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Emden: 17-Jähriger nicht Lenas Mörder

30.03.12
Emden, Lena, ParkhausmordDer Mord an der elfjährigen Lena ist weiter ungeklärt.
Foto: dpa bildfunk

Parkhausmord weiter ungeklärt

Spektakuläre Wende im Emder Mädchenmord: Drei Tage nach seiner Festnahme ist der bisher dringend tatverdächtige 17-Jährige wieder auf freien Fuß gekommen. Der Berufsschüler wurde heute Vormittag aus der Untersuchungshaft erlassen.

"Wir haben Fakten vorliegen, die eine Täterschaft des Jugendlichen ausschließen", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Bernard Südbeck in Emden. Die Indizien, die zunächst gegen den 17-Jährigen gesprochen hätten, seien von Fakten widerlegt worden. Was dies im Einzelnen war, sagte er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht. "Wir möchten die Ermittlungen nicht gefährden." Ob die Analyse von DNA-Spuren im Landeskriminalamt in Hannover dazu beitragen hat, blieb offen. Auch dazu, ob es einen neuen Verdächtigen gibt, gab Südbeck keine Auskunft.

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Familie nimmt Abschied

Südbeck verteidigte das bisherige Vorgehen der Ermittler. Es habe keine Alternative zur Festnahme des 17-Jährigen gegeben. Nun habe sich aber eine neue Lage ergeben, sagte der Staatsanwalt. "Wir haben jederzeit vor Vorverurteilungen gewarnt und haben nur von einem Verdächtigen gesprochen." Der 17-Jährige befinde sich in Betreuung und in Obhut der Polizei. "Für seine Sicherheit ist gesorgt", so Südbeck.

Der Jugendliche war am Dienstag nach einem Hinweis aus der Bevölkerung festgenommen worden. Der Haftbefehl wegen Verdachts auf Mord an der elfjährigen Lena war dann am Mittwoch erlassen worden. Die Polizei hatte sich auf Indizien und widersprüchliche Aussagen des Schülers berufen, der die Tat aber bestritten hatte.

Die Ermittler gehen aktuell rund 170 Hinweisen aus der Bevölkerung nach. Die mit 40 Polizisten besetzte Mordkommission arbeite mit Hochdruck an der Aufklärung des Falls. Bisher waren die Beamten davon ausgegangen, dass die Elfjährige zur Verdeckung eines vorangegangenen Sexualverbrechens getötete wurde. Die Tat sei "sexuell motiviert", hatte es geheißen.

Knapp eine Woche nach dem Mord wird das Mädchen heute im engsten Familienkreis beigesetzt. Dies ist der Wunsch der Angehörigen. Nur einem Kamerateam und einem Fotografen wird die Teilnahme auf dem Stadtfriedhof eingeräumt. Die Familie des Mädchens wird seit der Tat von speziell geschulten Beamten an einem besonderen Ort betreut.

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