Kinderleichen nach Schiffsunglück gefunden
11.07.11
Das Ausflugsschiff 'Bulgaria' ist bei einem schweren Unwetter gesunken.Foto: dpa bildfunk
Taucher bergen Leichen
Das auf der Wolga gesunkene russische Unglücksschiff hat nach offiziellen Angaben illegal Passagiere transportiert. Die Betreiber der 'Bulgaria' hätten keine Lizenz zur Personenbeförderung gehabt, teilte die Ermittlungsbehörde nach Angaben der Agentur Interfax mit. Auch sei das Schiff mit etwa 200 Menschen deutlich überladen gewesen. So seien auf ähnlichen Schiffstypen höchstens 120 Passagiere erlaubt.
Die Zahl der Geretteten wurde mit etwa 80 Menschen angegeben. Unter den Toten seien besonders viele Kinder, die sich vor dem Untergang der 'Bulgaria' in einem Raum zum Feiern versammelt hatten, sagten Überlebende im russischen Staatsfernsehen.
Die Zahl der Geretteten wurde mit etwa 80 Menschen angegeben. Unter den Toten seien besonders viele Kinder, die sich vor dem Untergang der 'Bulgaria' in einem Raum zum Feiern versammelt hatten, sagten Überlebende im russischen Staatsfernsehen.
Schiff bei schlechtem Wetter havariert
Etwa 100 Taucher setzten die Bergung der Leichen fort. Eine Vielzahl der Toten war am Morgen im Inneren des Schiffswracks gefunden worden - in den Kajüten, im Restaurant und in der Bar der 'Bulgaria'."Der Kapitän hätte wissen müssen, dass das Wetter keine Kreuzfahrten erlaubt", sagte der Sprecher der örtlichen Zivilschutzbehörde, Michail Turkow, nach Angaben der Agentur Interfax. Immer wieder hatte es widersprüchliche Angaben zur Zahl der Menschen an Bord sowie zu den Geretteten und Vermissten gegeben.
Präsident Dmitri Medwedew ordnete einen Großeinsatz von Rettungskräften an. Er betonte, das Unglück wäre bei einer Einhaltung der Sicherheitsvorschriften nicht passiert. Das Zivilschutzministerium schickte ein Rettungsflugzeug mit Sondereinsatzkräften in die Region. Die Generalstaatsanwaltschaft entsandte Sonderermittler. Nach ersten Erkenntnissen könnte eine Verkettung unglücklicher Umstände zu dem Unglück geführt haben: das Unwetter, das hohe Alter des Schiffs sowie unzureichende Sicherheitsvorkehrungen an Bord, hieß es.
Die 'Bulgaria' war nach Augenzeugenberichten bei schlechtem Wetter havariert. Demnach sank das Schiff mit zwei Decks innerhalb weniger Minuten rund drei Kilometer vom Ufer entfernt. An der Unglücksstelle ist die Wolga den Angaben zufolge am breitesten und etwa 20 Meter tief. Das Schiff des Reiseanbieters 'Agroretschtur' war nach Medienberichten um 1955 in der damaligen Tschechoslowakei gebaut worden.
Aus Deutschland gab es auch Reaktionen: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bestürzt auf das Schiffsunglück reagiert. Sie trauere mit den Familien und dem russischen Volk, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.
















