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Emittlungen gegen 'kreuz.net' wegen Volksverhetzung: Pfarrer involviert?

17.11.12 09:12
Dirk Bach, menschenverachtender Nachruf, kreuz.netEine angeblich katholische Webseite publizierte einen menschenverachtenden Nachruf auf Dirk Bach.
Foto: dpa bildfunk

Verfassungsschutz hat Hetz-Seite im Visier

"Jetzt brennt er in der ewigen Homo-Hölle", schrieben Autoren der angeblich katholischen Website 'kreuz.net' nach dem Tod Dirk Bachs auf ihrer Webseite. Dieser menschenverachtende und homophobe Nachruf, den die Macher der Seite vor mehr als einem Monat ins Netz stellten, löste einen riesigen Shitstorm aus und machte offenbar auch die Sicherheitsbehörden auf die Betreiber der Webseite aufmerksam. Denn nun ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft wegen Volksverhetzung gegen die Hintermänner von 'kreuz.net'.

Es habe mehrere Anzeigen gegen die Seite mit vermeintlich katholischen Nachrichten gegeben, sagte ein Sprecher. Damit bestätigte er einen Bericht der 'Bild'-Zeitung.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat die Seite nach eigenen Angaben im Blick. Es gebe oft homophobe, muslimfeindliche und antisemitische Äußerungen. Weil die Website auf den Bahamas registriert sei, stoße der Verfassungsschutz bei der Sperrung an seine Grenzen, hieß es.

Menschenverachtender Nachruf auf Dirk Bach
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Pfarrer hatte Kontakt zu 'kreuz.net-Redaktion'

Doch nicht nur die Sicherheitsbehörden haben ein Auge auf 'kreuz.net' geworfen, auch die katholische Kirche sieht sich zum Handeln gezwungen. Das Bistum Mainz prüft, ob und in welchem Maß ein hessischer Pfarrer Kontakt zu den Machern der umstrittenen Internetseite hatte. Auf der Seite wurde gegen den Anfang Oktober gestorbenen, homosexuellen Schauspieler Dirk Bach gehetzt. Zuletzt hatte Grünen-Vorsitzende Claudia Roth gefordert, die Suche nach den Hintermännern des extremistischen Internetportals auszuweiten.

Das Bistum Mainz erklärte, ein Geistlicher habe in den vergangenen Tagen einen "leichtfertigen Umgang" mit 'kreuz.net' eingeräumt. "Daraufhin muss jetzt geklärt werden, ob dies einen unmittelbaren Verkehr mit der Redaktion von 'kreuz.net' bedeutet, welchen Umfang diese Kontakte haben und welche Inhalte damit berührt sind." Für die kommende Woche sei deshalb ein Gespräch mit dem Geistlichen angesetzt.

Medien hatten berichtet, dass auf 'kreuz.net' auch Texte des hessischen Geistlichen gestanden hätten. Das Bistum warnte davor, den Geistlichen vorzuverurteilen. Die von ihm bekannten Texte hätten eine kirchenpolitische Ausrichtung. "Eine Vermischung mit "rechten" oder gar nazistisch orientierten Parolen ist nicht ersichtlich."

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