TV HIGHLIGHT
Let's Dance
IMMER FR | 21:15
Let's Dance
TV-PROGRAMM
MI DO HEUTE SA SO MO DI JETZTAlles was zählt
Presenter

Obama im letzten TV-Duell der Bessere

23.10.12
US-Wahl, TV-Duell, Obama, RomneyIm letzten TV-Duell vor der Wahl am 6. November hat Barack Obama über Mitt Romney triumphiert.
Foto: Reuters

Außenpolitische Debatte wird immer wieder innenpolitisch

Das letzte TV-Duell ist Geschichte, jetzt haben die Wähler noch zwei Wochen Zeit, sich für einen der beiden Kandidaten zu entscheiden. Nach ersten Schnellumfragen hat Amtsinhaber Barack Obama im letzten Schlagabtausch gegen seinen Herausforderer Mitt Romney gewonnen.

In der nicht repräsentativen Umfrage von CNN/ORC sagten 48 Prozent der befragten Wähler, der Amtsinhaber habe die TV-Debatte gewonnen. 40 Prozent sahen unmittelbar nach Ende der Debatte Romney vorn.

Obama versuchte sich als starker Oberbefehlshaber in Szene zu setzen, Romney gab sich aber auch keine Blöße und spielte den gelassenen Staatsmann. Seinen Kontrahenten, die in Romney ein außenpolitisches 'Greenhorn' sehen, gab er kein neues Futter durch unbedachte Äußerungen. Obama feierte sich vor allem für die Tötung von Osama bin Laden und die damit verbundene Schwächung des Terrornetzwerks Al-Kaida.

Für Europa war kein Platz in der außenpolitischen TV-Debatte. Weder Obama noch Romney erwähnten den Kontinent am anderen Ende des Atlantiks. Zwischen Themen wie dem Krieg in Afghanistan, dem Wirtschaftsrivalen China oder dem Atomstreit mit dem Iran fand lediglich ein europäisches Land Erwähnung in dem 90-minütigen Schlagabtausch: Griechenland. Herausforderer Romney nutzte es, um den Teufel an die Wand zu malen für den Fall, dass Präsident Obama vier weitere Jahre seine Wirtschaftspolitik fortsetzen würde. "Das", prophezeite Romney, "würde bedeuten, dass wir uns mit 20 Billionen Dollar Schulden in Richtung Griechenland bewegen."

Obwohl es um Außenpolitik ging, wurde die Debatte immer wieder innenpolitisch. Obamas Wirtschaftspolitik sei verantwortlich für die hohe Arbeitslosigkeit und die gestiegenen Schulden. In dem 90-minütigen Schlagabtausch an der Lynn University in Boca Raton (Florida) blieben beiden Kontrahenten Patzer oder Ausrutscher erspart. Obama, dessen Vorsprung in Umfragen praktisch weggeschmolzen ist, griff Romney vom Start weg an und versuchte, den Republikaner der Lächerlichkeit preiszugeben.

Beide machten klar, dass die USA eine weltweite Führungrolle beanspruchen. "Amerika muss stark sein. Amerika muss führen", sagte Romney. Ganz ähnlich Obama, er unterstrich aber zugleich seine eigenen Erfolge. "Die Welt braucht ein starkes Amerika." Die USA seien jetzt stärker als vor vier Jahren. Zudem habe er nach der Ära seines Vorgängers George W. Bush die Beziehungen zu vielen Staaten und Verbündeten verbessert, sagte Obama.

Obama gewinnt drittes TV-Duell
Alle News, Videos und Hintergründe
Das große USA-Wahl-Special 2012
Alle News, Videos und Hintergründe  
US-Wahlkampf
Zweites TV-Duell: Obama angriffslustig
US-Wahlkampf  
US-Wahlkampf: Obama wirkt blass
Romney siegt im ersten TV-Duell
US-Wahlkampf: Obama wirkt blass  

Verwirrung um Romneys Geographie-Kenntnisse

Romney beharrte bei der Debatte in Boca Raton darauf, dass Obamas Politik gegenüber dem Iran kein Erfolg gewesen sei. "Der Iran ist jetzt näher an Atomwaffen als vor vier Jahren", warf er dem Präsidenten vor. Er wolle die iranische Führung wegen Anstiftung zum Völkermord vor Gericht bringen, kündigte Romney an. Obama erwiderte, es gebe derzeit die härtesten Sanktionen gegen Teheran.

Der Präsident wies entschieden den Vorwurf zurück, die Beziehung zum engsten US-Verbündeten Israel zu gefährden und nicht genug gegen die nukleare Bedrohung durch den Iran zu tun. "Wenn Israel angegriffen wird, dann wird Amerika Israel zur Seite stehen", sagte Obama bei der TV-Debatte. Im Gegensatz zu seinem Herausforderer Romney halte er es aber für falsch, die USA in einen "voreiligen" Krieg gegen den Iran zu ziehen.

Beim Thema Iran leistete sich Romney einen recht peinlichen Versprecher: "Syrien ist Irans einziger Verbündeter in der Arabischen Welt. Es ist seine Verbindung zum Meer." Was Romney dabei ausblendete: Der Iran hat einer Hunderte Kilometer lange Küste zum Persischen Golf und Arabischen Meer. Und er grenzt nicht an Syrien.

Zu einem harten Schlagaustausch kam es beim Thema China. Romney versprach eine harte Gangart etwa gegen Währungsmanipulationen Pekings sowie gegen unfairen Handel. Der Präsident betonte, er betrachte China als Partner, solange es sich an die Regeln halte.

Am Abzugstermin aus Afghanistan zum Ende des Jahres 2014 gab es aus Sicht beider Rede-Kontrahenten nichts zu rütteln. Obama verwies darauf, dass die Gründe der Militärintervention gewesen seien, das Terrornetzwerk Al Kaida zu zerschlagen und die afghanische Armee aufzubauen. Dies sei erfolgreich geschehen und er sehe keinen Grund, warum der Einsatz verlängert werden müsste. Vielmehr müsse jetzt Aufbauarbeit geleistet werden.

Romney wehrte sich gegen Obamas Vorwurf, er fahre in seinen Wahlkampfreden einen außenpolitischen Zickzackkurs. Russland bleibe eine geopolitische Herausforderung. Das größte Sicherheitsrisiko sei jedoch der Iran.

Die USA müssten die Chance ergreifen, aktiv einen Machtwechsel in Syrien, einem Alliierten des Iran, voranzutreiben. "Wir sollten dort eine Führungsrolle übernehmen", forderte Romney. Nicht militärisch, sondern im Hintergrund. Es sei wichtig, sich mit denjenigen zu verbünden, die eines Tages dort die Macht übernähmen.

Im Verhältnis zur arabischen Welt hätten die USA nach den Worten Romneys zugesehen, wie in den vergangenen Jahren eine "Welle des Chaos" über die Region hereingebrochen sei. Der Republikaner forderte eine nachhaltige Strategie. Ländern wie Syrien oder Ägypten müsse geholfen werden, sich aus eigenen Stücken gegen Extremisten und Terroristen zu wehren.

Die Wahl findet am 6. November statt.

Meinen Leuten bei wer-kennt-wen.de empfehlen