Kanada steigt aus Kyoto-Protokoll aus
13.12.11
Umweltminister Peter Kent gibt die Entscheidung Kanadas bekannt, aus dem Kyoto-Protokoll auszusteigen.Foto: Reuters
"Unsere Enkel werden uns dafür verdammen"
Im Verlauf des Weltklimagipfels von Durban waren, wie schon in den Jahren zuvor in Kopenhagen und Cancun, die Erwartungen so weit gesunken, dass die Teilnehmer der Konferenz ihr Ergebnis zum Schluss als Erfolg verkaufen konnten. Südafrikas Außenministerin Maite Nkoana-Mashabane war der Meinung: "Wir haben Geschichte geschrieben."
Und die Geschichte las sich zunächst so: 2020 soll ein Umweltabkommen in Kraft treten, dass das Abkommen von Kyoto ablöst. Das Abkommen von Kyoto läuft zwar schon 2012 aus, und so wird es in Ermangelung von besseren Alternativen bis 2017 verlängert.
Diese Erfolgsgeschichte dreht Kanada nun ins Absurde, indem das Land schon vor Ablauf des Abkommens aus dem Kyoto-Vertrag aussteigt. Umweltminister Peter Kent erklärte, das Kyoto-Protokoll sei für Kanada "ein Ding der Vergangenheit". Im Grunde war es für Kanada nicht einmal für die Vergangenheit relevant, denn nach Meinung von Experten steigt Kanada aus, weil das Land die Vorgaben nicht erfüllt hat und mit Auslaufen des Protokolls hohe Strafen zahlen müsste.
Und die Geschichte las sich zunächst so: 2020 soll ein Umweltabkommen in Kraft treten, dass das Abkommen von Kyoto ablöst. Das Abkommen von Kyoto läuft zwar schon 2012 aus, und so wird es in Ermangelung von besseren Alternativen bis 2017 verlängert.
Diese Erfolgsgeschichte dreht Kanada nun ins Absurde, indem das Land schon vor Ablauf des Abkommens aus dem Kyoto-Vertrag aussteigt. Umweltminister Peter Kent erklärte, das Kyoto-Protokoll sei für Kanada "ein Ding der Vergangenheit". Im Grunde war es für Kanada nicht einmal für die Vergangenheit relevant, denn nach Meinung von Experten steigt Kanada aus, weil das Land die Vorgaben nicht erfüllt hat und mit Auslaufen des Protokolls hohe Strafen zahlen müsste.
Kanada spart durch Ausstieg zehn Milliarden Euro
Dies würde nach kanadischen Berechnungen nach derzeitigem CO2-Preis etwa zehn Milliarden Euro bedeuten. Deutschland muss seinen Ausstoß im Kyoto-Rahmen um 21 Prozent reduzieren, hatte dies aber in den letzten Jahren bereits erreicht.Von einer "äußerst enttäuschenden Bestätigung" der kanadischen Abkehr vom Klimaschutz sprach Hannah McKinnon, Direktorin beim Climate Action Network Canada. "Unsere Enkel werden uns dafür verdammen", sagte sie dem 'Vancouver Observer'.
Für den Kieler Klimaforscher Mojib Latif ist der Beschluss von Südafrika schlicht politisches Versagen: "Das unterstreicht nur das, was in Durban schon klar geworden ist. Das Thema ist (...) inzwischen weg von der Agenda der internationalen Politik", sagte Latif und wies darauf hin, dass sich der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen seit 1990 keineswegs verringert, sondern um 40 Prozent erhöht hat. "Das heißt, es gab Klimaschutz nur auf dem Papier, aber nicht real", sagte er.
Die einzige Möglichkeit zur Begrenzung der Klimaerwärmung sei der Ausbau erneuerbarer Energien, sagt Latif. Die ganze Welt schaue dabei auf Deutschland - hier sei der Ausstoß seit 1990 um 20 Prozent reduziert worden. "Deutschland muss zeigen, dass so etwas auch umsetzbar ist."
















