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Geiseldrama in Algerien: Westen rechtfertigt Vorgehen der Armee

20.01.13 10:40
Gasfeld In Amenas in AlgerienAuf dem Gasfeld bei In Amenas in Algerien spielte sich das Geiseldrama ab.
Foto: dpa bildfunk

"Schuld liegt bei den Terroristen"

Vier Tage lang hatten islamistische Terroristen die Gasanlage in der Wüste Algeriens besetzt, dann stürmte das Militär am Samstag das Gelände und tötete elf Geiselnehmer. Für die verbliebenen sieben ausländischen Geiseln kam jede Hilfe zu spät. Die Soldaten konnten die Gefangenen aus Belgien, den USA, Großbritannien und Japan nur noch tot bergen. Die Islamisten hatten offenbar damit begonnen, sie hinzurichten, woraufhin sich die Armee zu einem zweiten Befreiungsversuch entschloss.

Nach dem Blutbad beim ersten Angriff der Soldaten auf die Gasanlage, bei dem nach Angaben der algerischen Regierung zwölf algerische und ausländische Geiseln getötet wurden, waren das Vorgehen und die Informationspolitik des Landes international kritisiert worden. Algerien verteidigte seine Befreiungsversuche nach der Erstürmung der Anlage. "Der Einsatz ist die Antwort auf eine Entscheidung der Terroristen gewesen, alle Geiseln zu töten und ein wahres Massaker anzurichten", zitierte die Tageszeitung 'El-Khabar' einen Armeesprecher.

Bei den Militäraktionen gegen die Geiselnehmer wurden insgesamt mindestens 55 Menschen getötet. Das Militär war zunächst von 23 toten Geiseln ausgegangen. Diese Zahl werde aber noch steigen, sagte Kommunikationsminister Mohammed Said der amtlichen Nachrichtenagentur APS. Außerdem seien 32 Terroristen getötet worden. 685 algerische Arbeiter und 107 ausländische Kräfte hätten befreit werden können.

Von dem Drama im weiteren Sinne betroffen waren auch zwei deutsche Mitarbeiter einer Bohrfirma. Die beiden hätten sich aber nicht unter den Geiseln befunden, teilte das Auswärtige Amt in Berlin mit. "Sie waren während der Geiselnahme mehrere Kilometer entfernt an ihrem Einsatzort und haben die letzten Tage an einem sicheren Ort in der Obhut algerischer Sicherheitskräfte verbracht." Es gehe ihnen den Umständen entsprechend gut.

Nach dem Ende des Geiseldramas rechtfertigte auch der Westen das Vorgehen der algerischen Armee: "Die Schuld an dieser Tragödie liegt bei den Terroristen, die sie verursacht haben", hieß es in einer schriftlichen Erklärung von US-Präsident Barack Obama. Der britische Premierminister David Cameron sagte, die Verantwortung für die Taten liege allein bei den Terroristen. "Es ist sehr schwierig, auf solche Situationen zu reagieren und alles richtig zu machen", verteidigte er den Militäreinsatz.

Frankreichs Präsident François Hollande sieht sich durch das blutige Geiseldrama im Kampf gegen den Terrorismus bestärkt. Er verurteilte den Tod der Geiseln als feigen Mord.

Die Anlage In Amenas im Osten Algeriens war am Mittwoch von schwer bewaffneten Islamisten besetzt worden. Am Donnerstag griff das Militär erstmals an. Beim Sturm am Samstag wurden nach einem Bericht der algerischen Nachrichtenagentur APS alle verbliebenen elf Terroristen getötet. Zuvor sollen die Islamisten sieben ausländische Geiseln umgebracht haben. Laut algerischem Radio hatten die Terroristen versucht, einen Teil der Anlage in Brand zu setzen. Die Geiselnehmer in Algerien hatten ein Ende des Militäreinsatzes im Nachbarland Mali gefordert.

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Westerwelle kündigt finanzielle Hilfe für Mali an

In Mali setzte die dortige Armee mit französischer Unterstützung den Kampf gegen islamistische Rebellen fort. Zwei deutsche Transall-Maschinen landeten in der malischen Hauptstadt Bamako. Sie sollen Soldaten der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas nach Mali bringen.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte Mali im Kampf gegen den islamistischen Terror weitere Hilfe zu. In einem Gastbeitrag für 'Bild am Sonntag' schrieb er: "Die afrikanischen Truppensteller brauchen finanzielle Unterstützung. Auf der Geberkonferenz in Addis Abeba Ende des Monats wird Deutschland auch dabei seiner Verantwortung gerecht werden. Jetzt afrikanische Fähigkeiten stärken, heißt auch, unsere französischen Freunde zu entlasten."

In Mali gelang es der Armee nach Angaben lokaler Medien und der französischen Regierung, Diabali zurückzuerobern. Die Stadt war zuvor in Händen der Islamisten. Nach Berichten von Einwohnern versuchte eine Gruppe mit bis zu 60 Fahrzeugen, Richtung Nampala, Léré und Nara zu entkommen. In Gao im Norden des Landes soll sich nach einem Bericht der nigerianischen Zeitung 'The Tribune' der Anführer der islamischen Terrorgruppe Boko Haram, Abubakar Shekau, verstecken. Er werde von der malischen Rebellengruppe Ansar Dine unterstützt.

Die Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas rief zu mehr internationaler Unterstützung auf. "Es ist an der Zeit, dass die Weltmächte und weitere Staaten und Organisationen die militärische Operation begleiten", sagte der Ecowas-Vorsitzende Alassane Ouattara in Abidjan in der Elfenbeinküste. Dort wollten die Führer der 15 Ecowas-Staaten ihre Unterstützung untereinander abstimmen. Sie wollen mehr als 3.500 Soldaten nach Mali entsenden. Nach Ansicht des französischen Außenministers Laurent Fabius müssen afrikanische Soldaten rasch das Ruder in Mali übernehmen.

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Geiseldrama in Algerien: Westen rechtfertigt Vorgehen der Armee - RTL.de
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