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Mitt Romneys Berater beschimpft Journalisten

31.07.12
Mitt Romney in PolenPleiten, Pech und Pannen: Mitt Romney patzt im Ausland.
Foto: Reuters

Pleiten, Pech und Pannen beim Auslandstrip

Am Ende einer ziemlich verkorksten Woche platzte dem Mitarbeiter von Mitt Romney der Kragen. "Du kannst mich mal", schimpfte der Sprecher des US-Präsidentschaftskandidaten, Nick Gorka, einem Reporter zu. Romney hatte gerade in Warschau den Pilsudski-Platz besucht, als Journalisten ihn mit Fragen über seine vielen Pannen während der Tour durch Großbritannien, Israel und Polen löcherten. Der Herausforderer von Barack Obama habe die Fragen ignoriert, wie der TV-Sender 'CNN' berichtete, Gorka aber nicht: Am Hintern könne man ihn küssen, ließ der er die Medienleute wissen. Wenig später soll Gorka einem Reporter des Onlinemagezins 'Politico' gesagt haben, er solle sich "verpissen".

Diese Szene war symptomatisch: Ja, Romney schaffte es mit seiner ersten Auslandsreise als Bewerber fürs Weiße Haus bei der Wahl im November über Tage auf die US-Titelseiten. Ja, er verdrängte sogar den Amtsinhaber Obama weitgehend aus den Medien. Aber nein, es waren in den allermeisten Fällen sicherlich nicht die Schlagzeilen, die sich der Republikaner gewünscht hätte. Keine Zeitung konnte sich das Urteil verkneifen, dass Romney seine Gastgeber wahlweise verwirrt, verärgert oder regelrecht beleidigt hat. "Mitt Romney hätte zu Hause bleiben sollen", urteilte 'Politico' abschließend.

Romney wollte mit dem Überseetrip seine Glaubwürdigkeit als Außenpolitiker beweisen. Doch dann brüskierte er in London den britischen Premierminister David Cameron mit dem Zweifel, ob dessen Land überhaupt fähig sei, die Olympischen Spiele in London auszurichten.

In Israel brachte er anschließend die arabische Welt gegen sich auf, als er Jerusalem als "Hauptstadt Israels" bezeichnete. Das ist international nicht anerkannt, auch die US-Botschaft befindet sich in Tel Aviv. Schließlich fing sich Romney noch einen Rassismusvorwurf ein mit der Äußerung, die wirtschaftliche Überlegenheit Israels über die Palästinenser sei auch kulturell begründet. Von der israelischen Besatzung und deren Auswirkungen auf die Palästinenser kein Wort.

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"Als Tourist hat er Mist gebaut"

Glimpflicher verlief es für Romney zum Abschluss seiner Reise in Polen. Der Friedensnobelpreisträger Lech Walesa hatte gar lobende Worte übrig: "Wir denken sehr ähnlich". Doch wahrscheinlich war der Arbeiterführer nur immer noch sauer auf Obama, weil dieser bei einem Empfang polnischer Politiker im Weißen Haus keine Zeit für ihn hatte.

Auch die Obama-Sprechchöre bei seinen Auftritten waren wohl wenig förderlich für den Herausforderer. Ebenso wenig die nüchterne Äußerung des polnischen Außenministers Radoslav Sikorski, der mit einer Amerikanerin verheiratet ist: "Polen hat ausgezeichnete Beziehungen zu den USA, unabhängig davon, welche Partei gerade regiert", meinte er. Lobpreis klingt anders.

Dem 65-Jährigen Republikaner dürfte vor allem klar geworden sein, dass er in der Weltpolitik keinen Welpenschutz genießt. So hielt auch die Heimatpresse sich mit Kritik nicht zurück: "Nicht ermutigend" sei die Reise gewesen, kommentierte die 'New York Times'. Ein "Desaster", meinte 'Politico'. Selbst das konservative 'Wall Street Journal' hatte Mühe, positive Worte zu finden. Immerhin sei er ein ausgesprochener Israel-Freund, brachte ihr Kolumnist zu Papier. Bitterböse Kritik kam natürlich aus dem Demokraten-Lager: "Ich weiß nicht, wie er den Job als Staatschef machen würde. Als Tourist hat er Mist gebaut", ätzte der Obama-Vertraute und Bürgermeister von Chicago, Rahm Emanuel.

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