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Merkel und Röttgen: Zoff um Rücktritt

17.05.12
Röttgen entlassen, Streit im KanzleramtOffenbar flogen vor dem Rausschmiss Röttgens im Kanzleramt die Fetzen.
Foto: dpa bildfunk

Er wollte sein Amt behalten

Offenbar hat es zwischen Bundeskanzlerin Angela und Ex-Umweltminister Norbert Röttgen (beide CDU) unmittelbar vor dessen Entlassung einen heftigen Streit gegeben.

Laut Informanten aus hochrangigen Regierungskreisen hatte Merkel Röttgen schon am Dienstag in einem Gespräch im Kanzleramt den Rücktritt nahegelegt. Das berichtet die 'Rheinische Post'.

Der 46-Jährige habe sein Ministeramt aber nicht abgeben wollen. Außerdem habe er Merkel für die fehlende Unterstützung nach der verbalen Attacke von CSU-Chef Seehofer kritisiert. Merkel habe Röttgen nach dem knapp einstündigen Gespräch schließlich eine Nacht Zeit gelassen, um über den Rücktritt nachzudenken, berichtet die Zeitung weiter.

Röttgen blieb aber auch am Mittwochmorgen bei seiner Haltung. Nach der Kabinettssitzung nahm Merkel ihn zur Seite teilte ihm die Entlassung mit. Die Entscheidung der Kanzlerin sei ein Prozess von "zwei Tagen" gewesen, heißt es. Am Montag habe sie ihn noch im Amt behalten wollen.

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In CDU rührt sich Kritik an Entlassung

Nach der Entlassung Röttgens kommt in der nordrhein-westfälischen CDU Unmut gegen die Kanzlerin auf. CDU-Landtagsfraktionschef Karl-Josef Laumann sagte: "Ich verstehe nicht, dass Norbert Röttgen bis Sonntagabend 18 Uhr als der hervorragende Umweltminister galt, der er war, und heute entlassen wird."

Der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach sagte dem 'Kölner Stadt-Anzeiger': "Wenn jemand am Boden liegt, muss man nicht noch drauf treten." Dem Portal 'Zeit online' sagte er: "Ich hätte ihm im Amt eine zweite Chance gegönnt." Und: "Ein bisschen mehr Menschlichkeit würde uns ganz gut anstehen."

Bundestagspräsident Norbert Lammert nannte Merkels Entscheidung bedauerlich für Röttgen, das Ministerium und die CDU. "Ich hätte mir eine andere Konstellation gewünscht", sagte Lammert. Er habe Röttgen hoch angerechnet, dass er direkt nach dem CDU-Wahlfiasko in Nordrhein-Westfalen als Landesvorsitzender zurückgetreten sei und so den Weg für einen Neuanfang des Landesverbandes freigemacht habe.

Merkel begründete den in ihrer siebenjährigen Kanzlerschaft einmaligen Schritt mit den anstehenden Herausforderungen der Energiewende. Die zu bewältigen traute sie ihrem angeschlagenen Gefolgsmann offensichtlich nicht mehr zu. Zum Nachfolger ernannte sie den Saarländer Peter Altmaier, bisher Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion.

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