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Jede vierte Schweinefleischprobe verkeimt

09.02.12
Jede vierte Schweinefleischprobe mit multiresisten Keimen belastetIn 13 von 40 Proben konnte ESBL-Keime nachgewiesen werden.
Foto: deutsche presse agentur

Gefährliche Antibiotika resistente Darmbakterien

Erst verkeimtes Hühner- und Putenfleisch – jetzt auch noch Schweinefleisch. Bei einem Test von Stern-TV kam heraus: Fast jede vierte Portion Schweinefleisch, die in Supermärkten und Discountern gekauft wurde, war mit Antibiotika-resistenten Darmbakterien belastet, sogenannte ESBL-Keime. Diese können beim Menschen gefährliche Infektionen auslösen.

Überprüft wurden 40 Schweineproben aus zehn Supermärkten und Discountern in ganz Deutschland. Dabei handelt es sich nicht nur um tiefgekühlte Ware, sondern auch um Hackfleisch, Schweinefilets, Schnitzel und Gulasch aus der Frischetheke. Das Ergebnis ist besorgniserregend: 13 von 40 Proben waren verkeimt. Es konnten ESBL-Keime nachgewiesen werden.

Eine Infektion mit ESBL kann für Menschen fatale Folgen haben: Das Bakterium macht ausgerechnet die wichtigsten Antibiotika wie Penicillin oder Cephalosporine unwirksam. Schwere Erkrankungen können dann nicht mehr behandelt werden. Allein in Deutschland sterben jährlich 200 Menschen an ESBL produzierende Keime, die nicht mehr behandelbar sind – Tendenz steigend.

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Durch eine artgerechte Ernährung können solche Keime nicht entstehen. Deshalb gehen Experten davon aus, dass die Massentierhaltung ursächlich für die Verbreitung multiresistenter Keime ist. Vor allem das Beimischen von Antibiotika in Hühner- und Schweinefutter erweist sich als fatal. Allein in Deutschland werden bei der Viehzucht 900 Tonnen Antibiotika verbraucht - das ist dreimal so viel wie beim Menschen.

Dabei werden nicht nur kranke Tiere behandelt. Antibiotika werden auch als eine Art Doping benutzt, um die Muskelmasse der Tiere aufzupumpen. In vielen Schweineställen werden die Tiere rund um die Uhr mit Antibiotika versorgt. Die gefährliche Folge des Dauerdopings sind die ESBL-Keime.

ESBL kann nur im Labor nachgewiesen werden. Für den Verbraucher ist der Keim unsichtbar. Er kann mit bloßem Auge oder am Geruch nicht erkennen, ob ein Stück Schweinefleisch belastet ist oder nicht. Deshalb sollte man kein rohes Gehacktes verzehren und bei der Zubereitung von Schweinefleisch besonders auf die Hygiene achten.

Andere Lebensmittel sollten nicht mit dem rohen Schweinefleisch in Berührung kommen und alle Arbeitsmittel wie Messer und Schneidebrett sollten gründlich gereinigt werden. Bei der Zubereitung sollte das Fleisch immer gut durchgebraten werden, damit die Bakterien keine Chance haben.

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