TV HIGHLIGHT
Rising Star
AB 28.08. | 20:15
Rising Star
Presenter

Klimagipfel in Doha produziert bisher nur heiße Luft

03.12.12 11:35
Doha, klimagipfel, klimakonferenzVor den Toren der Konferenz in Doha demonstrieren Kataris gegen die hohen COs-Emissionen.
Foto: dpa bildfunk

Altmaier erhält Schelte von Umweltverbänden

Es stand von Anfang an zu befürchten, dass beim Weltklimagipfel in Doha/Katar nur weitere heiße Luft in die Atmosphäre geblasen würde. Zur Halbzeit des Treffens gibt es nichts Bemerkenswertes zu vermelden. Dass allerdings der deutsche Umweltminister Peter Altmaier (CDU) in einem Gastbeitrag einer Sonntagszeitung schreibt, es werde in Katar ohne jeden Erfolg verhandelt, hat schon ein 'Geschmäckle‘.

Denn sollte nicht Altmaier aktive Überzeugungsarbeit leisten und an sinnvollen und erreichbaren Klimazielen mitwirken, anstatt aus der Distanz zu kritisieren? Vertreter von Greenpeace und BUND forderten den Minister auf, sein politisches Gewicht für eine Reduzierung der klimaschädlichen Treibhausgase in die Waagschale zu werfen.

Ann-Kathrin Schneider, als Beobachterin für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Doha, erklärte: "Bisher wartet jeder darauf, dass der andere sich bewegt. Wenn das so weitergeht, scheitert die Konferenz."

Laut Martin Kaiser, der für Greenpeace Deutschland in Doha die Konferenz verfolgt, ist die EU vom internen Streit mit Polen um die Ausgestaltung des Kyoto-Folgeabkommens völlig gelähmt. "In der kommenden Woche muss die Regierung Merkel Farbe beim Klimaschutz bekennen und die Führungsrolle Europas zurückgewinnen", forderte der Greenpeace-Vertreter.

Nur Mini-Kompromiss in Doha
Mit dem Hammer gegen das Klimaschutz-Debakel
Nur Mini-Kompromiss in Doha  
Letzter Kraftakt in Doha
Verlängerung beim Klimagipfel
Letzter Kraftakt in Doha  
Klimagipfel in Doha
„Die Welt kann sich ein Scheitern nicht leisten“
Klimagipfel in Doha  
Klimagipfel in Doha
Die Machtlosigkeit des Peter Altmaier
Klimagipfel in Doha  
Philippinen mit bewegendem Appell
Klimagipfel in Doha: Kein Durchbruch in Sicht
Philippinen mit bewegendem Appell  
Polen blockieren – Ban Ki Moon warnt eindringlich
EU tritt beim Weltklimagipfel nicht mehr als Einheit auf
Polen blockieren – Ban Ki Moon warnt eindringlich  
Die besten Tipps gegen CO2-Ausstoß
Maßnahmen gegen den Klimawandel
Die besten Tipps gegen CO2-Ausstoß  
Kiribati könnte schon bald verschwunden sein
Klimagipfel in Doha: Auf der Suche nach der Rettung
Kiribati könnte schon bald verschwunden sein  
Umweltschützer fordern Entscheidungen
Klimagipfel in Doha: Auf der Suche nach der Rettung
Umweltschützer fordern Entscheidungen  
UN-Klimagipfel: Zwei-Grad-Ziel kaum zu halten
Die Weltrettung wird wohl wieder verschoben
UN-Klimagipfel: Zwei-Grad-Ziel kaum zu halten  

Die großen Industrienationen müssen voran gehen

Und während die Delegationen verhandeln um Emissionsrechte, um Eindämmung des CO2-Ausstoßes und um wirksame Maßnahmen gegen die Erderwärmung, steigt das Meerwasser weiter an, schmelzen Gletscher und Packeis, taut Permafrostboden weiter auf und setzt Methangase frei, weigern sich große Industrie- und Schwellenländer, sich an weitreichenden Klimazielen zu beteiligen.

China, die USA und Kanada gelten als die größten Blockierer. Auch die riesigen Volkswirtschaften aus Russland, Brasilien und Indien gelten nicht gerade als Vorreiter des Klimaschutzes. So lange aber diese Hauptverursacher des Klimawandels nicht vorangehen, so lange Öl- und Gasexporteure wie Saudi-Arabien, Kasachstan und der Iran gar nichts zum Umweltschutz beitragen, so lange steuert die Welt auf die Klimakatastrophe zu.

Das Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, gilt jetzt schon als nicht mehr einhaltbar. Experten rechnen mit vier Grad. Doch mit welchen Folgen das verbunden wäre, wissen auch die kühnsten Wissenschaftler nicht zu sagen. Nur, dass die Folgen für unzählige Tier- und Pflanzenarten, vielleicht auch für den Mensch, desaströs werden, scheint sicher.

Noch ist der Gipfel nicht gescheitert: Die Minister der Staaten reisen erst noch an. BUND-Expertin Schneider gibt Altmaier eine Aufforderung mit auf den Weg an den Persischen Golf: "Noch gibt es die Chance, dass die nächste Woche anreisenden Minister das Ruder herumreißen." Die reichen Länder müssten Geld für den Klimafonds zum Ausgleich von Klimaschäden zur Verfügung stellen. Nur dann könnten die Entwicklungs- und Schwellenländer sich einem neuen globalen Klimaschutzabkommen öffnen.

Greenpeace forderte den Minister auf, seinen Ankündigungen Taten folgen zu lassen: "Die EU muss in Katar ankündigen, dass sie ihr Klimaziel erhöhen und nicht zulassen wird, dass das Kyoto-Protokoll aufgeweicht wird", sagt Kaiser. Die EU hatte ihr Ziel, im Jahr 2020 zwanzig Prozent weniger CO2 als 1990 auszustoßen, bereits 2011 erreicht, sich bisher jedoch nicht zu einer Steigerung durchgerungen.

Immerhin: Deutschland will sich in Doha für ehrgeizige EU-Ziele bei der Minderung von CO2-Ausstößen einsetzen. "Die Botschaft ist, wir wollen die 27 EU-Staaten möglichst nah beieinander halten", sagte die Parlamentarische Umweltstaatssekretärin Katherina Reiche (CDU). Bisher hat sich die EU zu einer Reduktion von 20 Prozent bis 2020 im Vergleich zu 1990 verpflichtet. Besonders das Kohle-Land Polen blockiert höhere Ziele.

Ich bin

Im Alter von

bis

Suche
Singles aus Ihrer Nähe sehen