Piratenpartei: Johannes Ponader neuer Geschäftsführer
30.04.12
Der Theaterpädagoge Johannes Ponader ist neuer Geschäftsführer der Piratenpartei.Foto: dpa bildfunk
"Gesellschaftskünstler" wird Weisband-Nachfolger
Die Piratenpartei hat einen Nachfolger für die bisherige Geschäftsführerin Marina Weisband gewählt: Der Berliner Johannes Ponader, der sich auch in der Occupy-Bewegung engagiert, erhielt am Sonntag auf dem Parteitag in Neumünster die meisten Stimmen der neun Kandidaten. Der 35-Jährige kam auf 74,4 Prozent. Er charakterisierte sich bei seiner Kandidatur als "Gesellschaftskünstler".
Ponader möchte mit Blitzumfragen die Beteiligung der Parteibasis weiter ausbauen. Seine Wunschvorstellung sei es, auch während Talkshows per Blitzumfragen die Meinung der Partei gewisserweise in Realtime wiedergeben zu können, sagte der Theaterpädagoge beim Parteitag.
In der Vergangenheit waren die Piraten wiederholt in die Kritik geraten, nachdem die Parteispitze beispielsweise in einer Debattenrunde zur Rettung der Drogeriekette Schlecker nichts sagen konnte, weil kein Parteibeschluss dazu vorlag. Der Ausbau der Meinungsbildung sei "sauwichtig", sagte Ponader. Die Parlamentarier der Piraten warteten darauf, die Empfehlungen zu bekommen.
Ponader möchte mit Blitzumfragen die Beteiligung der Parteibasis weiter ausbauen. Seine Wunschvorstellung sei es, auch während Talkshows per Blitzumfragen die Meinung der Partei gewisserweise in Realtime wiedergeben zu können, sagte der Theaterpädagoge beim Parteitag.
In der Vergangenheit waren die Piraten wiederholt in die Kritik geraten, nachdem die Parteispitze beispielsweise in einer Debattenrunde zur Rettung der Drogeriekette Schlecker nichts sagen konnte, weil kein Parteibeschluss dazu vorlag. Der Ausbau der Meinungsbildung sei "sauwichtig", sagte Ponader. Die Parlamentarier der Piraten warteten darauf, die Empfehlungen zu bekommen.
Weisband froh über Rückkehr zur Basis
Seine Vorgängerin Marina Weisband ist derweil froh darüber, nur noch eins von 28.000 Parteimitgliedern zu sein. Nach ihrer Entlastung vom Amt der Politischen Geschäftsführerin jubelte sie und ballte die Fäuste zusammen. Und freute sich über das Plakat, das ihr Mitglieder aus dem eigenen Landesverband Nordrhein-Westfalen überreichen: 'Willkommen zurück in der Basis'. "Ich bin fertig", sagte die 24-Jährige. Politikerin will sie aber weiter bleiben, auch wenn sie nicht mehr im Bundesvorstand der Partei sitzt. Jetzt will sie ihre Diplomarbeit über Wertvorstellungen ukrainischer Kinder fertigstellen."Als einfaches Mitglied an der Basis will ich mich um meine Kernkompetenz kümmern, die Schulpolitik." Eine Zeit lang habe sie sich überlegt, ob sie nicht in der Ukraine politisch aktiv werden solle, sagt die gebürtige Kiewerin. "Gegenüber den Problemen dort haben wir Luxusprobleme." In Hinblick auf die Bundestagswahl 2013 sagte sie, ihr gehe es nicht um politische Karriere. Sie wolle jetzt erst einmal viel lernen in anderen Politikbereichen wie der Wirtschaft.
Am Samstag hatten die Piraten auf ihrem Parteitag den 41-jährigen Bernd Schlömer zum neuen Bundesvorsitzenden gewählt. Der neue Parteichef deutete an, dass er nächste Woche den Wahlkampf in Schleswig-Holstein unterstützen werde - dort peilen die Piraten am kommenden Sonntag nach jüngsten Umfragen ein Ergebnis von neun Prozent an. Bei der Wahl in Nordrhein-Westfalen am 13. Mai strebe die Piratenpartei ein Ergebnis von 6,5 Prozent an, sagte Schlömer.
Als Schlömers Stellvertreter wurden der bisherige Parteichef Sebastian Nerz und Markus Barenhoff bestimmt. Das höchste Wahlergebnis von 94 Prozent erzielte Swanhild Goetze als neue Schatzmeisterin der Partei. Als Generalsekretär wurde der 38-jährige Sven Schomacker bestimmt.
Außerdem bezog der Parteitag klare Position gegenüber rechtsextremen Ansichten in den eigenen Reihen. Nachdem ein Mitglied gesagt hatte, man könne über den Holocaust diskutieren, wurde der Parteitag unterbrochen und eine Erklärung abgegeben: "Der Holocaust ist unbestreitbarer Teil der Geschichte. Ihn unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit zu leugnen oder zu relativieren, widerspricht den Grundsätzen der Partei."















