Olympia: Unsere Politik erwartete 86 Medaillen
11.08.12
Innenminister und CSU-Mann Hans-Peter Friedrich veröffentlichte die Medaillenvorgabe für das deutsche Olympiateam.Foto: dpa bildfunk
28 Goldmedaillen: Eine mehr als stattliche Forderung der Politik
In welcher Welt leben eigentlich unsere Politiker? Dass es bei Olympia in London viele deutsche Enttäuschungen gab, ist klar. Vor allem die Beckenschwimmer, die gänzlich ohne Edelmetall bei den Spielen blieben, sind weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Auch die Reiter und die Fechter mussten Rückschläge hinnehmen.
Doch was die gerichtlich erzwungene Veröffentlichung der Medaillenvorgabe des Bundesinnenministeriums offenbarte, ruft in der Sportwelt ungläubiges Staunen hervor. Laut Zielvereinbarung zwischen dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und den Fachverbänden sollten die deutschen Athleten insgesamt 86 Medaillen, davon 28 aus Gold, holen.
Vor dem letzten Wettkampftag in London hatte das 391-köpfige Team aber lediglich 43 Mal Edelmetall (10 Gold, 19 Silber, 14 Bronze) gewonnen. Nach den Unterlagen wurde von den 23 in London vertretenen Sportarten lediglich beim Tischtennis und im Kanu das vereinbarte Ziel erreicht. Die Schmetterkünstler hatten Bronze durch Dimitrij Ovtcharov und Bronze im Team gewonnen. Die Kanu-Flotte hatte die Vorgabe von insgesamt neun Medaillen schon vor dem letzten Finaltag am Samstag erfüllt. Die mit bisher fünf Plaketten dekorierten Leichtathleten hatten in den ausstehenden Wettbewerben noch die Chance, die angestrebte Marke von acht Medaillen, davon zwei aus Gold, zu erreichen.
86 Medaillen, davon 28 aus Gold! Das ist nicht zu erreichen. Zur Erinnerung: Bei den Spielen in Peking 2008 holte das deutsche Team 41 Mal Edelmetall, davon 16 Mal Gold. 2004 in Athen waren es 13 Goldene, genau wie 2000 in Sydney. Da fragt sich der mündige Athlet: Woher sollen 28 Goldmedaillen kommen? Bei der Rechnung der Politik müssten also sämtliche deutsche Goldhoffnungen auch tatsächlich ganz oben auf dem Treppchen landen, um diese satte Vorgabe zu erfüllen. Nun ist es aber so, dass auch in anderen Ländern professionell Sport getrieben wird.
Doch was die gerichtlich erzwungene Veröffentlichung der Medaillenvorgabe des Bundesinnenministeriums offenbarte, ruft in der Sportwelt ungläubiges Staunen hervor. Laut Zielvereinbarung zwischen dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und den Fachverbänden sollten die deutschen Athleten insgesamt 86 Medaillen, davon 28 aus Gold, holen.
Vor dem letzten Wettkampftag in London hatte das 391-köpfige Team aber lediglich 43 Mal Edelmetall (10 Gold, 19 Silber, 14 Bronze) gewonnen. Nach den Unterlagen wurde von den 23 in London vertretenen Sportarten lediglich beim Tischtennis und im Kanu das vereinbarte Ziel erreicht. Die Schmetterkünstler hatten Bronze durch Dimitrij Ovtcharov und Bronze im Team gewonnen. Die Kanu-Flotte hatte die Vorgabe von insgesamt neun Medaillen schon vor dem letzten Finaltag am Samstag erfüllt. Die mit bisher fünf Plaketten dekorierten Leichtathleten hatten in den ausstehenden Wettbewerben noch die Chance, die angestrebte Marke von acht Medaillen, davon zwei aus Gold, zu erreichen.
86 Medaillen, davon 28 aus Gold! Das ist nicht zu erreichen. Zur Erinnerung: Bei den Spielen in Peking 2008 holte das deutsche Team 41 Mal Edelmetall, davon 16 Mal Gold. 2004 in Athen waren es 13 Goldene, genau wie 2000 in Sydney. Da fragt sich der mündige Athlet: Woher sollen 28 Goldmedaillen kommen? Bei der Rechnung der Politik müssten also sämtliche deutsche Goldhoffnungen auch tatsächlich ganz oben auf dem Treppchen landen, um diese satte Vorgabe zu erfüllen. Nun ist es aber so, dass auch in anderen Ländern professionell Sport getrieben wird.
Briten wilderten in 'deutschen' Sportarten
Es war schon im Vorfeld davon auszugehen, dass besonders die Briten bei ihren Heimspielen groß auftrumpfen würden, und das vor allem in den 'deutschen' Sportarten Radsport und Reitsport. In der Leichtathletik präsentierten sich die DLV-Athleten so stark wie nie in diesem Jahrtausend. Insofern ist diese Medaillenvorgabe der Politik nur als überzogen zu bezeichnen."Nach dem Ausgang der Olympischen Spiele werden wir gemeinsam mit dem Sport nach einer sorgfältigen sportfachlichen Analyse die notwendigen Schlüsse für die zukünftige Sportförderung ziehen", kündigte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) an.
Das für den Sport zuständige Bundesministerium hatte in Absprache mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) wenige Minuten vor Ablauf einer gerichtlichen Frist die bisher geheim gehaltenen Zielvereinbarungen veröffentlicht. In der vergangenen Woche hatte das Verwaltungsgericht Berlin einer Klage eines WAZ-Journalisten stattgegeben und anschließend dem BMI ein Zwangsgeld in Höhe von 10.000 Euro angedroht, falls es nicht bis Freitagnachmittag seiner Verpflichtung zur Auskunft nachkomme.

















