TV HIGHLIGHT
Immer freitags um 20.15 Uhr!
Presenter

Frühchen-Skandal: Großvater erhebt schwere Vorwürfe

23.02.12
Frühchen-Skandal WuppertalEugen Ordowski ist wütend und verzweifelt. Der Großvater des kleinen Linus sagt: "Sie haben ihn zum Krüppel gemacht. Er wird behindert bleiben. Er wird nie richtig sehen können."

"Sie haben ihn zum Krüppel gemacht"

Sie kamen als Frühchen zur Welt, doch sie waren gesund und absolut lebensfähig. Die Eltern der drei Babys in Wuppertal atmeten auf. Doch dann wurden den Kindern bei einer Routineuntersuchung ätzende Augentropfen verabreicht.

Mindestens eines der betroffenen Kinder, der kleine Linus, wird wohl blind bleiben. Nach dem fatalen Fehler auf der Frühchenstation erhebt sein Großvater nun schwere Vorwürfe. "Sie haben ihn zum Krüppel gemacht. Er wird behindert bleiben. Er wird nie richtig sehen können."

Eugen Ordowski ist wütend und verzweifelt. Er ist der Opa des kleinen Linus, um dessen Augenlicht die Ärzte zurzeit noch kämpfen. Dabei war das Frühchen trotz einer schweren Schwangerschaft bis zu dem Vorfall kerngesund.

Am siebten Februar wird bei Linus und zwei anderen Frühchen eine Routineuntersuchung mit Augentropfen durchgeführt. Doch selbst als die Kinder zu schreien anfangen, träufelt die Ärztin weiter Flüssigkeit in die Augen. "Die Ärztin hat darauf bestanden. Es müssen drei Tropfen hinein, und dann hat sie bei dem Kleinen jeweils noch mal einen Tropfen ins Auge gemacht", so Ordowski.

Großvater erhebt schwere Vorwürfe
Augentropfen eintausend Mal zu hoch dosiert
Klinikpfusch in Wuppertal: Frühchen droht zu erblinden
Augentropfen eintausend Mal zu hoch dosiert  

Die Staatsanwaltschaft ermittelt

Eine fatale Entscheidung, wie ein Auszug aus dem Krankenbericht zeigt, der RTL zugespielt wurde. Darin heißt es: "Es wurden Augentropfen verwendet, die in einer falschen Dosierung zusammengesetzt waren. Der Wirkstoff Benzalkoniumchlorid (Konservierungsmittel) wurde dem (...) verwendeten Präparat in tausendfach zu hoher Dosierung zugesetzt. Insgesamt zeigt der Verlauf eine Verätzung dritten Grades rechts und zweiten bis dritten Grades links."

Wie es zu der ätzenden Mischung kommen konnte, wird bislang nur vermutet: Offenbar wurde das falsche Rezept der Augentropfen an die hauseigene Klinikapotheke weitergeben und dort auch nicht überprüft. "Wir sind bemüht alles restlos aufzuklären und haben entsprechende Schritte auch schon eingeleitet", sagt Martin Mackenberg-Hübner, Pressesprecher der St. Anna Klinik in Wuppertal. Auch die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Inzwischen wurde Linus in eine Augenklinik verlegt und operiert - leider ohne Erfolg. Eine zweite OP ist nun geplant. "Wir hoffen, dass die Ärzte da jetzt Erfolg haben, andernfalls wird er wohl blind bleiben", so der verzweifelte Großvater des Jungen.

Linus Familie will auf jeden Fall alle medizinischen Möglichkeiten ausschöpfen, um doch noch dessen Augen zu retten - auch wenn die Chance auf eine vollständige Genesung gering ist.

Meinen Leuten bei wer-kennt-wen.de empfehlen