Nach Kindesentführung: Streit um Sorgerecht
11.11.10
Die italienischen Medien verfolgen den Sorgerechtsstreit der Eltern mit großem Interesse.Deutsch-Italienisches Medienspektakel
Dass eine Mutter ihre eigenen Kinder entführt und ins Ausland bringt, ist leider nichts Ungewöhnliches mehr. Dass dies aber gleich zweimal hintereinander geschieht, ist bemerkenswert und auch tragisch. Ein erbitterter Sorgerechtsstreit zwischen dem deutschen Vater und der italienischen Mutter.
Seit Februar hat Tobias Ritter aus Unterhaching bei München keinen Kontakt mehr zu seinen Kindern Leonardo und Nicoló. Einen Tag vor Leonardos Einschulung flüchtete die Mutter mit den beiden Jungen in ihr Heimatland Italien.
Die deutsche Justiz hatte der Mutter das Sorgerecht für den Zwölf- und Achtjährigen entzogen. Marinella Colombo nahm sie trotzdem mit nach Italien. Beim ersten Mal brachte die Polizei die Kinder nach Bayern zurück. Dann verschleppte sie die Jungen ein zweites Mal. Für Marinella war dies aber keine Entführung: "Ich habe niemanden entführt, ich habe mich immer gesetzmäßig verhalten, nur dass in Deutschland die Gesetze anders ausgelegt werden als im Rest Europas."
Seit Februar hat Tobias Ritter aus Unterhaching bei München keinen Kontakt mehr zu seinen Kindern Leonardo und Nicoló. Einen Tag vor Leonardos Einschulung flüchtete die Mutter mit den beiden Jungen in ihr Heimatland Italien.
Die deutsche Justiz hatte der Mutter das Sorgerecht für den Zwölf- und Achtjährigen entzogen. Marinella Colombo nahm sie trotzdem mit nach Italien. Beim ersten Mal brachte die Polizei die Kinder nach Bayern zurück. Dann verschleppte sie die Jungen ein zweites Mal. Für Marinella war dies aber keine Entführung: "Ich habe niemanden entführt, ich habe mich immer gesetzmäßig verhalten, nur dass in Deutschland die Gesetze anders ausgelegt werden als im Rest Europas."
Viele italienische Zeitungen geben der 40-jährigen Mutter Recht. Der Fall wurde längst zum Medienspektakel. "Unserer Meinung nach ist das ein Fall von Ungerechtigkeit. Die Kinder werden der Mutter entzogen und man versteht den Grund dafür nicht. Wir haben uns viel mit dem Fall befasst, weil wir uns alle in sie hineinversetzen und uns fragen, wie wir uns an ihrer Stelle verhalten würden", beschreibt die italienische Reporterin Fausta Chiesa das Verhalten der Medien.
Beide Eltern argumentieren, dass sie nur das Beste für ihre Kinder wollen. Doch der erbitterte Streit geht weiter. Zuletzt saß die Mutter wegen Kindesentführung im Gefängnis. Der Vater kämpft vom fernen München aus. Ein juristisches Gezerre, das auf dem Rücken von Leonardo und Nicoló ausgetragen wird.
















