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Norditalien: Tod und Chaos nach Beben

30.05.12
Das Epizentrum lag bei Modena.Das Epizentrum lag wie schon bei dem Beben am 20. Mai bei Modena.
Foto: dpa bildfunk

Regierung kündigt Hilfen an - weiter Vermisste

Das Erdbebengebiet in Norditalien kommt nicht zur Ruhe. In der Region Emilia-Romagna hat die Erde in der Nacht zum Mittwoch 41 Mal gebebt, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa am frühen Morgen. Der heftigste Erdstoß habe eine Stärke von 3,4 gehabt.

Am Dienstag hatte die Erde mit einer Stärke von 5,8 auf der Richterskala gebebt. Die Zahl der Toten bei dem zweiten schweren Beben in Norditalien binnen 14 Tagen ist inzwischen auf 16 gestiegen. Dies gaben die Behörden bekannt. Nach einer vorläufigen Bilanz wurden etwa 350 Menschen verletzt, es gibt weiterhin Vermisste.

Eine 65 Jahre alte Frau wurde lebend aus den Trümmern gerettet, berichtete das staatliche Fernsehen RAI. Die Häuser und Wohnungen von 8.000 Menschen wurden ganz oder in Teilen zerstört. Sie kommen zu den 6.000 Bewohnern hinzu, die beim ersten Beben ihre Bleibe verloren hatten.

Italiens Regierung kündigte Hilfe an: "Ich will sicherstellen, dass der Staat alles tun wird, was er in kürzester Zeit machen kann, um zu garantieren, dass sich das Leben in dieser besonderen, wichtigen und produktiven Region wieder normalisiert", sagte Wirtschaftsminister Mario Monti.

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Bahnverkehr zeitweise unterbrochen

In italienischen Medien wurde berichtet, dass bei Beben mehr Gebäude einstürzten als bei dem letzten. Darunter auch der Dom in der Stadt Carpi bei Modena, der teilweise in sich zusammenbrach. Einige Schulen seien sogar so weit südlich wie Florenz evakuiert worden.

Die Erdstöße waren laut der staatlichen Nachrichtenagentur Ansa bis nach Venedig und Mailand spürbar. Auch in Parma, Bologna und Florenz schreckte das Beben die Menschen auf. Der italienische Fußballverband (FIGC) hat nach dem neuerlichen Beben sein EM-Testspiel am Dienstagabend in Parma gegen Luxemburg abgesagt.

Der Bahnverkehr auf mehreren Strecken in Norditalien wurde zeitweise unterbrochen. Dazu gehörten die Linien Padua-Bologna, Verona-Bologna und Mailand-Bologna. In Bologna, Modena und anderen Städten wurden die mobilen Telefonnetze unterbrochen.

Die Autofirma Ferrari hat als Folge des starken Erdbebens die Arbeit in ihrer Formel-1-Fabrik in der Maranello vorübergehend eingestellt. Das Beben habe zwar keine Schäden auf dem Gelände verursacht, die Arbeiter sollten aber die Möglichkeit haben, ihre Familien aufzusuchen, teilte ein Unternehmenssprecher mit.

Erst am 20. Mai waren in Norditalien sieben Menschen bei einem Erdbeben ähnlicher Stärke getötet worden. Etwa 50 wurden verletzt. Das Beben war das schwerste in Italien seit drei Jahren. Tausende Anwohner sind obdachlos oder befinden sich noch in Notunterkünften. Italienischen Medien zufolge wurden seit dem 20. Mai insgesamt 417 Nachbeben gezählt. Drei davon lagen über 5,0 auf der Richterskala.

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