Nach Datenschutz-Kritik: Facebook stoppt Gesichtserkennung in Europa
22.09.12
Eine Datenbank mit dem "Gesichtsabdruck" von Millionen Mitgliedern habe laut Datenschützern ein immenses Risiko- und Missbrauchspotenzial.Foto: dpa bildfunk
Bis zum 15. Oktober werden alle Nutzerprofile gelöscht
Bald müssen Facebook-User wieder selbst auswählen, wen sie auf ihren Fotos markieren wollen. Das Online-Netzwerk hat nach Kritik von Datenschützern angekündigt, die umstrittene Gesichtserkennungs-Funktion in Europa zu stoppen. Bis zum 15. Oktober werden alle bisher dafür erstellten Nutzerprofile gelöscht, wie die irische Datenschutzbehörde, die für die Kontrolle von Facebook in Europa zuständig ist, mitteilte. Die Funktion sei bereits für alle neuen Nutzer in der EU abgeschaltet und werde jetzt komplett auf Eis gelegt.
Die automatische Gesichtserkennung soll nach der Vorstellung von Facebook den Nutzern helfen, ihre Freunde in Fotos zu finden und zu markieren. Unter anderem der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar hatte kritisiert, eine Datenbank mit dem "Gesichtsabdruck" von Millionen Mitgliedern habe ein immenses Risiko- und Missbrauchspotenzial. Er forderte, dass Nutzer ausdrücklich um ihre Zustimmung zur Freischaltung der Funktion gefragt werden müssten. Facebook hatte bisher betont, die Fotomarkierungs-Funktion sei vollkommen konform mit den europäischen Datenschutzbestimmungen.
Das soziale Netzwerk machte keine Angaben dazu, wie und wann die Funktion in Europa wieder eingeführt werden könnte. "Wir hoffen, dass wir das großartige Hilfs-Werkzeug auch europäischen Nutzern künftig wieder zur Verfügung stellen können", erklärte das Unternehmen von Mark Zuckerberg. Facebook wolle einen einheitlichen Ansatz finden, um alle Nutzer über das Feature zu informieren.
Die automatische Gesichtserkennung soll nach der Vorstellung von Facebook den Nutzern helfen, ihre Freunde in Fotos zu finden und zu markieren. Unter anderem der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar hatte kritisiert, eine Datenbank mit dem "Gesichtsabdruck" von Millionen Mitgliedern habe ein immenses Risiko- und Missbrauchspotenzial. Er forderte, dass Nutzer ausdrücklich um ihre Zustimmung zur Freischaltung der Funktion gefragt werden müssten. Facebook hatte bisher betont, die Fotomarkierungs-Funktion sei vollkommen konform mit den europäischen Datenschutzbestimmungen.
Das soziale Netzwerk machte keine Angaben dazu, wie und wann die Funktion in Europa wieder eingeführt werden könnte. "Wir hoffen, dass wir das großartige Hilfs-Werkzeug auch europäischen Nutzern künftig wieder zur Verfügung stellen können", erklärte das Unternehmen von Mark Zuckerberg. Facebook wolle einen einheitlichen Ansatz finden, um alle Nutzer über das Feature zu informieren.
Gespräche bis tief in die Nacht
Die irische Datenschutzbehörde ist für die Kontrolle von Facebook in Europa zuständig, weil der US-Konzern in dem Land sein europäisches Hauptquartier angesiedelt hat. Die Datenschützer zeigten sich weitgehend zufrieden damit, wie ihre Empfehlungen von Dezember 2011 umgesetzt wurden. Nach wie vor müsse Facebook aber unter anderem bei den Datenschutz-Informationen für bestehende Nutzer nachbessern.Der Facebook-Entscheidung, bei der Gesichtserkennung "die Uhr neu zu starten", seien monatelange intensive Gespräche zum Teil bis tief in die Nacht geführt worden, sagte der Vize-Chef der irischen Behörde, Gary Davis. Aus seiner Sicht sind nun alle Probleme mit der Funktion ausgeräumt.
















