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Plus vier Grad: Erde steuert laut Weltbank-Klimabericht auf Katastrophe zu

19.11.12 10:28
Plus vier Grad: Erde steuert laut Weltbank-Klimabericht auf Katastrophe zuWenn sich die Prognosen der Weltbank bewahrheiten könnte es bald an vielen Ort auf der Welt aussehen wie hier in Kenia.
Foto: dpa bildfunk

Entwicklungsorganisation gegen Kohlesubventionen

In ihrem neuen Klimabericht warnt die Weltbank eindringlich vor noch drastischeren Folgen des Klimawandels als bisher befürchtet. Demnach könnte sich die Erde um vier Grad erwärmen, wenn die Welt ihren derzeitigen Kurs beibehalten würde. Ein Bericht des Weltklimarates unterstützt die Theorie, er geht davon aus, dass die Menschen ihr Ziel, die Erwärmung unter zwei Grad zu halten, nicht erfüllen können.

Die Weltbank zeichnet in der Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und der Organisation Climate Analytics ein düsteres Szenario, sollte sich die Erde wirklich bis zum Ende des Jahrhunderts so stark erwärmen: Die dadurch verursachten Risiken lägen außerhalb der Erfahrung unserer Zivilisation, so das PIK. "Dazu zählen Hitzewellen, besonders in den Tropen, ein Hunderte Millionen Menschen betreffender Anstieg des Meeresspiegels und Missernten, welche die globale Ernährungssicherheit gefährden." Der Meeresspiegel könnte nach Angaben der Forscher um bis zu 100 Zentimeter ansteigen - besonders vor Ländern wie den Philippinen, Mexiko und Indien.

Weltbank-Chef Jim Yong Kim hatte schon kurz nach seinem Amtsantritt als Präsident der Entwicklungsorganisation vor wenigen Wochen den Klimawandel zu einem seiner Hauptanliegen erklärt und auch auf Chancen für das globale ökonomische Wachstum verwiesen, wenn man einen Ansatz zur Abschwächung des Klimawandels fände – und den präsentiert die Weltbank jetzt parallel zur Vorstellung des Reports: Die rund eine Billion Dollar (etwa 775 Milliarden Euro) umfassenden Subventionen für Kohle und andere fossile Brennstoffe müssten in alternative Energien umgelenkt werden. "Ein Bruch mit den vom Zeitalter fossiler Brennstoffe geprägten Mustern von Produktion und Konsum" ist laut PIK-Direktor Hans Joachim Schellnhuber der "einzige Weg", das Szenario zu vermeiden.

"Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen für die Entwicklung, und wir müssen die moralische Verantwortung dafür übernehmen, im Namen kommender Generationen zu handeln, besonders für die Ärmsten", sagte Kim. "Eine vier Grad wärmere Welt kann und muss vermieden werden - wir müssen die Erwärmung unter zwei Grad halten."

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Vor UN-Gipfel: Auch Weltklimarat warnt

Schellnhuber mahnte, eine Erwärmung über zwei Grad könne sogenannte Kipp-Effekte mit unumkehrbaren Folgen auslösen. So führe eine bestimmte Temperaturerhöhung bei wichtigen Getreidesorten zu großflächigen Ernteausfällen. Auch könne das Eisschild Grönlands unwiderruflich schmelzen.

Auch nach dem Arbeitspapier des Weltklimarates (IPCC), der einst von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen wurde, erwärmt sich die Erde schneller als bislang gedacht, wie die 'taz' berichtet. Es sei "zumindest wahrscheinlich, dass bis 2100 die Erwärmung zwei Grad Celsius übersteigt", sollten die Treibhausgasemissionen so weitergehen wie bislang, zitiert die Zeitung aus dem internen Berichtsentwurf. Dafür hätten Hunderte Klimawissenschaftler den aktuellen Stand der Forschung zusammengetragen. Demnach schmelzen zudem die Eisflächen schneller als bislang angenommen, und der Meeresspiegel steigt höher.

Die Landpflanzen und Böden speichern diesen Angaben zufolge weniger Kohlendioxid als gehofft, und die Meere versauern schneller. Nach den 'taz'-Angaben stammen die Daten aus einem Entwurf für den ersten Teil des 5. IPCC-Berichts. Am 26. November beginnt in Doha (Katar) der 18. UN-Klimagipfel, bei dem weiter über die Reduktion der Treibhausgase verhandelt werden soll.