Rockerbanden droht bundesweites Verbot
02.06.12
Den Rockerclubs Hells Angels und Bandidos droht ein bundesweites Verbot.Foto: dpa bildfunk
Umfrage zu Verbot: Deutsche haben die Nase voll von den Rockern
Die Rocker haben ihren Kredit verspielt, ihnen droht nun ein bundesweites Verbot. Um einen Verein auf Bundesebene verbieten zu können, muss eine bundesweite Organisationsstruktur der Clubs bestehen. Das will Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) nun prüfen.
"Sollte das der Fall sein, gibt es kein Ermessen mehr, sondern die Pflicht des Bundes, entsprechend auf Bundesebene Verbote auszusprechen", sagte Friedrich zum Abschluss der Innenministerkonferenz in Göhren-Lebbin (Mecklenburg-Vorpommern).
Unterdessen werden brisante Verstrickungen zwischen Rockern und Behörden immer deutlicher. Berlins Polizeivizechefin Margarete Koppers räumte ein, dass Verräter in den eigenen Reihen schon seit längerem ein Problem seien. Ähnliche Fälle wurden auch bei Ermittlungen gegen die Hells Angels in Kiel bekannt.
Noch bevor in der Hauptstadt das Verbot einer Gruppe der Hells Angels durchgesetzt werden konnte, hatte der Club offenbar davon erfahren und sich kurzerhand selbst aufgelöst. Um überhaupt Beweise sicherstellen zu können, musste die Polizei früher als geplant zuschlagen. Inzwischen sucht die Fachdienststelle für Polizeidelikte unter Hochdruck den 'Maulwurf'.
In einer Forsa-Umfrage für RTL sprachen sich 61 Prozent der Befragten für ein bundesweites Verbot aus, nur 33 Prozent sind dagegen. Vor allem die älteren Deutschen wollen die Rocker nicht mehr sehen. Von den über 60-Jährigen sind 75 Prozent für ein Verbot. Ein Blick auf die Parteien zeigt, dass lediglich unter den Piratenwählern eine Mehrheit gegen ein Verbot ist. SPD-Wähler wollen zu 66 Prozent ein Verbot im Vergleich zu 64 Prozent der CDU/CSU-Wähler.
"Sollte das der Fall sein, gibt es kein Ermessen mehr, sondern die Pflicht des Bundes, entsprechend auf Bundesebene Verbote auszusprechen", sagte Friedrich zum Abschluss der Innenministerkonferenz in Göhren-Lebbin (Mecklenburg-Vorpommern).
Unterdessen werden brisante Verstrickungen zwischen Rockern und Behörden immer deutlicher. Berlins Polizeivizechefin Margarete Koppers räumte ein, dass Verräter in den eigenen Reihen schon seit längerem ein Problem seien. Ähnliche Fälle wurden auch bei Ermittlungen gegen die Hells Angels in Kiel bekannt.
Noch bevor in der Hauptstadt das Verbot einer Gruppe der Hells Angels durchgesetzt werden konnte, hatte der Club offenbar davon erfahren und sich kurzerhand selbst aufgelöst. Um überhaupt Beweise sicherstellen zu können, musste die Polizei früher als geplant zuschlagen. Inzwischen sucht die Fachdienststelle für Polizeidelikte unter Hochdruck den 'Maulwurf'.
In einer Forsa-Umfrage für RTL sprachen sich 61 Prozent der Befragten für ein bundesweites Verbot aus, nur 33 Prozent sind dagegen. Vor allem die älteren Deutschen wollen die Rocker nicht mehr sehen. Von den über 60-Jährigen sind 75 Prozent für ein Verbot. Ein Blick auf die Parteien zeigt, dass lediglich unter den Piratenwählern eine Mehrheit gegen ein Verbot ist. SPD-Wähler wollen zu 66 Prozent ein Verbot im Vergleich zu 64 Prozent der CDU/CSU-Wähler.
Holländischer Club in Nordrhein-Westfalen aktiv
Auch in Nordrhein-Westfalen ist die Rockerszene in Bewegung. Die große holländische Rockergruppe Satudarah will dort Fuß fassen. An diesem Wochenende soll die Gründung des ersten Satudarah-Chapters in Duisburg besiegelt werden. Ein örtlicher Rockerclub habe sich entschlossen, sich Satudarah anzuschließen, bestätigte die Duisburger Polizei. Erwartet würden etwa 200 Rocker. In den niederländischen Medien wird Satudarah immer wieder im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität und Dogenhandel erwähnt.Nach Angaben von Ermittlern verdichten sich die Hinweise auf bundesweite Rockerstrukturen. Auch die Aussage eines Kronzeugen vor einem Kieler Gericht spricht dafür. Demnach soll der Chef der Hells Angels in Hannover, Frank Hanebuth, eine führende Rolle bei der Rockerbande in Deutschland spielen und etwa der Ermordung eines Türken in Kiel zugestimmt haben. Hanebuth hat die Darstellung zurückgewiesen. Die Leiche ist bislang nicht gefunden worden.
Der Kieler Innenminister Klaus Schlie (CDU) bewertetet die Ermittlungen als Erfolg. "So weit waren wir noch nie", sagte er den 'Kieler Nachrichten'. Die Fahnder seien tief in die kriminellen Strukturen eingedrungen und hätten erhebliche Querverbindungen aufgedeckt, bis hin zu Korruptionsfällen in den Behörden.
















