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Müssen wir bald 45 Stunden pro Woche arbeiten?

23.10.10
Sollte es bald längere Wochenarbeitszeiten geben, bleibt einem mehr Zeit, den Schreibtisch leer zu arbeiten.Sollte es bald längere Wochenarbeitszeiten geben, bleibt einem mehr Zeit, den Schreibtisch leer zu arbeiten.
Foto: RTL Interactive

Fachkräftemangel hat Konsequenzen

Die guten Nachrichten aus der Wirtschafts- und Arbeitswelt wurden ja langsam schon unheimlich. Überall Aufschwung, immer weniger Arbeitslose, laut Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen schon unter drei Millionen. Das Konsumklima steigt auch immer weiter, Deutschland kauft wieder kräftig ein.

Aber es schwirrte schon während der guten Nachrichten in den letzten Tagen immer dieses bedrohliche Wort durch die Luft: ‚Fachkräftemangel’. Doch außer Politikern und ein paar betroffenen Arbeitgebern schien das niemanden zu beunruhigen. Das könnte sich jetzt ändern, denn dieser Fachkräftemangel hat Folgen für den Arbeitnehmer. Unter Umständen muss er nämlich demnächst länger arbeiten.

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Bis zu 48 Stunden sind erlaubt

Die Arbeitszeit könnte bis auf 45 Stunden pro Woche steigen, um den Mangel an Mitarbeitern auszugleichen, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, der 'Bild'-Zeitung. "Mittelfristig geht es nicht ohne längere Arbeitszeiten. 37,5- oder 38-Stunden-Wochen sind in jedem Fall vorbei." Vor allem in den exportorientierten Branchen wie Maschinen- und Anlagenbau aber auch in der Gesundheits- und der Pflegebranche werde es Bedarf nach längeren Arbeitszeiten geben.

Auch der Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Ulrich Blum, sagte: "Mittelfristig werden wir um längere Arbeitszeiten nicht herum kommen." Dann könnte es 42- oder sogar bis zu 45-Stunden-Wochen geben. Der Vorsitzende der CDU/CSU- Mittelstandsvereinigung, Josef Schlarmann, sagte der 'Bild': "Der Fachkräftemangel kann nicht mit Arbeitslosen oder älteren Arbeitnehmern beseitigt werden."

Es müsse Zuwanderung geben. Wer das nicht wolle, müsse sich für eine Anhebung der tariflichen Arbeitszeiten von deutlich über 40 Stunden bei entsprechendem Lohnausgleich stark machen. Der Direktor des Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, verwies darauf, dass laut Gesetz sogar eine Wochenarbeitszeit von bis zu 48 Stunden erlaubt sei.

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