Frankreich wieder da: Ribery & Co. machen die Ukraine nass
15.06.12
Nach nur fünf Minuten schickte Referee Björn Kuipers die beiden Mannschaften schon wieder in die Kabinen.Foto: Reuters
Erst kam der Regen, dann die Franzosen: Die Ukraine ist im Spiel gegen die 'Equipe Tricolore' gleich doppelt nass gemacht geworden. Nachdem die Partie wegen heftiger Regenfälle für eine Stunde unterbrochen werden musste, war die französische Auswahl eine Nummer zu groß und siegte hochverdient mit 2:0. In der mit 50.000 Zuschauern ausverkauften Donbass Arena in Donezk erzielten Jeremy Menez (53.) und Yohan Cabaye (56.) die Tore gegen den EM-Gastgeber, der nach der Pleite um den Verbleib im Turnier bangen muss.
Bevor es losging, schon der erste Paukenschlag – pardon, Donnerschlag: Pünktlich zu den Nationalhymnen fegte ein Gewitter apokalyptischen Ausmaßes über Donezk her. Trotz Blitz, Donner und sintflutartigem Regen pfiff Schiedsrichter Björn Kuipers zunächst pünktlich an, ruderte allerdings fünf Minuten später wieder zurück. Weil die Welt unterzugehen schien, schickte der holländische Referee die beiden Mannschaften in die Kabinen. Diejenigen Zuschauer, die nicht in den Innenraum geflüchtet waren, tollten wie kleine Kinder durch die Sitzreihen und benahmen sich, als hätten sie in ihrem Leben noch keinen Regen gesehen.
Völlig unbeeindruckt von Dauerregen und der einstündigen Unterbrechung präsentierten sich dagegen die Akteure. Nachdem Kuipers das Spiel um 19:02 Uhr wieder angepfiffen hatte, nahm das Spiel schnell Fahrt auf. Angetrieben von Bayern-Star Franck Ribery gab zunächst die 'Equipe Tricolore' den Ton an. Karim Benzema, der wie schon gegen England als einzige Spitze auflief, scheiterte erst mit einem Distanzschuss am ukrainischen Torwart Andrej Pjatow (6.), zwei Minuten später versprang dem Angreifer das Leder in aussichtsreicher Position.
Während sich die Ukrainer als (zu) gute Gastgeber präsentierten und ihren Gegenspielern zu viele Freiräume ließen, revanchierte sich der Europameister von 2000 mit ausgelassenen Möglichkeiten – vor allem in Person von Menez: Auf Vorlage von Ribery setzte der den Ball von der Strafraumgrenze hauchdünn über die Latte (26.), dann schoss er Keeper Pjatow völlig unbedrängt in die Arme (29.).
Die Hausherren lauerten aus einer geordneten Defensive zunächst ausschließlich auf Konter. Wenn es gefährlich wurde, hatten die beiden Altstars Andrej Schewtschenko und Andrej Woronin meist ihre Füße im Spiel – ohne sich jedoch klare Torchancen zu erspielen. Der Wille der Gastgeber war da, die Fähigkeiten in der Offensive blieben aber überschaubar. Einzig eine feine Einzelaktion von Schewtschenko brachte die Abwehr der Franzosen ins Wanken. Der Angreifer nahm einen langen Ball gekonnt mit, ließ dann Mathieu Debuchy stehen, scheiterte mit seinem Linksschuss aus spitzem Winkel aber an Schlussmann Hugo Lloris (37.).
Im Vergleich zu der Ukraine wirkte das Spiel der Franzosen durchdachter. Ribery verstand es, der Partie seinen Stempel aufzudrücken, indem er das Tempo bestimmte und das Spiel in die Breite zog. Was fehlte, war das Tor. Als Philippe Mexes eine Freistoßflanke von Samir Nasri wuchtig auf den Kasten köpfte (37.), schien es so weit zu sein, doch Pjatow rettete den Gelb-Blauen mit einer Glanztat das Pausenremis.
Bevor es losging, schon der erste Paukenschlag – pardon, Donnerschlag: Pünktlich zu den Nationalhymnen fegte ein Gewitter apokalyptischen Ausmaßes über Donezk her. Trotz Blitz, Donner und sintflutartigem Regen pfiff Schiedsrichter Björn Kuipers zunächst pünktlich an, ruderte allerdings fünf Minuten später wieder zurück. Weil die Welt unterzugehen schien, schickte der holländische Referee die beiden Mannschaften in die Kabinen. Diejenigen Zuschauer, die nicht in den Innenraum geflüchtet waren, tollten wie kleine Kinder durch die Sitzreihen und benahmen sich, als hätten sie in ihrem Leben noch keinen Regen gesehen.
Völlig unbeeindruckt von Dauerregen und der einstündigen Unterbrechung präsentierten sich dagegen die Akteure. Nachdem Kuipers das Spiel um 19:02 Uhr wieder angepfiffen hatte, nahm das Spiel schnell Fahrt auf. Angetrieben von Bayern-Star Franck Ribery gab zunächst die 'Equipe Tricolore' den Ton an. Karim Benzema, der wie schon gegen England als einzige Spitze auflief, scheiterte erst mit einem Distanzschuss am ukrainischen Torwart Andrej Pjatow (6.), zwei Minuten später versprang dem Angreifer das Leder in aussichtsreicher Position.
Während sich die Ukrainer als (zu) gute Gastgeber präsentierten und ihren Gegenspielern zu viele Freiräume ließen, revanchierte sich der Europameister von 2000 mit ausgelassenen Möglichkeiten – vor allem in Person von Menez: Auf Vorlage von Ribery setzte der den Ball von der Strafraumgrenze hauchdünn über die Latte (26.), dann schoss er Keeper Pjatow völlig unbedrängt in die Arme (29.).
Die Hausherren lauerten aus einer geordneten Defensive zunächst ausschließlich auf Konter. Wenn es gefährlich wurde, hatten die beiden Altstars Andrej Schewtschenko und Andrej Woronin meist ihre Füße im Spiel – ohne sich jedoch klare Torchancen zu erspielen. Der Wille der Gastgeber war da, die Fähigkeiten in der Offensive blieben aber überschaubar. Einzig eine feine Einzelaktion von Schewtschenko brachte die Abwehr der Franzosen ins Wanken. Der Angreifer nahm einen langen Ball gekonnt mit, ließ dann Mathieu Debuchy stehen, scheiterte mit seinem Linksschuss aus spitzem Winkel aber an Schlussmann Hugo Lloris (37.).
Im Vergleich zu der Ukraine wirkte das Spiel der Franzosen durchdachter. Ribery verstand es, der Partie seinen Stempel aufzudrücken, indem er das Tempo bestimmte und das Spiel in die Breite zog. Was fehlte, war das Tor. Als Philippe Mexes eine Freistoßflanke von Samir Nasri wuchtig auf den Kasten köpfte (37.), schien es so weit zu sein, doch Pjatow rettete den Gelb-Blauen mit einer Glanztat das Pausenremis.
Jeremy Menez stellte die Zeichen für Frankreich auf Sieg.Foto: Reuters
Menez und Cabaye schießen Frankreich zum Sieg
Nach dem Seitenwechsel kam die Ukraine zunächst mit mehr Schwung aus der Kabine, doch sowohl er nimmermüde Schewtschenko (49.) als auch Anatoli Timoschtschuk (51.) verfehlten das Ziel mit ihren Distanzschüssen. "Für diese Platzverhältnisse waren wir nicht schlecht", befand Trainer Oleg Blochin, schließlich hätten seine Ukrainer "gegen eines der besten Teams der Welt" gespielt.Der Traum von der vorzeitigen Qualifikation für die Zwischenrunde begann gerade zu reifen, da holten die Franzosen die Hausherren mit einem Doppelschlag auf den Boden der Tatsachen zurück: Nach einer gelungenen Kombination von Ribery und Benzema traf endlich Menez mit einem Knaller ins rechte Ecke, dann narrte Cabaye die halbe Abwehr und netzte zum 2:0 ein.
Trotz der beiden Nackenschläge spielte der Underdog nach vorne. Auf dem tiefen Boden von Donezk verließen Schewtschenko & Co. dann allerdings erst der Mut, im Laufe der Partie auch immer mehr die Kräfte. "In der 2. Halbzeit haben wir unsere Linie verloren. Wir wollten auf Konter spielen, das hat nicht geklappt", analysierte Verteidiger Taras Michalik.
Anders die Mannschaft von Trainer Laurent Blanc, die das Ergebnis noch durchaus hätte höher schrauben können. Cabaye stand bei einem Fernschuss der Pfosten im Weg (65.), der überragende Ribery schlenzte das Leder knapp über das Gehäuse (73.). "Das war ein klasse Spiel meiner Mannschaft", sagte Blanc, der seinen Blick jedoch sofort auf das letzte Gruppenspiel gegen Schweden richtete: "Wir müssen weiter hart arbeiten, um eine Runde weiterzukommen."
In der Folge gaben sich die Franzosen mit dem Ergebnis zufrieden. Der Ball zirkulierte oft lange in den eigenen Reihen, ohne dass die Ukrainer nur in die Nähe kamen. Wenn sie es denn schafften, wussten sie damit herzlich wenig anzufangen. Die 'Equipe Tricolore' spielte ihren Stiefel routiniert herunter und siegte am Ende völlig verdient. Den Gelb-Blauen bleibt nach der Niederlage die Erkenntnis, dass mit Herzblut alleine nicht viel zu holen, aber auch noch nicht alles verloren ist: Gewinnt das Team von Blochin sein letztes Vorrundenspiel am Dienstag gegen England, steht die Ukraine im Viertelfinale.
















