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Griechen räumen ihre Bankkonten leer

18.05.12
Griechen machen ihre Bankkonten leer Griechenland treibt noch über Wochen richtungslos durch die Krise und stellt Europa vor die nächste Nervenprobe.
Foto: dpa bildfunk

Interimsregierung vereidigt

In Athen ist die griechische Interimsregierung vereidigt worden. Das 17-köpfige Gremium unter Ministerpräsident Panagiotis Pikrammenos soll das Land einen Monat lang bis zu den Wahlen am 17. Juni führen.

Das wichtige Ressort der Finanzen übernimmt Georgios Zannias, ein hoher Beamter aus dem Finanzministerium. Er hat eng mit allen bisherigen Finanzministern zusammengearbeitet und Griechenland in den vergangenen Jahren bei allen wichtigen Treffen in der EU vertreten. Das Außenministerium übernimmt der erfahrene Karrierediplomat Petros Molyviatis.

Formell wird auch das am 6. Mai gewählte Parlament zusammenkommen. Nach der Vereidigung der Abgeordneten soll ein neuer Parlamentspräsident gewählt werden, der die Volksvertretung wahrscheinlich am Freitag oder Samstag wieder auflösen wird. Alle Bemühungen, eine tragfähige Regierungsmehrheit zu finden, waren in den vergangenen Tagen gescheitert.

Die griechischen Banken sind nach Notenbankangaben zunehmend besorgt, dass die Kapitalflucht zunimmt. Zuletzt seien allein am Montag rund 800 Millionen Euro abgehoben worden und die Situation könnte sich verschlimmern.

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Fortsetzung des Schuldendramas drückte Europas Börsen

Davor hatte der Chef der griechischen Zentralbank, Georg Provopoulos, den Präsidenten des Landes, Karolos Papoulias, gewarnt. Provopolus habe ihm gesagt, dass es große Ängste gebe, die sich in Panik verwandeln könnten.

Die Fortsetzung des griechischen Schuldendramas drückte Europas Börsen und die Gemeinschaftswährung. Die Kurse spanischer und italienischer Staatsanleihen gaben nach. An den Finanzmärkten mehren sich Sorgen, dass auch diese Länder vom Krisenstrudel mitgerissen werden. Ein Vertreter der EU-Kommission sagte: "Die Entscheidungen liegen wirklich in den Händen Athens. Aber es sieht nicht gut aus."

In Griechenland sehen sich die Kritiker der Sparauflagen von EU, EZB und IWF bestätigt durch die lauter werdenden Proteste in anderen Euro-Ländern gegen die dortige Kürzungspolitik. Rückenwind erhalten diese durch die Wahl des Sozialisten François Hollande zum neuen Präsidenten Frankreichs, der sich für mehr Wachstumsimpulse starkmacht.

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