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Getrennte Klassenräume in den USA: Schule setzt auf Geschlechtertrennung

24.08.12
Geschlechtertrennung, Unterricht, SchülerMädchen und Jungen sind verschieden, doch fordert diese Tatsache getrennte Klassenräume?
Foto: dpa bildfunk

"Van Devender Middle School: Wo das Geschlecht von Bedeutung ist"

Seit 2010 werden Jungen und Mädchen der sechsten, siebten und achten Klassen an der Van Denvender Middle School getrennt voneinander unterrichtet. Der Klassenraum der Jungen ist dabei etwas kühler und heller als der der Mädchen. Zudem sitzen die männlichen Schüler an Einzeltischen, die sie aber nach Belieben verlassen dürfen, um überschüssige Energien los zu werden. Auch auf den Boden legen ist hier nicht verboten.

Ganz anders sieht der Unterricht bei den Mädchen aus. Sie sitzen an runden Gemeinschaftstischen und dürfen nicht aufstehen. Es wird verlangt, dass sie ruhig sitzen bleiben, da sie über eine größere Aufmerksamkeitsspanne vermögen als Jungen. Die Mittelschule verspricht sich so eine Optimierung des Unterrichts und die Ausschöpfung des Potentials eines jeden einzelnen Schülers.

Der Direktor der Schule, Stephen Taylor, erklärt den getrennten Unterricht damit, dass die Gehirne von Jungen und Mädchen grundsätzlich verschieden konstruiert seien. "Wir wissen, dass Jungs eine viel geringere Aufmerksamkeitsspanne haben als Mädchen, also ist das Klassenzimmer der Jungs so aufgebaut, dass sie aufstehen und sich bewegen können", sagt er in einem Video. "Mädchen sind da viel organisierter; sie sitzen an runden Tischen, sehen einander an, teilen sich mit."

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Überschrift 2: Vorbild Leonard Sax

Als Vorbild für diese Art des Unterrichts dient Leonard Sax. Die Lehrer der Van Devender Schule haben alle einen Lehrgang bei ihm besucht, bevor das neue Programm eingeführt wurde. Der Psychologe, der drei Bücher über Kinder und Erziehung veröffentlicht hat, argumentiert, dass Kinder in gleichgeschlechtlichen Klassen Hemmungen verlieren, die sie in gemischten Klassen haben.

Sax argumentiert, es seien biologische Unterschiede, die verschiedene Klassenräume, Lehrmethoden, Disziplin und sogar Raumtemperatur erfordern. Lehrer der Jungenklassen sollten diese mit kurzen, direkten Sätzen mit klaren Anweisungen ansprechen. Unterrichtet man eine Mädchenklasse, wäre eine weichere Stimme angebrachter, es sei hilfreich, die Mädchen direkt mit ihrem Namen anzusprechen.

Für die American Civil Liberties Union (ACLU) ist dieses System illegal. Sie wirft der Schule vor, dass diese Lehrmethode auf falschen Wissenschaften und außer Mode geratenen Vorurteilen basiert. "Leute, die diese Programme unterstützen, treffen nicht fundierte Verallgemeinerungen über Jungen und Mädchen, aber bieten keine Beweise, dass diese Strategien sich akademisch auszahlen", so Sarah Rogers, Anwältin der ACLU.

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