Libyen: Erneute Kämpfe um Misrata
27.04.11
Die Rebellenhochburg Misrata wird nach Angaben der Rebellen wieder bombardiert.Foto: Reuters
"Die Situation ist sehr gefährlich"
Nach dem Rückzug der Regierungssoldaten ist die libysche Rebellenbastion Misrata nach Angaben der Aufständischen erneut unter schweren Beschuss geraten. Die Truppen von Machthaber Muammar Gaddafi hätten erneut mit der Bombardierung der westlichen Stadt begonnen, sagte ein Rebellensprecher. Ziel seien das Stadtzentrum sowie drei Wohnviertel gewesen. "Die Situation ist sehr gefährlich." Bei den erbitterten Kämpfen um die drittgrößte Stadt des nordafrikanischen Landes sind Hunderte Zivilisten ums Leben gekommen.
In der Nach zum Samstag hatte Vize-Außenminister Chalid Kaim verkündet, Gaddafi habe den Rückzug aus Misrata angeordnet, wohl auch um das Gesicht des Regimes angesichts der jüngsten Rückschläge zu wahren. Jetzt würden "die Stämme" die Angelegenheit "mit den Menschen in Misrata direkt regeln, entweder mit Gewalt oder in Verhandlungen", sagte Kaim. Übergangsrats-Sprecher Gheriani ordnete die Drohung mit den Stämmen als Bluff ein. Diese hätten sich bislang an der Bekämpfung des Aufstands nicht beteiligt, "und wir sehen auch nicht, warum sie das tun sollten. Sie leiden genauso unter Gaddafi."
Die Aufständischen in der westlibyschen Stadt trauten aber den Rückzugsankündigungen des Regimes von Anfang an nicht. "Wir würden einen vollständigen Rückzug mit Freuden sehen, aber wir sind nicht optimistisch", sagte der Sprecher des Übergangsrates, Mustafa Gheriani. Das Regime habe schon häufig und schnell seine Taktik geändert. "Was Gaddafi sagt und was Gaddafi tut, sind zwei verschiedene Dinge."
In der Nach zum Samstag hatte Vize-Außenminister Chalid Kaim verkündet, Gaddafi habe den Rückzug aus Misrata angeordnet, wohl auch um das Gesicht des Regimes angesichts der jüngsten Rückschläge zu wahren. Jetzt würden "die Stämme" die Angelegenheit "mit den Menschen in Misrata direkt regeln, entweder mit Gewalt oder in Verhandlungen", sagte Kaim. Übergangsrats-Sprecher Gheriani ordnete die Drohung mit den Stämmen als Bluff ein. Diese hätten sich bislang an der Bekämpfung des Aufstands nicht beteiligt, "und wir sehen auch nicht, warum sie das tun sollten. Sie leiden genauso unter Gaddafi."
Die Aufständischen in der westlibyschen Stadt trauten aber den Rückzugsankündigungen des Regimes von Anfang an nicht. "Wir würden einen vollständigen Rückzug mit Freuden sehen, aber wir sind nicht optimistisch", sagte der Sprecher des Übergangsrates, Mustafa Gheriani. Das Regime habe schon häufig und schnell seine Taktik geändert. "Was Gaddafi sagt und was Gaddafi tut, sind zwei verschiedene Dinge."
USA fliegen ersten Drohnen-Angriff
Unterdessen sind auch die Flugangriffe der NATO weitergegangen. In der Nacht war in Tripolis heftiges Feuer aus Flugabwehrkanonen zu hören. Nach Medienberichten gab es mindestens drei Explosionen. Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt. Kampfjets der internationalen Truppen konzentrierten ihre Angriffe aber auf Misurata. Unter anderem seien sieben Raketenwerfer in der Umgebung der Stadt zerstört worden, teilte die Nato in Brüssel mit.Die USA führten einen ersten Militärschlag mit einer Kampfdrohne aus. Ein Pentagonsprecher bestätigte nach Medienangaben den Angriff. Damit wollen die USA nach Regierungsangaben zum Schutz der Zivilbevölkerung beitragen. Der Nationale Übergangsrat der Aufständischen, der seinen Sitz in der östlichen Stadt Bengasi hat, wünscht sich allerdings noch mehr militärische Hilfe von den USA, unter anderem den Einsatz der auf die Bekämpfung von Bodenzielen spezialisierten A-10-Bomber.
US-Präsident Barack Obama hatte am Donnerstag grünes Licht für den Kampfeinsatz der ferngesteuerten unbemannten Flugzeuge vom Typ 'Predator' gegen die Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi gegeben. Damit wollen die USA zum Schutz der Zivilbevölkerung beitragen.
Zwar waren bereits in den vergangenen Wochen bewaffnete US-Drohnen in Libyen eingesetzt worden, aber sie absolvierten lediglich Aufklärungsflüge. Mit den Angriffen nehmen die USA nun wieder aktiv an Kampfhandlungen teil, nachdem sie das Kommando über den Militäreinsatz an die Nato abgegeben und sich auf eine unterstützende Rolle beschränkt hatten.
Frankreich, Großbritannien und Italien entsandten Militärspezialisten zu den Rebellen nach Libyen, Italien zehn und Frankreich und Großbritannien jeweils unter 20. Nach Informationen der französischen Nachrichten-Website 'nouvelobs.com' aus dem Pariser Präsidentenpalast sollen die französischen Offiziere die Verbindung der Rebellen in Bengasi und Misrata zur Nato-Befehlsleitstelle in Neapel sichern. Sie sollten der Nato schnell Bombardierungsziele nennen und die Erfolge der Angriffe auswerten, heißt es.
Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) bekräftigte die Weigerung Deutschlands, sich an dem Kampfeinsatz zu beteiligen. "Die Entwicklung in Libyen zeigt, dass es richtig war, sich an den Luftangriffen nicht zu beteiligen", sagte Niebel dem 'Hamburger Abendblatt'.
















