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Krailling: Ehefrau des Angeklagten packt aus

25.01.12
Thomas S. Gericht Ursula S. Interview KraillingThomas S. schweigt im Prozess um Doppelmord.
Foto: dpa bildfunk

Geständnisse im Interview

Thomas S. schweigt sich zu den Vorwürfen, er habe seine beiden Nichten umgebracht, weiter aus. Heute hat der zweite Prozesstag gegen den 51-Jährigen begonnen, und seine Ehefrau spricht im Interview erstmals über ihren Mann und die Ehe.

Ursula S. lebt in Angst um sich und ihre Kinder. Ihr Mann habe ihr gedroht, würde sie sich scheiden lassen oder ihn betrügen, bringe er die Familie um. Doch er sei nicht immer so gewesen, sagt sie. Jetzt kämpft sie mit Vorwürfen der Familie. Zur Mutter von Chiara und Sharon hat sie keinen Kontakt. Ein Aufeinandertreffen im Gerichtssaal bleibt aber unumgänglich.

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Mutter der Geschwister wird Aussagen müssen

Ursula S. graut es vor dem Tag, an dem ihr Mann nicht mehr hinter Gittern sitzt. "Wenn er jemals wieder auf freien Fuß kommt, habe ich immer den Gedanken, er bringt die Kinder wie auch mich um - aus Rache", so die Mutter. Ihr Mann habe sie schon mal bedroht, kurz nachdem sie Tochter Julia zur Welt gebracht hatte. Er hatte schon zwei Kinder von seiner Ex-Frau, für die er Unterhalt zahlen musste.

"Er kam dann auf mich zu und meinte: Wenn du dich jemals scheiden lässt oder mich betrügst, ich werde nie einen Unterhalt zahlen für dich und die Kinder, ich werde dich umbringen, und ich werde auch die Kinder umbringen", so Ursula S. Die Angst, dass es wirklich so kommen könnte, lasse sie nicht los.

Thomas S. sei nicht immer ein Monster gewesen. Doch 2010 habe sich ihr Mann verändert. Für die Ehefrau ist Thomas S. ein geteilter Mensch: "Es ist ein Mensch, der Kinder in die Welt gesetzt hat und vielleicht jetzt verurteilt wird aus dem Grund, weil er vielleicht diesen Mord begangen hat."

Am heutigen Prozesstag sollen weitere Polizeibeamte sowie Rettungskräfte aussagen. Im Laufe des Verfahrens werden wohl auch Ursula S. und ihre Schwester in den Zeugenstand gerufen. Die Mutter von Chiara und Sharon ist dem Prozess bisher fern geblieben, tritt aber als Nebenklägerin auf.

Ursula S. hat die Scheidung von ihrem Ehemann eingereicht und hofft, dass er lange im Gefängnis bleiben wird.

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