Gehaltsschere geht auseinander: Wie gerecht sind unsere Löhne?
14.07.12
Wie viel ist drin in der Lohntüte der Deutschen? Bei vielen immer weniger.Foto: dpa bildfunk
RTL-Umfrage: Weniger als zwei Drittel haben Tarifverträge
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) warnt in ihrer neuen Arbeitsmarktanalyse vor wachsender Ungleichheit bei den Einkommen in Deutschland. Viele ärmere Deutsche verdienen immer weniger, während Reiche noch reicher werden - ein gefährlicher Trend. Eine RTL-Umfrage hat ergeben, dass nur noch 57 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland nach einem Branchentarifvertrag bezahlt werden. Wie konnte es dazu kommen - und wie gerecht sind die Gehälter in Deutschland eigentlich noch?
Wegen der erheblich zurückgegangenen Tarifbindungen seien die Lohnunterschiede gestiegen, heißt es in der jüngsten Arbeitsmarktanalyse der OECD. Auch Mini-Job-Verträge und die nachlassende Organisation von Arbeitgebern in Verbänden begünstigten diese Entwicklung. Wie die Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL ergab, sind zudem nur 23 Prozent der Arbeitnehmer in Gewerkschaften organisiert - kein Wunder, dass mittlerweile weniger als zwei Drittel nach Branchentarifverträgen bezahlt werden.
Unter dem Druck des Arbeitsmarktes nehmen es viele Deutsche sogar in Kauf, sich bei einem Arbeitsplatzwechsel finanziell zu verschlechtern. Drei von zehn Befragten gaben in der RTL-Umfrage an, schon einmal eine Arbeit angenommen zu haben, bei der sie weniger verdient haben als an ihrer vorherigen Arbeitsstelle.
Wegen der erheblich zurückgegangenen Tarifbindungen seien die Lohnunterschiede gestiegen, heißt es in der jüngsten Arbeitsmarktanalyse der OECD. Auch Mini-Job-Verträge und die nachlassende Organisation von Arbeitgebern in Verbänden begünstigten diese Entwicklung. Wie die Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL ergab, sind zudem nur 23 Prozent der Arbeitnehmer in Gewerkschaften organisiert - kein Wunder, dass mittlerweile weniger als zwei Drittel nach Branchentarifverträgen bezahlt werden.
Unter dem Druck des Arbeitsmarktes nehmen es viele Deutsche sogar in Kauf, sich bei einem Arbeitsplatzwechsel finanziell zu verschlechtern. Drei von zehn Befragten gaben in der RTL-Umfrage an, schon einmal eine Arbeit angenommen zu haben, bei der sie weniger verdient haben als an ihrer vorherigen Arbeitsstelle.
SPD: "Merkel und von der Leyen schauen zu"
Die stellvertretende SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig forderte im RTL-Interview ein Einschreiten der Politik. "Der Abwärtstrend führt dazu, dass die soziale Spaltung in Deutschland immer mehr zunimmt", so Schwesig. "Viele Menschen, die fleißig sind, erleben, dass sie trotzdem arm sind und sich nicht viel leisten können. Gleichzeitig sehen sie, dass die Managergehälter nach oben explodieren - und das ist ungerecht und da muss die Politik einschreiten." Das Ziel der SPD sei ein gesetzlicher Mindestlohn. "Es ist ein Skandal in Deutschland, das Frau Merkel und Frau von der Leyen zugucken, wie Leute trotz Arbeit immer ärmer werden", so Schwesig.Auch Claus Matecki vom Deutschen Gewerkschaftsbund mahnt an, sich der Einkommensunterschiede anzunehmen. Unternehmen müssten Tarifverträge abschließen, einhalten und prekäre Jobs in gute Arbeit umwandeln, hieß es in seiner Stellungnahme zum OECD-Bericht.
















