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Jewgenija Timoschenko: "Retten Sie das Leben meiner Mutter"

29.04.12
Appell TimoschenkoJewgenija Timoschenko (links) mit Mutter Julia.

"Wenn sie stirbt, stirbt auch die Demokratie"

Die Tochter der inhaftierten ukrainischen Oppositionsführerin Julia Timoschenko, Jewgenija Timoschenko, appelliert verzweifelt an die Bundesregierung: "Retten Sie das Leben meiner Mutter, bevor es zu spät ist", sagte sie der 'Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung' (FAS).

"Das Schicksal meiner Mutter und meines Landes sind jetzt eins. Wenn sie stirbt, stirbt auch die Demokratie", sagte Jewgenija Timoschenko weiter. Julia Timoschenko befindet sich im Hungerstreik. Sie protestiert damit gegen ihre Behandlung in ukrainischer Haft. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, sei die 51-Jährige bei der Verlegung aus der Haftanstalt in ein Krankenhaus geschlagen und misshandelt worden. Timoschenkos Anwälte hatten Bilder veröffentlicht, auf denen die ehemalige Ministerpräsidentin der Ukraine ihre Verletzungen zeigt.

Bundespräsident Joachim Gauck hatte am Donnerstag aus Protest eine Reise zu einem Treffen der zentraleuropäischen Staatsoberhäupter in Jalta abgesagt, Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) zeigte sich entsetzt über den Umgang mit der inhaftierten ukrainischen Oppositionsführerin Julia Timoschenko. "Die Berichte über die Misshandlung von Julia Timoschenko haben mich schockiert", sagte er der 'FAS'. Er teile die große Sorge der Familie und Freunde um die Gesundheit Timoschenkos.

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Merkel erwägt politischen Boykott

Laut 'FAS' hatte man Timoschenko Freitag vor einer Woche in ein von der Regierung festgelegtes Krankenhaus gebracht, gegen ihren Willen. Dabei soll der stellvertretende Direktor der Haftanstalt sie mit der Faust in den Magen geschlagen haben, so die Tochter Timoschenkos gegenüber der Zeitung. Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch kündigte an, die Vorfälle aufklären zu wollen.

Nach der Absage Gaucks und der Aufforderung des SPD Vorsitzenden Sigmar Gabriel die Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine zu boykottieren, denkt laut 'Spiegel' nun auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über einen politischen Boykott nach. Sei die im Gefängnis erkrankte Oppositionsführerin Julia Timoschenko bis dahin nicht freigelassen worden, wolle Merkel ihren Ministern empfehlen, den Spielen fernzubleiben, berichtete das Magazin. Regierungskreisen zufolge wurde dem ukrainischen Vize-Außenminister Pawlo Klimkin vor wenigen Tagen im Kanzleramt signalisiert, dass ein Besuch Merkels zur EM in der Ukraine keinesfalls sicher sei.

Zudem schürte eine Anschlagsserie in der ukrainische Industriestadt Dnjepropetrowsk am Freitag neue Sicherheitsbedenken. Durch die vier Explosionen wurden nach Angaben der französischen Nachrichten-Agentur AFP zwischen 26 und 30 Menschen verletzt. Die ukrainische Staatsanwaltschaft hat mittlerweile eine Untersuchung über mögliche terroristische Hintergründe eingeleitet. Hintergründe der Anschläge wurden bislang aber nicht aufgedeckt. Der umstrittene Präsident Janukowitsch hatte unmittelbar nach der Anschlagsserie Sensibilität angemahnt. "Ein Attentat in unserer Gegend ist eine einzigartige Sache und im Zusammenhang mit der Europameisterschaft macht es uns besonders sensibel für diese Ereignisse", sagte Janukowitsch.

Mit scharfen Worten hat indes der russische Präsident Medwedew den Umgang der Ukraine mit Timoschenko kritisiert. Die Inhaftierung sei "völlig inakzeptabel" und werfe einen tiefen Schatten auf das Nachbarland

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