine Kanzlerin darf es am Ende nur darauf ankommen, was das Beste für das Land ist. Wenn die Bundeskanzlerin kein Vertrauen mehr hat, dass ihr zuständiger Minister ein vitales Projekt wie die Energiewende noch managen kann, dann muss sie so handeln", sagte sie dem 'Spiegel'.
Unionsfraktionschef Volker Kauder warnte Röttgen derweil vor einer möglichen Abrechnung mit Kanzlerin Angela Merkel. "In der Union kann jeder seine Meinung sagen. Vor allem für uns, die wir Verantwortung tragen, muss aber gelten: Zuerst kommen das Land und die Menschen, dann erst die Partei und ganz zum Schluss komme ich", sagte er der 'Bild'.
"Es ist bezeichnend, dass die Kanzlerin durch die Demütigung eines alten Weggefährten Stärke zu zeigen versucht", kritisierte hingegen der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel in derselben Zeitung. Angesichts des Zustands der Koalition sei es sinnvoll, die Bundestagswahl vorzuziehen: "Es wäre für Deutschland gut, wenn diese Selbstblockade der Bundesregierung endlich durch Neuwahlen beendet würde." Allerdings werde es dazu wohl nicht kommen. Bei wichtigen Themen wie Bildung, demografischem Wandel, Atomausstieg und Pflege gingen so eineinhalb Jahre verloren.
















