Discos protestieren gegen GEMA-Reform: Musik-Aus vor Mitternacht
30.06.12
GEMA und Clubbetreiber streiten über die neuen Tarife für die Musiknutzung. Sind die Pläne fair oder existenzbedrohend? Foto: dpa bildfunk
Sind die Pläne fair oder existenzbedrohend?
Die GEMA findet ihre neuen Tarife zur Musiknutzung fair - aber die Clubs schlagen Alarm. Von einem "Discothekensterben" und Mehrkosten von 600 bis 1.200 Prozent ist die Rede. In rund 500 Clubs und Discos bundesweit soll daher heute aus Protest gegen die Reform fünf Minuten vor Mitternacht die Musik ausgehen.
"Die Aktion soll dazu dienen, die Gäste zu informieren", sagte der Geschäftsführer des Discothekenverbandes BDT, Stephan Büttner. Die Clubs sollen künftig zehn Prozent des Eintritts für Musiknutzung an die Verwertungsgesellschaft GEMA zahlen und fürchten die wirtschaftlichen Folgen. Die fünf Minuten lange Protest-Aktion soll ausdrücken: "Leute, passt auf, sonst gehen im nächsten Jahr die Lichter an und die Musik aus." Die Verwertungsgesellschaft müsse ihre Pläne zurücknehmen.
Die GEMA plant ab 2013 einheitliche Gebühren. Statt elf soll es nur noch zwei Tarife geben: einen Mindestsatz für Veranstaltungen mit 2 Euro Eintritt oder weniger und eine Gebühr von einheitlich zehn Prozent der Eintrittsgelder für alle anderen.
"Die Aktion soll dazu dienen, die Gäste zu informieren", sagte der Geschäftsführer des Discothekenverbandes BDT, Stephan Büttner. Die Clubs sollen künftig zehn Prozent des Eintritts für Musiknutzung an die Verwertungsgesellschaft GEMA zahlen und fürchten die wirtschaftlichen Folgen. Die fünf Minuten lange Protest-Aktion soll ausdrücken: "Leute, passt auf, sonst gehen im nächsten Jahr die Lichter an und die Musik aus." Die Verwertungsgesellschaft müsse ihre Pläne zurücknehmen.
Die GEMA plant ab 2013 einheitliche Gebühren. Statt elf soll es nur noch zwei Tarife geben: einen Mindestsatz für Veranstaltungen mit 2 Euro Eintritt oder weniger und eine Gebühr von einheitlich zehn Prozent der Eintrittsgelder für alle anderen.
GEMA: Günstiger als im Ausland
Das sei ein angemessener Satz für die Urheber, sagte hingegen GEMA-Bezirksdirektor Lorenz Schmid bei einer Pressekonferenz Anfang der Woche. Etliche kleine und mittlere Veranstalter würden von der Reform entlastet, größere mit mehr Fläche und höherem Eintritt hingegen mehr belastet. Von einer Million Einzelveranstaltungen zahlten 60 Prozent künftig weniger. Die 500.000 regelmäßigen Veranstaltungen würden hingegen verstärkt zur Kasse gebeten.Als ein Rechenbeispiel nannte die GEMA ein Sommerfest: Das entrichtet mit 300 Quadratmetern Fläche und 3 Euro Eintritt demnach künftig 90 statt 192,80 Euro Gebühren. Eine große Ball-Gala zahlt eine deutlich höhere Summe als früher.
Laut GEMA läuft derzeit ein Schiedsstellenverfahren zur Prüfung der Tarife beim Deutschen Patent- und Markenamt. Zu Klagen der Clubs über drastische Mehrkosten sagte Schmid: "Ich sehe es so, dass sie bislang viel zu wenig gezahlt haben." Auch im europäischen Vergleich sei es für die hiesigen Clubs deutlich günstiger als im Ausland. Und wer lizenzfreie Musik spiele, müsse keine Gebühr zahlen. Als Nachweis sei eine Set-List der Titel einzureichen, die der DJ spielte. Für Konzerte ändere sich nichts.















