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Eingriff in Privatsphäre: Facebook liest Nachrichten und Chat-Protokolle

14.07.12
Eingriff in Privatsphäre: Facebook liest Nachrichten und Chat-ProtokolleFacebook nimmt seiner Nutzer unter die Lupe, um Straftaten aufzudecken - wie weit darf es dabei gehen?
Foto: dpa bildfunk

Netzwerk sucht nach Straftaten

Es ist der Horror aller Eltern: Das Kind bewegt sich unkontrolliert im Internet und teilt in Netzwerken wie Facebook der ganzen Welt private Dinge mit. Ihre Sorge: Auch Pädophile und Sex-Verbrecher sind online, und ihr Sprössling könnte zum Ziel werden. Diese Bedenken sind nicht unbegründet, und auch das weltgrößte Netzwerk Facebook teilt sie offensichtlich - doch geht es dabei jetzt zu weit? Wie herausgekommen ist, bricht das Unternehmen in die Privatsphäre der Nutzer ein, um Straftaten erkennen zu können: Private Nachrichten und Chat-Protokolle werden durchleuchtet!

Facebook hat viele Regelungen und Mittel, mit denen es Kinder und Jugendliche schützen will. Darunter auch komplexe technische Systeme. Jetzt gibt es erstmals Informationen, was genau sich dahinter verbirgt - und das dürfte vielen Nutzern nicht gefallen. Ein Computerprogramm scannt automatisch die Nachrichten und Chat-Gespräche seiner Nutzer, und schlägt Alarm, wenn es Verdacht schöpft. In diesem Fall sieht sich ein Mitarbeiter von Facebook den Fall an, und gibt ihn gegebenenfalls an die Polizei weiter.

"Wir wollen keine Umgebung, in der unsere Mitarbeiter private Gespräche lesen, daher ist es sehr wichtig, dass wir ein System mit einer sehr geringen Fehlerquote beim Alarmschlagen haben", verteidigte Facebooks Sicherheitschef Joe Sullivan gegenüber 'Reuters' die Strategie. Sullivan erklärte, die Software werte dafür zum einen die Beziehung zwischen den Gesprächspartnern aus und vergleiche das Gespräch zum anderen mit einem Archiv von echten Fällen aus der Vergangenheit, in denen sexuelle Übergriffe folgten.

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13-Jährige vor Sex-Täter bewahrt

Auf Anfrage von sueddeutsche.de teilte Facebook mit, dass auch in Deutschland "proaktiv" auf die Ermittlungsbehörden zugegangen werde, falls man von einer vermeintlichen oder tatsächlichen Straftat erfahre.

Greift Facebook mit dem System zu sehr in die Privatsphäre der Nutzer ein oder ist das gerechtfertigt, um sexuelle Übergriffe zu verhindern? Es gibt jedenfalls Erfolgsmeldungen: Einer 13-Jährigen in Florida half das System, als ein Mann Anfang 30 im März mit ihr über Sex chattete. Die Sicherheitssoftware schlug Alarm, ein Mitarbeiter las das Gespräch, die Polizei nahm den Mann fest.

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