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Obama beendet Kampfeinsatz im Irak

01.09.10

Foto: dpa bildfunk

USA zahlen hohen Preis für Krieg

Von Siegesfeier keine Spur. Selten wirkte Barack Obama derart ernst und angespannt wie bei seiner jüngsten Rede zur Nation. Nach siebeneinhalb Jahren erklärte der US-Präsident die Kampfeinsätze der US-Truppen im Irak offiziell für beendet. Obama machte jedoch ohne Wenn und Aber klar: Amerika hat für den Krieg einen hohen Preis bezahlt. Das Land habe über 4.000 Tote und 32.000 Verwundete zu beklagen, außerdem setzte er die Vereinigten Staaten finanziell und wirtschaftlich schwer zu.

"Wir haben mehr als eine Billion Dollar im Krieg ausgegeben, häufig finanziert mit geliehenem Geld aus dem Ausland. Das hat Investitionen in unsere eigene Bevölkerung verknappt und zu Rekordschulden beigetragen", sagte Obama, der seinen Landsleuten das ganze Ausmaß der Kriegskosten schonungslos vor Augen führte. Die notwendigen Investitionen in die US-Wirtschaft müssten nun dringend nachgeholt werden. "Wir müssen der Industrie, die Arbeitsplätze schafft, Starthilfe geben und unsere Abhängigkeit von ausländischem Öl beenden."

Kritiker werfen Obama vor, die wirtschaftlichen Folgen des Irak-Kriegs nur vorzuschieben, um von eigenem Versagen abzulenken. Trotz eines umfangreichen Konjunkturprogramms leiden die Amerikaner unter einer flauen Konjunktur - bei den wichtigen Kongresswahlen in zwei Monaten könnten die Wähler dem Präsidenten dafür die Quittung reichen.

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Keine Spur von Massenvernichtungswaffen

Die USA hatten den Krieg im März 2003 ohne UN-Mandat begonnen. Mehrere europäische Verbündete - darunter Deutschland und Frankreich - waren strikt dagegen. In der ganzen Welt gab es Proteste. Offizielle Begründung für die Invasion der Verbündeten - neben den USA vor allem Großbritannien - war die Behauptung der damaligen US-Regierung, dass der Irak im Besitz von Massenvernichtungswaffen sei. Diese Waffen wurden allerdings nie gefunden.

Obama räumte ein, dass es nach wie vor Gewalt im Irak gebe. Auch der Kampf gegen Al-Kaida gehe weiter. Daher würden die USA dem Irak weiter beistehen. "Unsere Kampfmission geht zu Ende, nicht aber unsere Verpflichtung für die Zukunft des Iraks." Daher bleiben rund 50.000 US-Soldaten weiter im Land, um irakische Sicherheitskräfte auszubilden und bei Anti-Terror-Einsätzen zu unterstützen. Sie sollen bis Ende 2011 abziehen.

Nach Angaben des Pentagons kamen im Irak-Krieg mehr als 112.600 irakische Zivilisten ums Leben. Insgesamt 4.418 US-Soldaten starben, etwa 32.000 wurden verwundet. Dazu fielen mindestens 9.500 irakische Soldaten und Polizisten. Lediglich ein kleiner Triumph blieb Obama: Er betonte, dass er von Beginn an gegen den Krieg war. Dass es einer seiner Hauptwahlkampfversprechen war, diesen "dummen Krieg" (so sagte er damals) möglichst schnell zu beenden. Es sei einer der längsten Kriege der USA gewesen.

In seiner Rede machte Obama auch klar, dass er an dem Abzugstermin der Truppen aus AfghanistanJuli im 2011 festhalte. Die Geschwindigkeit des Abzugs werde allerdings von den Verhältnissen im Land abhängen. Er appellierte aber auch an die eigene Verantwortung. "Wir können nicht für die Afghanen tun, was sie am Ende für sich selbst machen müssen." Ein Krieg ohne Enddatum sei weder im Interesse des afghanischen Volkes noch im Interesse der USA.

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