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Euro-Krise: Spanien-Rettung soll Zeichen setzen

11.06.12
Spanien-Rettung "Erfolg für Europa"Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy
Foto: Reuters

Ministerpräsident Rajoy zufrieden mit Lösung

Die spanischen Fußballfans in Danzig versuchten, bei der EM die gravierenden wirtschaftlichen Probleme ihres Landes wenigstens ein Fußballspiel lang zu vergessen: "Wenn mal etwas Gutes kommt, nimm es und lauf. Das ist mein Motto. Es gibt so viele Dinge um die man sich Sorgen machen muss und nur ganz wenige, die einen glücklich machen, dies könnte eines sein", so ein Fußballfan.

Dieses Motto machten sich auch der spanische Kronprinz Felipe und Ehefrau Letizia zu eigen, die im Stadion mitfieberten, während die EU-Regierungen fernab der EM-Kulisse verzweifelt versuchten, einen Bankencrash in Spanien abzuwenden. Dort ist angesichts der katastrophalen Finanzlage niemandem zum Jubeln zu Mute.

Regierungschef Mariano Rajoy ist überzeugt: Nur mit dem Geld aus dem Rettungsschirm, das die spanische Regierung an die notleidenden Banken weitergibt, kann es das Land überhaupt schaffen: "Ohne Kredite gibt es keine Investitionen und ohne Investitionen keine Schaffung von Arbeitsplätzen"

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Hilfsaktion löst weltweite Erleichterung aus

Und die Milliarden-Spritze soll auch genau eine Woche vor der entscheidenden Wahl in Griechenland zeigen: Die Währungsunion hält zusammen.

US-Finanzminister Timothy Geithner sprach von einem konkreten Schritt auf dem Weg zu einer Fiskalunion, die für die Belastbarkeit der Eurozone lebenswichtig sei. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, erklärte, die Höhe der Notkredite von bis zu 100 Milliarden Euro passten zu dem vom IWF festgestellten Kapitalbedarf. Der IWF hatte bei bisherigen europäischen Rettungsaktionen stets rund ein Drittel der Finanzlasten getragen. Bei der Hilfe für Spanien würden allein die Europartner Kredite geben. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble betonte, dank bisheriger Reformen seien die größten spanischen Banken gut durch die Krise gekommen und stünden stabil da.

Ein offizieller Antrag wird von Madrid erst in den nächsten Wochen vorgelegt, wenn der genaue Kapitalbedarf beziffert werden kann. Die Regierung wartet dazu nach den Worten von Wirtschaftsminister Luis de Guindos noch auf zwei Gutachten der Beratungsgesellschaften Oliver Wyman (USA) und Roland Berger (Deutschland). Diese sollen noch im Juni kommen, sagte de Guindos. Rajoy sagte zur Summe von 100 Milliarden Euro: "Die Erfordernisse des spanischen Bankensektors sind nicht so groß. Aber die spanische Regierung entschied, um ein zusätzliches Polster zu bitten. Damit sollte für die Märkte ein klares Zeichen gesetzt werden."

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