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Korruptionsindex: Deutschland kommt gut davon

02.11.11
Das berühmte Geld im Briefumschlag.Das berühmte Geld im Briefumschlag. In Deutschland wird weniger bestochen als in den meisten Industrienationen.

Korruption richtet wahnsinnigen Schaden an

Deutschland ist mit dem aktuellen Korruptionsindex ganz gut bedient. In der Liste der Antikorruptions-Organisation Transparency International (TI) belegt die Bundesrepublik den vierten Platz.

Firmen aus Russland und China setzen laut TI am häufigsten Schmiergelder bei Geschäften im Ausland ein. Die korrektesten Unternehmen stammen demnach aus den Niederlanden und der Schweiz, die jeweils 8,8 Punkte erhielten.

Die TI-Untersuchung stützt sich auf die Befragung von Geschäftsleuten, die zwischen null (Schmiergeld wird immer eingesetzt) und zehn (bestochen wurde nie) Punkten vergeben konnten. Vor Deutschland mit 8,6 Punkten rangiert Belgien mit 8,7 Punkten.

Am anderen Ende der Rangfolge von 28 Ländern stehen Mexiko (7 Punkte) und Indonesien (7,1) vor China (6,5) und Russland (6,1). Die USA belegen mit 8,1 Punkten den zehnten Platz.

Niederlande und Schweiz ganz vorne
Hier die Top Ten und die letzten der Liste sehen
Niederlande und Schweiz ganz vorne  

Kaum Korruption in der Landwirtschaft - viel Korruption bei öffentliche Aufträgen

TI untersuchte auch, welche Wirtschaftsbereiche am häufigsten von Bestechungsversuchen betroffen sind. Demnach fließt Schmiergeld meistens bei öffentlichen Aufträgen und Bauarbeiten. Am wenigsten bestochen wird in der Landwirtschaft.

Edda Müller, die Vorsitzende von TI Deutschland bemängelte, dass sich trotz diverser Skandale - wie der Korruptionsaffäre bei Siemens - nichts am Gesamtbild der deutschen Exportwirtschaft geändert habe.

Positiv bewertet TI in diesem Zusammenhang die schärfere Verfolgung der Geldwäsche, die der Bundestag in der kommenden Woche verabschieden will. Dabei sollen Bußgelder erhöht und Immobilienmakler, Steuerberater sowie Rechtsanwälte stärker in die Pflicht genommen werden. Müller sprach von einem Schritt in die richtige Richtung. Angesichts eines jährlichen Schadens durch Geldwäsche von mindestens 43 Milliarden Euro allein in Deutschland dürfe sich der Bundestag nicht von den ablehnenden Stimmen aus der Wirtschaft beirren lassen.

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