Wieder Ausschreitungen in Ägypten
05.02.12
Er ist mit Verletzungen davongekommen. Das gilt nicht für alle Demonstranten.Foto: Reuters
Zwölf Tote und über 2.000 Verletzte seit dem Stadion-Exzess
Ein Jahr nach dem Sturz von Ägyptens Langzeitpräsident Husni Mubarak wächst der Druck auf den regierenden Militärrat, die Macht abzugeben. Die Protestbewegung fordert, dass rasch ein neues Staatsoberhaupt gewählt wird. In der Nacht wurde das Finanzamt in Kairo in Brand gesetzt, wie das Staatsfernsehen berichtete. Teile des Gebäudes brannten lichterloh. Noch am Morgen lag eine Rauchwolke über dem zentralen Tahrir-Platz. Nach den nächtlichen Ausschreitungen kehrte aber zunächst wieder Ruhe ein.
Bei den seit vier Tagen andauernden Protesten gegen die Regierung kamen mindestens zwölf Menschen ums Leben, mehr als 2.000 wurden verletzt. Ausgelöst wurde die jüngste Gewalt durch die Krawalle in einem Fußballstadion am Mittwoch, bei denen 74 Menschen getötet wurden.
Immer mehr Menschen fordern einen schnelleren Wandel. Eine Berater-Gruppe des Militärrates schlug vor, die Vorbereitungen für die Präsidentschaftswahlen zu beschleunigen. Demnach soll die Nominierung von Kandidaten bereits ab 23. Februar möglich sein und nicht erst Mitte April. Damit wäre eine Wahl bereits im April oder Mai möglich. Auch der prominenteste Bewerber um die Präsidentschaft, Amre Mussa, pochte auf einen neuen Fahrplan. International sorgt die neue Welle der Gewalt für Beunruhigung. Es wird befürchtet, dass die Lage außer Kontrolle geraten könnte.
Bei den seit vier Tagen andauernden Protesten gegen die Regierung kamen mindestens zwölf Menschen ums Leben, mehr als 2.000 wurden verletzt. Ausgelöst wurde die jüngste Gewalt durch die Krawalle in einem Fußballstadion am Mittwoch, bei denen 74 Menschen getötet wurden.
Immer mehr Menschen fordern einen schnelleren Wandel. Eine Berater-Gruppe des Militärrates schlug vor, die Vorbereitungen für die Präsidentschaftswahlen zu beschleunigen. Demnach soll die Nominierung von Kandidaten bereits ab 23. Februar möglich sein und nicht erst Mitte April. Damit wäre eine Wahl bereits im April oder Mai möglich. Auch der prominenteste Bewerber um die Präsidentschaft, Amre Mussa, pochte auf einen neuen Fahrplan. International sorgt die neue Welle der Gewalt für Beunruhigung. Es wird befürchtet, dass die Lage außer Kontrolle geraten könnte.
Viele trauen sich nicht mehr auf die Straße
In der Kairoer Innenstadt kommt es immer wieder zu Scharmützeln mit der Polizei. Nach Angaben des Staatsfernsehens werden Autos beschädigt, Läden mit Brandbomben attackiert. Die Sicherheitskräfte setzten erneut Tränengas ein. Viele Bewohner bleiben aus Angst vor weiteren Gewaltausbrüchen zu Hause, und auch viele Ausländer machen zurzeit einen Bogen um die ägyptische Hauptstadt. Ein Flughafen-Sprecher sagte, die Besucherzahlen, die nach dem Umsturz vor einem Jahr bereits deutlich gesunken waren, seien in den vergangenen Tagen noch einmal um etwa 40 Prozent gesunken.Die Proteste hatten begonnen, nachdem am Mittwoch bei einem Erstligaspiel in der Stadt Port Said bei Ausschreitungen 74 Menschen ums Leben gekommen waren. Fußballfans warfen der Polizei vor, nicht eingegriffen und weggeschaut zu haben, als Spieler und Anhänger des Kairoer Klubs Al-Ahli attackiert wurden. Aktivisten und Menschenrechtler machen die Militärs verantwortlich. Gerüchte kamen auf, dass die Krawalle auf dem Spielfeld von bezahlten Schlägertrupps provoziert wurden, um Chaos zu stiften.
Noch vor einer Woche, am 25. Januar, hatten die Ägypter den ersten Jahrestag des Beginns der Massenproteste gefeiert. Diese hatten am 11. Februar 2011 schließlich zum Sturz von Machthaber Husni Mubarak geführt – viel geändert hat sich seitdem nicht.
















