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Experten-Interview: "Trojaner sind derzeit größte Gefahr"

29.06.12
BKA, Bundespolizei, Ukash, Trojaner PopUp-Fenster des Bundespolizei Trojaners: "Die wichtigste Regel ist, kein Geld zu überweisen"

Wie gefährlich ist der BKA-Trojaner?

Erschreckende Zahl: Der IT-Security-Software-Hersteller Panda hat allein in den ersten drei Monaten 2012 sechs Millionen neue Schadprogramme im Internet entdeckt. Der am häufigsten eingesetzte Schädling ist der Trojaner, er macht einen Anteil von rund 80 Prozent aus.

Einer der häufigsten ist der 'Bundespolizei Trojaner' (auch 'BKA-Trojaner oder 'uKash' genannt), der im Namen und mit dem Logo der Bundepolizei (und den Logos verschiedener bekannter Antiviren-Hersteller) die Geschädigten auffordert, Geld zu zahlen.

RTLaktuell.de hat dazu Markus Grimm, Redakteur der Zeitschrift Chip mit Fachgebiet Sicherheit & Windows, befragt.

RTLaktuell.de: Wie weit ist der BKA-Trojaner eigentlich verbreitet, wie viele User sind oder waren betroffen?

Grimm: Zur Verbreitung kann ich keine genauen Zahlen nennen, meiner Erfahrung nach haben aber schon überdurchschnittlich viele User damit Bekanntschaft gemacht. Bei unserer bisherigen Berichterstattung zum Thema fanden sich jedes Mal viele User-Kommentare, in denen die Leser von ihren Erfahrungen mit dem Bundespolizei-Trojaner und seinen Artgenossen erzählt haben. Auch die vom BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) eigens eingerichtete Seite bka-trojaner.de spricht für die weite Verbreitung des Schädlings. Ich persönlich würde so weit gehen, diese Familie der Trojaner als die derzeit größte Malware-Gefahr für deutsche User zu bezeichnen.

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"Es dürfte in Zukunft noch schwieriger werden, einen Trojaner wieder loszuwerden"

RTLaktuell.de: Was macht der BKA-Trojaner genau mit meinem Computer und wie gefährlich ist er?

Grimm: Das Verhalten dieser Trojaner ist unterschiedlich. In den ersten Versionen wurde lediglich der Desktop gesperrt und eine Zahlungsaufforderung eingeblendet, persönliche Daten blieben unberührt. Mittlerweile verschlüsseln die Trojaner aber sogar die eigentlichen Daten auf dem PC, sodass die bloße Entfernung der Sperrseite erst einmal nichts bringt. Im Vergleich zu Onlinebanking-Trojanern ist der BKA-Trojaner aber weniger gefährlich, da er Daten nicht an Dritte weitergibt und so zum Beispiel keinen Zugriff auf Konten und E-Mail-Postfächer ermöglicht.

RTLaktuell.de: Wie werde ich das Problem am einfachsten los?

Grimm: Die wichtigste Regel ist, kein Geld zu überweisen. Stattdessen sollte man versuchen, die PC-Sperre mit einer Freeware wie dem Kaspersky WindowsUnlocker zu entfernen. Alternativ findet man auf der bereits erwähnten Seite bka-trojaner.de Hilfe: Zunächst stellt man anhand von Beispielbildern fest, welche Variante des BKA-Trojaners man sich jetzt genau eingefangen hat. Darunter finden sich dann Links mit Anleitungen zur Entfernung für Windows XP, Vista und 7.

RTLaktuell.de: Hat sich irgendetwas geändert seit den Pressemitteilungen des BKA, BSI und der Bundespolizei?

Grimm: Durch die Reaktionen von BKA, BSI & Co. sind sich nun hoffentlich mehr Leute darüber im Klaren, dass der BKA-Trojaner nicht von offizieller Stelle kommt, sondern von Cyberkriminellen und deshalb nicht auf die Lösegeldforderung einzugehen ist. Die Malware selbst wird aber ungehindert weiterentwickelt und es dürfte in Zukunft noch schwieriger werden, sie wieder loszuwerden.

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