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Pfusch bei privater Altersvorsorge: Falschberatung kostet Verbraucher Milliarden

27.12.12 15:25
Falschberatung kostet Verbraucher MilliardenFalsche Beratung bei der privaten Altersvorsorge kostet die Verbraucher jährlich Milliarden.
Foto: dpa bildfunk

Kunden gehen jährlich 17 Milliarden Euro verloren

Wer privat für sein Alter vorsorgt, wird einer Studie zufolge häufig schlecht beraten und verliert deshalb häufig viel Geld. Jedes Jahr gingen Kunden, die eine Kapitallebensversicherung, einen Riester-Vertrag oder eine private Rentenversicherung abgeschlossen haben, deswegen bis zu 17 Milliarden Euro verloren, wie die 'Berliner Zeitung' berichtet. Das Blatt beruft sich auf ein Gutachten des Bamberger Finanzwissenschaftlers Andreas Oehler, das von der Grünen-Bundestagfraktion in Auftrag gegeben worden war.

Der Studie zufolge entstehen den Verbrauchern allein bei Kapitallebens- und privaten Rentenversicherungen Kosten in Höhe von 16 Milliarden Euro pro Jahr, weil sie ihre Verträge vorzeitig kündigten. Oehler führt den allergrößten Teil der Stornierungen auf eine irreführende oder unvollständige Verbraucherberatung bei Vertragsabschluss zurück.

Auch bei Riester-Verträgen seien gravierende Mängel keine Seltenheit, wie Oehler in seinem Gutachten dem Blatt zufolge zeigt. Den Gesamtverlust, den deutsche Verbraucher jedes Jahr durch mangelhafte Beratung von Banken und Finanzdienstleistern erleiden, schätzt der Wissenschaftler auf mindestens 50 Milliarden Euro.

Für den Verbraucherschützer sind Oehlers Zahlen "erschreckend, aber absolut nachvollziehbar". In den meisten Fällen habe der Verbraucher, der fürs Alter vorsorgen will, schon verloren, weil er bei der Bank oder Versicherung nicht etwa einem Berater, sondern in erster Linie einem Verkäufer gegenüber sitze. Und der wolle seine Produkte verkaufen - möglichst solche mit hoher Provision.

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Belastungen auf Kosten der Vorsorge gesetzlich begrenzen

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)betonte, dass die Untersuchung auf vielen falschen Annahmen basiere. "Diese Zahlen sind falsch", sagte der Vorsitzende der GDV-Hauptgeschäftsführung, Jörg von Fürstenwerth. Das Gutachten sei auch keineswegs repräsentativ: "Die Oehler-Studie stützt seine Untersuchung auf gerade einmal 1.115 gekündigte Verträge aus den vergangenen zehn Jahren." Dabei handele es sich ausschließlich um Beschwerdefälle: "Insgesamt gibt es in Deutschland über 90 Millionen Lebens- und Rentenversicherungsverträge."

"Der deutsche Steuerzahler buttert jährlich Milliarden in die private Altersvorsorge. Das soll die Rentnerinnen und Rentnern reich machen, nicht die Banken und Versicherungsmakler", sagte die verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen, Nicole Maisch, der Zeitung.

Verantwortlich hierfür sei die Bundesregierung. Maisch forderte, überhöhte Gebühren und Provisionen dürften nicht länger an der Rente der Sparer zehren. Solche Belastungen auf Kosten der Vorsorge müssten gesetzlich begrenzt werden. Zudem müsse der Markt übersichtlicher werden: "Allein 5.000 Riester-Produkte überfordern selbst Finanzexperten."

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