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Noch keine Spur von entführten Deutschen in Darfur

24.06.10
Männer sind 34 und 52 Jahre alt
Foto: AUTOIMPORT

Männer sind 34 und 52 Jahre alt

In der westsudanesischen Krisenregion Darfur sind zwei deutsche Entwicklungshelfer entführt worden. Das bestätigten deutsche Sicherheitsbehörden in Berlin. Das Auswärtige Amt teilte mit, es handele sich bei den Vermissten um Mitarbeiter des Technischen Hilfswerkes (THW). Die Männer seien 34 und 52 Jahre alt. Die Entführten stammen aus Berlin und Schleswig-Holstein. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte: Die Bundesregierung tue alles in ihren Kräften stehende, "dass wir unsere beiden Jungs wieder heil nach Hause holen", so de Maizière. Von den beiden fehlt jedoch bisher jede Spur

Der Fall erfülle nicht nur die Angehörigen und die Bundesregierung mit Sorge, sondern auch die mindestens 80.000 ehrenamtlichen und freiwilligen Helfer der Organisation.

Den Angaben zufolge haben bewaffnete Unbekannte die beiden Männer am Dienstagabend aus ihrer Unterkunft in der Stadt Nyala im Süden Darfurs verschleppt. Bislang sei der Hintergrund der Tat noch völlig offen. Das THW in Bonn wollte sich nicht äußern und verwies auf das Auswärtige Amt in Berlin. Andreas Peschke, Sprecher des Außenministeriums, verwies auf den Schutz der beiden Männer und gab keine weiteres Details preis. Zunächst müsse man sich in Zusammenarbeit mit den dortigen Behörden ein Bild der Lage verschaffen.

Im Sudan halten sich nach Peschkes Angaben derzeit 58 Deutsche mit amtlichem Auftrag auf. Sie arbeiteten überwiegend für die dortigen UN-Missionen. Über die Zahl der für Nichtregierungsorganisationen arbeitenden Deutschen könne er keine Angaben machen.

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UN prangerte mangelnden Schutz der Helfer an

Der stellvertretende UN-Leiter für humanitäre Einsätze im Sudan, George Charpentier, hatte die sudanesische Regierung erst am Wochenende aufgefordert, bessere Sicherheit für Hilfsorganisationen im Süden Darfurs zu gewährleisten. Bei einem Besuch in Nyala klagte er über gravierende Sicherheitsmängel. Die Hauptstraßen zu den Flüchtlingslagern müssten gesichert werden, damit die Helfer Zugang zu den rund 2,3 Millionen Flüchtlingen in Darfur haben, verlangte er im Rundfunksender SRS.

In der Vergangenheit kam es in Darfur zu einer Reihe von Angriffen und Überfällen. Wiederholt wurden ausländische Helfer entführt und manchmal erst nach Monaten und gegen Zahlung eines Lösegeldes wieder frei gelassen. Nach UN-Schätzungen sind in Darfur seit 2003 mehr als 300.000 Menschen ums Leben gekommen. Noch immer leben mehr als eine Million Menschen in Darfur in Flüchtlingslagern.

Die UN-Friedenstruppen in Darfur sprachen in den vergangenen Tagen von einer angespannten Lage in der Konfliktregion. Es kam wiederholt zu Gefechten zwischen Regierungstruppen und Rebellen der Bewegung für Gleichheit und Gerechtigkeit (JEM), einer der größten Rebellengruppen.

Der Bundestag hatte erst in der vergangenen Woche beschlossen, die deutsche Beteiligung am UNAMID-Einsatz zu verlängern. Gleichzeitig senkte er die Mandatsobergrenze von 250 auf 50 Soldaten. Derzeit sind dort acht deutsche Soldaten im Einsatz. Die UNAMID-Friedenstruppen sichern vor allem die Flüchtlingslager und Dörfer in der Konfliktregion. Unverändert blieb die Obergrenze von 75 deutschen Einsatzkräften für die UNMIS-Mission im Südsudan. Sie sollen das 2005 geschlossene Friedensabkommen zwischen Regierung und Rebellen überwachen.

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