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Proteste nach Schmähvideo: Westliche Welt ist besorgt

15.09.12
deutsche botschaft,angriff,sudanDemonstranten vor der US-Botschaft im sudanesischen Karthum.
Foto: Reuters

Weltsicherheitsrat fordert effizienten Schutz

Die Welle der Gewalt radikaler Muslime wegen eines islamfeindlichen Internetvideos hat weltweit Besorgnis ausgelöst. Der Weltsicherheitsrat verurteilte die Angriffe auf westliche Botschaften und forderte die Regierungen der betroffenen Staaten auf, ausländische Vertretungen effizient zu schützen.

Malaysia und andere Staaten verschärften die Sicherheitsvorkehrungen besonders vor US-Institutionen. Der malaysische Innenminister Hishammuddin Hussein erklärte: "Ich habe begriffen, dass so ein Film den geheimen Zweck verfolgt, eine negative Reaktion der muslimischen Gemeinschaft zu provozieren." Das könne er nicht hinnehmen.

Die Proteste erreichten inzwischen sogar Australien. In Sydney setzte die Polizei Tränengas gegen Hunderte demonstrierende Muslime ein, die zum US-Konsulat ziehen wollten. Es habe Verletzte gegeben, berichtete der Fernsehsender ABC. Teilnehmer trugen schwarze Dschihad-Fahnen sowie Transparente mit der Aufschrift: "Enthauptet all jene, die den Propheten beleidigen." Auch Parolen gegen Kopten waren zu hören.

Das in den USA privat hergestellte kurze Video stellt den Propheten Mohammed als Mörder, Kinderschänder und Frauenheld dar. YouTube hat den Zugang zu dem Film in Libyen, Ägypten, Indien und Indonesien zeitweise gesperrt. Der Mutterkonzern Google begründete dies mit "der sehr schwierigen Situation in Libyen und Ägypten" sowie mit Gerichtsbeschlüssen in den beiden anderen Ländern. Die US-Bundespolizei FBI hat nach Informationen der Zeitung 'Los Angeles Times' den mutmaßlichen Drahtzieher des Videos unterdessen vernommen. Der Verdächtige Nakoula Basseley Nakoula sei von seiner Wohnung abgeholt und zur Polizei in Los Angeles gebracht worden.

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Nach den Freitagsgebeten war es in islamischen Ländern von Indonesien bis Tunesien zu gewaltsamen Protesten gegen den Film gekommen. Vor allem US-Botschaften, aber auch die deutsche und die britische Botschaft in Khartum wurden attackiert. In Tunis, Tripolis und Khartum wurden mehrere Menschen getötet.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, wertete die Attacken auf Botschaften als Anschläge auf die Demokratie. "Extreme Gruppen instrumentalisieren das Video, um zu provozieren, Hass zu säen und die jungen Demokratien zu destabilisieren", sagte er dem Nachrichtenmagazin 'Focus'. Das nütze dem Demokratisierungsprozess nicht. "Es waren vielmehr Anschläge auf die jungen Demokratien."

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) mahnte im 'Focus': "Wichtig ist, dass wir die jetzigen Proteste nicht verallgemeinern: Die Mehrheit der Menschen in den arabischen Ländern will friedliche Veränderungen und lehnt Gewalt ab." Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärte am Freitagabend: "Gewalt darf nie Mittel der politischen Auseinandersetzung sein." EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso nannte die Attacken "absolut inakzeptabel".

Derweil hat die radikal-islamische Al-Kaida die Muslime weltweit zu weiteren Angriffen auf Botschaften und Diplomaten der USA aufgerufen. Die Attacken wütender Muslime gegen Botschaften der USA und anderer westlicher Länder in den vergangenen Tagen seien die "natürliche Antwort auf eine enorme Beleidigung" gewesen, teilte die Organisation auf ihrer Internetseite mit.

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