Justiz prüft erneut Mordfall Peggy: Jetzt spricht die Mutter
22.04.13
Der Anwalt von Ulvi K. will eine Wiederaufnahme des Verfahrens erzielen.Foto: dpa bildfunk
"Ich hänge seit 11 Jahren in der Luft"
Susanne K. ist das wohl Schlimmste zugestoßen, was einer Mutter nur zustoßen kann: Vor elf Jahren verschwand ihre neun Jahre alte Tochter Peggy spurlos. "Im Moment hänge ich seit elf Jahren komplett in der Luft, weil ich nicht weiß, wo meine Tochter ist", sagte Susanne K. im RTL-Exklusiv-Interview. Sie hoffe einfach nur, dass sie Klarheit über den Verbleib ihrer Tochter kriege und diese wiederbekomme.
Doch sie ist nicht die Einzige, die sich Klarheit in dem mysteriösen Fall erhofft: Obwohl die Leiche nie gefunden wurde, wird der damals 23-jährige Ulvi K. als ihr Mörder verurteilt, seit acht Jahren sitzt er in Haft. Jetzt aber kommt wieder Bewegung in die Sache: Die Staatsanwaltschaft Bayreuth hat angekündigt, dass der Fall erneut auf den Prüfstand kommt. Der Grund: Ein Zeuge hat seine Aussage widerrufen, berichtet der Bayrische Rundfunk.
Peggy war im oberfränkischen Lichtenberg 2001 spurlos verschwunden. Bei der Suche nach dem damals neunjährigen Mädchen kamen sogar Flugzeuge der Bundeswehr zum Einsatz - vergeblich. Ihr Leichnam wurde bis heute nicht gefunden. Schließlich präsentierte die Polizei Ulvi K. als Täter.
Dessen Anwalt Michael Euler will nun beweisen, dass sein Mandant Peggy nicht getötet hat. Der Jurist kündigte einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens an. Er habe die Vorbereitungen fast abgeschlossen, sagte der Frankfurter Jurist. Euler stützt sich vor allem auf die Aussagen von zwei Jungen, die das Mädchen kurz vor seinem Verschwinden im Ort gesehen haben wollen, wo es in ein Auto gestiegen sein soll. Die Polizei habe die Zeugen aber bedrängt ihre Angaben zu ändern. Mittlerweile habe einer von ihnen seine Aussage zurückgezogen.
Doch sie ist nicht die Einzige, die sich Klarheit in dem mysteriösen Fall erhofft: Obwohl die Leiche nie gefunden wurde, wird der damals 23-jährige Ulvi K. als ihr Mörder verurteilt, seit acht Jahren sitzt er in Haft. Jetzt aber kommt wieder Bewegung in die Sache: Die Staatsanwaltschaft Bayreuth hat angekündigt, dass der Fall erneut auf den Prüfstand kommt. Der Grund: Ein Zeuge hat seine Aussage widerrufen, berichtet der Bayrische Rundfunk.
Peggy war im oberfränkischen Lichtenberg 2001 spurlos verschwunden. Bei der Suche nach dem damals neunjährigen Mädchen kamen sogar Flugzeuge der Bundeswehr zum Einsatz - vergeblich. Ihr Leichnam wurde bis heute nicht gefunden. Schließlich präsentierte die Polizei Ulvi K. als Täter.
Dessen Anwalt Michael Euler will nun beweisen, dass sein Mandant Peggy nicht getötet hat. Der Jurist kündigte einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens an. Er habe die Vorbereitungen fast abgeschlossen, sagte der Frankfurter Jurist. Euler stützt sich vor allem auf die Aussagen von zwei Jungen, die das Mädchen kurz vor seinem Verschwinden im Ort gesehen haben wollen, wo es in ein Auto gestiegen sein soll. Die Polizei habe die Zeugen aber bedrängt ihre Angaben zu ändern. Mittlerweile habe einer von ihnen seine Aussage zurückgezogen.
Keine rasche Entlassung von Ulvi K.
Auslöser für diese Wendung im Mordfall Peggy war die Dokumentation 'Mord ohne Leiche'. Recherchen des Autors ergaben, dass Ulvi K. keine 45 Minuten Zeit hatte, um Peggy zu ermorden und die Leiche verschwinden zu lassen. Das habe laut 'BR' eine Auswertung des Fahrtenschreibers eines Linienbusses ergeben, in dem ein Mädchen saß, die Peggy als letzte lebend gesehen haben will.Dies werde geprüft, teilte der Leitende Oberstaatsanwalt Thomas Janovsky mit. Er betonte zugleich, dass sich das Gericht bei der Verurteilung nicht entscheidend auf diese Zeugenaussage gestützt habe.
Die Staatsanwaltschaft betonte, dass unabhängig von der Prüfung keine rasche Entlassung von Ulvi K. bevorstehe: Er sei in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht - "wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern, der völlig unbestritten ist", wie Janovsky betonte. Der Belastungszeuge hatte nach ‘BR‘-Angaben im Verlauf des Verfahrens ausgesagt, Ulvi K. habe ihm den Mord an Peggy gestanden und auch Details genannt. In Wahrheit sei er von der Polizei zu dieser Aussage gedrängt worden.
















